Hoher Straußberg Westgrat


Publiziert von bula_f , 19. Juni 2017 um 14:56.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum:18 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 1160 m
Abstieg: 1160 m
Strecke:Hin und zurück jeweils 8,5 km Radl (460 hm), 6,2 km Wanderung (700 hm)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:B17 zum P am Minigolfplatz in Schwangau (Gipsmühlweg)

Über den Westgrat des Hohen Straußberg steht im Panico Kletterführer Ammergauer Alpen und Allgäu “[d]er landschaftliche Eindruck ist für sich genommen bereits einen Besuch wert, bedingt durch die frei stehende Lage des Hohen Straußbergs mit einer weit reichenden Sicht.” So viel zur Theorie. Gesehen habe ich am Grat leider nicht viel, da sich die für den Morgen angekündigte Auflockerung erst als ich bereits mit der Tour fertig war gegen die letzten Quellwolken durchsetzen konnte. Damit einhergehend war es von der Nacht entsprechend feucht und die leichten Zustiegschuhe schnell durchnässt. Spaß gemacht hat mir die Tour trotzdem - nächstes Mal würde ich aber erst ab dem späteren Vormittag einsteigen.
 
Los gehts mit dem Radl am kostenlosen P am Minigolfplatz in Schwangau. Durch das noch schlummernde Hohenschwangau auf der Neuschwansteinstr. ca. 100 m bis zum Abzweig des Fußwegs zur Marienbrücke und ziemlich steil hoch zu dieser. Ab hier auf der asphaltierten Busfahrstr. (nur wenn keine Busse fahren, sonst über den noch steileren Wasserleitungsweg) hinter zur Bleckenau und weiter auf einem Forstweg Richtung Jägerhütte. Nach Überquerung der Pöllat geht dann links der Settelesteig ab, hier Radldepot (45 Min ab P). Auf dem schönen Steig in einer knappen Dreiviertelstunde hoch zum Sattel zwischen Straußberg und Bennaköpfle, wo sich der Einstieg zum Westgrat befindet. 
 
Laut Panico geht es wenige Meter unter dem Sattel auf einem grasigen Band rechts kurz in die Wand und dann in einem Kaminriss aufwärts (3+). Vor Ort fanden sich mindestens zwei Stellen, auf die die Beschreibung zutraf. An der Wand findet sich auch ein großer Steinmann (s. Fotos), der wohl den Einstieg markiert. Allerdings zog ich wegen der Feuchtigkeit ein ca. 10 m weiter unten liegendes, felsigeres Band dem Grasigen beim Steinmann vor. Nach einer Querung rechts hinauf in die Wand erreicht man eine sich nach oben verengende Rinne, in der man zunächst grade hinauf, später dann rechts haltend Richtung der markanten Fichten oben auf dem Grat aufsteigt. Hier fand ich das Geläuf wegen der Feuchtigkeit am unangenehmsten - mit viel Gras durchsetzter steiler, nicht immer fester Fels. Wahrscheinlich liegt die im Panico beschriebene Route einige Meter links neben meiner. 
 
Ab den Fichten ist die Routenführung dann eindeutig. Hier findet sich am Fuß eines steilen und kompakten 8 m Wandls (4-) ein eingerichteter Standplatz (zwei mit Seilschlinge verbundene Schlaghaken). Das Wandl hoch und in der Folge in gutem (aber nicht immer verlässlichem) Fels ab und zu luftig direkt am Grat über die folgenden Köpfe und Blöcke in eine Scharte zum Wandbuch, laut dem der Grat vor allem von der BW Füssen begangen wird und ich erst die vierte Begehung in 2017 machte. 
 
Nach der Scharte den nächsten Aufschwung über zwei schöne plattige Stellen grade hoch (ein Schlaghaken auf dem Absatz vor der zweiten Stelle, 3+). Danach lehnt sich der Grat zurück und geht nach einigen Blöcken in Gehgelände zum Gipfel über.
 
Vom Gipfel problemlos auf markiertem Steig durch die Norwestflanke hinab, an deren Fuß bis zum Sattel mit dem Westgrateinstieg entlang und auf dem Aufstiegsweg runter zum Radl an der Pöllat. 
 
Fazit:
Der Westgrat des Hohen Straußbergs bietet recht schöne Kletterei in ab den Fichten meist festem, stellenweise kompaktem Fels. Im Gegensatz dazu ist der Fels im ersten Aufschwung weniger vertrauenswürdig und mit Gras durchsetzt. Allgemein gibt es am Grat recht viel schrofiges Gehgelände, so dass sich Kletterschuhe für eine Begehung meiner Meinung nach eher weniger lohnen. Unterhalb der zwei schwierigsten Stellen befinden sich Schlaghaken, ansonsten ist der Grat selbst zu sichern, was mit einigen Köpflschlingen gut gehen sollte. Alles in allem eine recht kurze Unternehmung, der man am besten genug Zeit zum Abtrocknen gibt, um sie richtig genießen zu können.

Tourengänger: bula_f

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Kommentare (2)


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Wagemut hat gesagt:
Gesendet am 19. Juni 2017 um 21:39
Schöne kleine Tour und stimmungsvolle Photos! Die Tour merk ich mir mal als Halbtagestour vor. Aber wie Du schon schreibst, wird sie am besten bei trockenen Verhältnissen zu machen sein.

Bis bald!

Der Joseph

bula_f hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Juni 2017 um 22:33
Servus Joseph,

danke Dir!

Der Fels ist hier für dich vielleicht ein bisschen zu fest ;-). Spass beiseite, die Anfahrt aus München nur für diese Tour ist beinah ein bisschen lang - müßte man am besten noch mit was kombinieren, damit es sich lohnt.

VG, Carsten


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