Rock and Safety Days in Engelberg


Publiziert von DanyWalker , 30. Juni 2017 um 10:34.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:26 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:10 Km

Rock and Safety Days, heisst ein Angebot von Engelberg Tourismus. Mit einem Bergführer gehts drei Tage lang in die bekannten Klettersteige von Engelberg.
Da ich hier keine Werbung betreiben möchte, werde ich auf das Angebot nicht genauer eingehen. Wer Interesse daran hat, der findet alle Infos bei der Homepage von Engelberg.


Wir fahren am Morgen mit dem Zug nach Engelberg, beziehen unser Hotel und treffen nachher den Rest unserer Klettertruppe und den Bergführer. Insgesamt sind wir acht Kletterer.
Mit der Bahn gehts hoch zur Brunnihütte beim idyllischen Härzlisee. Kurzer Check Up beim Kletterset und schon gehts los zum Klettersteig Brunnistöckli.
Grosse schwierigkeiten birgt dieser Steig nicht. Aber mit Höllensprosse, Teufelsschlund, Wolkentritt, Engelsbrücke und Himmelsleiter wurde dem Steig ordentlich Namenskreativität eingehaucht.
Nach knapp vierzig Minuten haben alle den Steig absolviert. Dann geht es mit der ganzen Truppe runter bis zum Einstieg zum Zittergrat. Da dieser jedoch um einiges anspruchsvoller als das Brunnistöckli ist, und D Passagen birgt, verzichte ich auf diese Route. Alle anderen bewältigen den Steig gut. Zwei Stellen, so sagen sie dann, wären ziemlich happig. Ein anderes zittern gibt es dann für mich doch noch. Ein Sprung in den kalten Härzlisee lass ich mir nicht nehmen. Mit der Zeit gewöhnt man sich ans kalte Wasser, und somit gibts ein herrliches Bad inmitten der Berge.

Der zweite Tag ist ein hoffen und bangen. Gewitter sind im Anmarsch. Und somit ist die Tour auf den Rigidalstock ein Wettlauf mit der Zeit.
Um 9.30 Uhr stehen wir bei der Brunnihütte bereit. Um 13.00 erwarten wir die erste Gewitterzelle teilt uns der Bergführer mit. Mir wird langsam mulmig. Nicht nur das uns die Blitze am Steig um die Ohren funken, nein, wir machen auch noch den schwereren Aufstieg der beiden Routen: Die Rigidalstockwand. Nun gut, wir haben ja einen Bergführer dabei.
Wir marschieren also sofort und in einem sehr zügigen Tempo los. Bis zum Einstieg gibt es gar keine Pause, schliesslich sitzt uns ja ein Gewitter im Nacken. Nach knapp eineinhalb Stunden erreichen wir den Einstieg der Rigidalstockwand. Kurze verschnauf Pause, Klettergurt und Helm montiert, und los gehts. Da ich mich nicht ganz so sicher fühle, bilde ich mit dem Bergführer die Spitze. Er geht voraus und gibt mir immer wieder nützliche Tipps, denn der Steig legt gleich zu Beginn bis zum Gemssprung so ziemlich los. Ich kämpfe mich förmlich durch die Wand. Es gibt hier die eine oder andere Stelle die mich an den Rand des Limits bringen. Aber dank dem Bergführer schaffe ich alle Stellen.
Im oberen Teil des Steigs gibt es dann eine Sitzbank. Hier gibts für alle eine kleine Pause. Wir erfahren, dass sich das Gewitter um eine Stunde nach hinten verschoben hat. Wir haben also noch eine Gnadenfrist bekommen.  Was wir noch nicht wissen. Heute gibt es gar keine Gewitter in Engelberg. Mit dem Wetter hatten wir als wirklich Glück. Zwar schwirrt uns deftiger Nebel um den Kopf, aber solange es trocken bleibt, ist das nur halb so schlimm.
Der obere Teil ist dann nicht mehr ganz so heftig. Das Adleraugeloch braucht nochmals ziemlich Kraft, danach beruhigt sich der Steig. Nicht mehr weit, das Gipfelkreuz ist zum anfassen nah. Und so erreichen wir dieses kurze Zeit später. Ein unbeschreibliches Gefühl, es bis ganz nach oben durch einen für mich schwierigeren Steig geschafft zu haben. Und sogar der Nebel gesteht uns unseren Sieg ein. Er lichtet sich hie und da für ein kurzes Foto.
Eine halbstündige Pause gönnen wir uns auf dem Gipfel, bevor es auf die lange Rückreise geht. Via Rigidalstockgrat und dann dem langen steilen Zustiegswanderweg wieder zurück zur Brunnihütte. Der Klettersteig am Grat ist dann wie erwartet weniger schwer als der Aufstieg über die Wand.
Alle sind sichtlich geschafft von der gut fünfstündigen Tour, aber dennoch Stolz dies gemeistert zu haben.

Am dritten Tag wäre eigentlich die Fürenwand auf dem Program gestanden. Aber schon ein Blick aus dem Zimmer im Hotel am frühen Morgen verrät mir, dass damit wohl heute nichts wird. Es regnet in strömen. Nun, mir solls recht sein. Denn ich hätte mir die Fürenwand wohl nicht zugetraut. Und somit gefällt mir die angebotene Alternative, einige Stunden in der Kletterhalle, schon besser.
Ich habe in diesen Tagen doch einiges gelernt. Und wer weiss, vieleicht bin dann auch ich mal soweit, dass ich mir die Fürenwand zutrauen werde.

PS: Die Fotos sind von verschiedenen Teilnehmer unserer Truppe. Ich war vorallem beim Rigidalstock mehr mit Klettern als mit fotografieren beschäftigt :)



Tourengänger: DanyWalker

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Kommentare (2)


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maex hat gesagt: Sehr schön geschildert
Gesendet am 30. Juni 2017 um 21:27
Mir hat Dein Bericht sehr gut gefallen!

DanyWalker hat gesagt: RE:Sehr schön geschildert
Gesendet am 30. Juni 2017 um 21:34
Dankeschön. Freut mich natürlich.
Gruss Dani


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