LA GOMERA: 1. Bericht über Touren im Naturparadies: Alajeró - Playa Cantera


Publiziert von johnny68 Pro , 11. März 2009 um 21:15.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Santa Cruz de Tenerife
Tour Datum:25 Februar 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Strecke:Alajeró - Calvario - Caleta Cantera und zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Mietwagen nach Alajeró
Unterkunftmöglichkeiten:In Alajeró gibt es ein Hotel.

Hier folgt ein erster von 10 Berichten über meine Trekking- (T2 - T5) und Klettertouren (I, II) im hoffentlich noch lange existierenden Naturparadies La Gomera (Kanarische Inseln).

Ich stelle meinen Berichten hier einige allgemeine Angaben und Beobachtungen voran.

La Gomera ist die zweitkleinste der Kanarischen Inseln. Sie umfasst rund 370 km2 und hat 22'000 Einwohner. La Gomera ist wie alle Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Die Zeugen des Vulkanismus sind auf La Gomera auf Schritt und Tritt sichtbar.

Höchste Erhebung der Insel ist der Gipfel "Alto de Garajonay" mit 1487 m über Meer. Er befindet sich in der Mitte der fast kreisrunden Insel. Die Insel ist die Spitze eines schon längst erloschenen Schichtvulkans. Entsprechend der unterschiedlichen Härte des ausgestossenen Magmas ist die Insel stark zerklüftet. Unzählige wilde Barrancos stürzen sich vom eher flachen Gipfelplateau 1200 - 1400 m hinab ins Meer. Die Felsklippen in den Barrancos und am Meer sind teilweise 1000 m hoch. Der Fels ist meistens schlecht, und es ist sowohl auf den Strassen wie auch in den Barrancos mit Erdrutschen und Steinschlag zu rechnen. Nur an wenigen Stellen ist härterer Fels vorhanden, was sich optisch in der Landschaft zeigt (einzelne Roques ragen wie Nadeln oder "Festungen" in den Himmel - vielfach handelt es sich dabei um die "Schlote" des erloschenen Vulkans).

Die Insel ist klimatisch begünstigt. Das Wetter ist auch im Winter mild. Allerdings ist die Nordseite deutlich feuchter (und grüner) als die leicht aride Südseite. Die Passatwindwolken stauen sich von Norden her fast jeden Tag ab dem späteren Vormittag auf ungefähr 1000 - 1400 m (und regnen sich hier auch aus). Man fährt deshalb auf der Strasse, welche die Insel durchquert und 1300 m erreicht, oft im Nebel. Diese klimatische Situation hat insbesondere auch den rund 1/4 der Insel bedeckenden eindrücklichen Lorbeer-Regenwald geschaffen, der heute im "Parque Nacional de Garajonay" geschützt ist. Es handelt sich um den weltgrössten zusammenhängenden Lorbeer-Regenwald mit 20 m hohen Lorbeer- und Erikabäumen. All diese Bäume sind mit verschiedensten Flechten behangen. La Gomera müsste für Flechtenforscher ein "Paradies" sein. Im Unterholz reckt sich das Farn dem Licht entgegen. 

An der trockenen Südküste gibt es subtropische Pflanzen (Kakteen, Palmen, Agaven, Wolfsmilchgewächse, Bananenkulturen, Stechginster usw.).

Die Tourismus-Infrastruktur ist heute in La Gomera (glücklicherweise) noch nicht stark ausgebaut. Ausser in einigen an der Südküste gelegenen Ortschaften findet man keine Hotels. Nur in "Valle Gran Rey" fühlt man sich etwas an Touristenhochburgen erinnert. Sandstrände gibt es fast keine (nur wenige kleine Abschnitte mit schwarzem Sand, sonst grobe Steinstrände). Vielerorts ist ein "Turismo rural" im Entstehen. In Valle Gran Rey und auch sonst vielerorts an der Südküste haben sich ausgestiegene "Hippies" einquartiert. Sie leben und schlafen im Freien, meistens in den zahlreichen vom Vulkanismus herrührenden Höhlen.

Die Insel ist (für die Natur vielleicht zum Glück) schwierig erreichbar. Aus Mitteleuropa muss man für die Anreise mit dem Flugzeug und dem Schiff einen ganzen Tag rechnen. Es gibt auf der Insel wohl einen Flugplatz; dieser hat aber nur eine Kurzpiste und wird pro Tag nur von 2 - 3 kleinen Flugzeugen der Fluggesellschaft "Bintercanarias" von Tenerife und Gran Canaria her angeflogen. Mit EU-Mitfinanzierung (Strukturfonds) hat man für die pro Tag ankommenden maximal 80 Personen ein völlig überdimensioniertes und luxuriöses Aufnahmegebäude errichtet, in welchem meistens grosse Leere gähnt. Der Flugplan ist zudem nicht auf die Flüge aus Zentraleuropa abgestimmt, so dass man die Fähre (Teneriffa/Los Cristianos - San Sebastian de la Gomera) nehmen muss. 

Die Busverbindungen auf der Insel sind sehr rudimentär. Man ist praktisch auf einen Mietwagen angewiesen.  

Zum Trekken und Klettern:
Da die Strasse, welche die Insel wie ein Rückgrat durchquert, auf der fast 1400 m erreichenden Hochebene verläuft, und der höchste "Berg" nur wenige Meter über der Strasse liegt, geht man oft von hier auf die weiter unten liegenden Gipfel "hinunter"; man kann diese natürlich auch von Meereshöhe aus erklimmen.

Das Wanderwegnetz ist im übrigen ausgesprochen vielseitig und sehr gut ausgeschildert. Überall befinden sich Wegweiser und Übersichtstafeln, so dass man sich gut orientieren kann. Eine E- bzw. GR-Route ist als Rundwanderung um die Insel ausgeschildert. Man muss dafür mindestens 14 Tage einsetzen (Motto: Barranco runter, Barranco rauf).

Zu meiner ersten Tour:
Vom Dorf Alajeró, das sich auf 810 m befindet, ging ich zuerst zum weitherum sichtbaren Berg "Calvario" (808 m) hinunter bzw. hinauf. Von hier ging ich den "Lomo de los Cardos" hinunter (Lomos sind flach abfallende Gelände zwischen 2 Barrancos), bis zu einer Wegverzweigung auf rund  500 m. Hier beginnt ein schön angelegter Weg, der durch eine vulkanische Landschaft immer steiler und mit spektakulären Ausblicken bis in die Meeresbucht "Caleta Cantera" führt. Hier befindet sich eine zerfallene Fischfabrik, in welcher sich "Aussteiger" eingerichtet haben.

Zurück auf dem selben Weg nach Alajeró.



 

Tourengänger: johnny68

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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt: Gomera - ein Paradies!
Gesendet am 12. März 2009 um 10:14
Mein Titel sagt schon alles: ich hatte auch das Glück, diese Insel zu erleben. Von Valle Gran Rey aus erkundeten wir sie per Schiff, Bus, Velo und zu Fuss - ich gerate wieder ins Schwärmen, wenn ich deine Zeilen und die Fotos sehe. Hoffentlich bleibt sie noch lange derart natürlich! Danke für den Bericht; ich warte gespannt auf die nächsten.


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