Platthorn & Mettelhorn


Publiziert von Bikyfi , 28. Juni 2017 um 08:15.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:21 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:19km
Unterkunftmöglichkeiten:Camping Zermatt (15,- / p.T.)
Kartennummer:1328 Randa + 1348 Zermatt

Nach meiner Ankunft in Zermatt schlug ich mein Zelt auf dem in der Nähe vom Bahnhof gelegenen Campingplatz auf. Es war sonnig und heiß, knapp 32° und kaum ein schattiges Plätzchen.
Ich lief noch ein wenig durch den Ort bis die Sonne sich langsam hinter die Berge senkte, nahm dann vor meinem Zelt Platz, warf den Gaskocher an für eine Dose Ravioli aus dem Migros und studierte die Karten und den Rother Wanderführer den ich dabei hatte für mein morgiges Ziel: Mettelhorn.

Vom Campingplatz aus konnte ich vorerst nur raten welcher Gipfel wohl das Mettelhorn war. Meine Camping-Nachbarn schauten schon verwirrt, weil ich mit Pickel und Steigeisen den Rucksack  für den kommenden Tag packte. Ich wusste nichts über die Verhältnisse auf der Tour, so wollte ich gewappnet sein. Es sollte sich als gute Entscheidung heraus stellen, das ganze Gewicht mitzuschleppen, doch dazu später mehr.

Am Mittwoch morgen um 5, nach einer doch recht kühlen Nacht im Biwaksack, frühstückte ich und genoss meinen Kaffee bevor ich noch vor Sonnenaufgang um 6 Uhr aufbrach. Etwas südwestlich vom Bahnhof fand ich leicht den Einstieg in den Wanderweg, der mich erst gen Norden Richtung Randa schickte. Bereits nach kurzer Zeit wies dieser Weg eine ganz ordentliche Steigung auf sodass schnell an Höhe gewonnen wurde. Glück für mich, es war wolkenfreier Himmel. Ich konnte bereits nach 1,5h und 600hm einen tollen Anblick auf Zermatt und das Matterhorn werfen. Bis hierhin war der Weg ein bunter Mix aus Waldboden, hier und da etwas felsig, stufig: T3

Die ersten Sonnenstrahlen trafen auf meinen Weg. Kurze Zeit später, gegen 8Uhr am P.2503 machte ich meine erste kleine Pause. ich genoss den Anblick auf das Panorama der Walliser 4000er. Am Fusse des Wissberg splittete sich der Wanderweg Richtung Berghaus Trift, den Wissbergweg und dem wbw markierten Wanderweg zum Mettelhorn und Platthorn. Man umgeht ab hier den Wissberg auf der südlichen Seite zur Triftchrumme. Eine tolle Bergwelt zeichnet sich hier ab, die ab Zermatt nur fussläufig erreicht und eingesehen werden kann. Und ich hatte dieses Szenario für mich allein. Der Anblick des Obergabelhorn und der Wellenkuppe mit einem kleinen Hut aus Schnee, der Gletscher und seine grosse Moräne brannten sich auf meine Netzhaut.

Das Gelände wurde nun etwas flacher, diente als Weide für die süssen Walliser Schwarznasenschafe die neugierig hinter mir her liefen. Ich querte den Platthornbach und folgte einem weiteren Wegweiser, der mich mich darauf aufmerksam machte, ich begehe nun alsbald alpines Gelände. Ab P.2961 gabs daran auch keinen Zweifel mehr. Ich stand bereits mitten im Firn und hatte schon die Steigeisen montiert und stapfte weiter bis hinauf zum Sattel.
Hier zeigte sich dann zum ersten Mal das Mettelhorn als steile Spitze hinter dem Hohlichtgletscher, der dafür gequert werden musste.
Im Rother Wanderführer wird beschrieben: "Zum Mettelhorn darf man nur gehen, wenn die Spalten offen und eindeutig erkennbar sind, dass sie gefahrlos umgangen werden können."
Vom Sattel aus konnte ich rein gar nichts erkennen weswegen ich beschloss zuerst den Aufschwung aufs Platthorn vorzunehmen um mir einen Überblick zu verschaffen. Dieser Aufschwung durch etwass Schutt, teils ein bisschen verblockt war nochmal fordernd. Der Blick auf den Gletscher hinunter und in den kleinen Gletschersee zeigte nicht eine Spalte.
Auf dem Platthorn selbst hatte man eine unbeschreiblich schöne Aussicht auf das Weisshorn, Schalihorn und das Zinalrothorn mit dem wild zerissenen darunter liegendem Gletscher. Ein tolles alpines Panorama.

Nach etwa 25 Minuten Rast entschloss ich, den Hohlichtgletscher zum Mettelhorn zu queren, tat dies relativ weit oben am Fusse des Platthorns nachdem ich von diesem abgestiegen war. Am Kamm am oberen Ende des Gletschers gabs nochmal eine tolle Sicht gen Breithorn, Liskamm, Castor, Pollux und Dufourspitze. Das Wetter war prächtig. Ein Sonne-Wolken-Mix mit schöner Weitsicht.
Ich deponierte meine 7 Sachen am Fuss vom Mettelhorn und machte mich auf den im zickzack führenden Weg aufs Mettelhorn. Dies war leichter zu ersteigen. Den schmalen Gipfel genoss ich nur kurz bevor ich wieder abstieg. Zurück auf dem Firn wurden schnell Tiefenmeter auf dem Hosenboden gemacht. Das schonte die Knie denn der Rückweg, den ich über das Berggasthaus Trift und Gasthaus Edelweiß durch die eindrucksvolle Schlucht nach Zermatt wählte, sollte noch lang werden.
Einige kleine Pausen später, teils auch mal um die Füße im klaren Gebirgswasser zu kühlen, kehrte ich auf ein Radler im Gasthaus Edelweiß hoch über Zermatt ein und hatte einen wundervollen Blick hinunter auf das bergsteigerdorf.
Die restlichen Teifenmeter vergingen wie im Flug sodass ich noch pünktlich und frisch geduscht zum Bergführer-Blaskonzert an der Kirche eintraf.




Tourengänger: Bikyfi


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Kommentare (2)


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Stijn hat gesagt:
Gesendet am 28. Juni 2017 um 12:45
Gratuliere zum Mettelhorn. Wir waren am Sonntag oben nach einer Übernachtung im Berggasthaus Trift :).

Bikyfi hat gesagt: RE:
Gesendet am 28. Juni 2017 um 14:29
Danke und ebenfalls Gratulation :)


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