Ausgedehnte Tagestour durchs Rofan


Publiziert von Nukular , 12. Juni 2017 um 23:25.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rofangebirge und Brandenberger Alpen
Tour Datum:11 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Unterkunftmöglichkeiten:Erfurter Hütte

Nachdem ich schon öfters in der Umgebung war und einen Blick auf dieses Miniaturgebirge werfen konnte, war es endlich soweit. Wie z.B. schön von der Montscheinspitze aus zu erkennen ist, sind etliche auf einer Höhe liegende Gipfel in kurzen Abständen aufgereiht. Das Wegenetz lädt geradezu zu einer ausgiebigen Rundtour ein.
 
Schon im Allgemeinen bin ich kein großer Fan von Bergbahnen. Mir schwante böses, da das Rofan in einen kommerziellen Alpinspielplatz verwandelt wurde (siehe Homepage der Rofanbahn). Um dieses System nicht auch noch finanziell zu unterstützen boykottierte ich daher Bahn und Hütte.
 
Der Wanderweg von der Talstation zur Erfurter Hütte war eine positive Überraschung und vergleichen mit einigen anderen Zustiegen ganz nett. Gerade da viel Zeit und Energie in Auf- und Abstieg steckt, sollte die Zeit oben voll ausgenutzt werden. Kurz vor der Hütte drehte ich Richtung Osten zur Haidachstellwand ab. Kurz vor dem Gipfel dann die Überraschung: Drahtseile, Klettersteiggeher und Stau. Irritiert auf die Karte geschaut, aber ich war auf dem richtigen Weg zum Gipfel. Am Einstieg gibt es zwei Möglichkeiten: Links verläuft der "Klettersteig" zum Gipfel (bekloppte Routenführung, nur 50m lang, kaum Steigung und sehr einfach, was bei einem Klettersteiggeher zu einem verwirrten "wie? wars das jetzt schon" führte), rechts muss - ebenfalls mit einem Drahtseil - eine kurze Steilstelle überwunden werden. Nach Überschreiten der Haidachstellwand gelangt man zu einer Verzweigung mit Wegweisern. Diese führten mich etwas in die Irre und dazu wusste ich nicht, wie lange ich für die Tour brauchen würde. Also ging ich nach Norden weiter.
 
Der eigentliche Plan war es, den Weg nach Südosten zu wählen, das Vordere Sonnwendjoch zu überschreiten, am Sagzahn vorbeizugehen und so zur Rofanspitze zu gelangen (vermutlich +1h). Dieser Routenverlauf kam mir logisch vor und hätte für mich die perfekte Rundtour ergeben.
 
So aber kam ich aber direkt zur Rofanspitze. Von hier südlich am Rosskopf vorbei, weiter zur Seekarlspitze (an der man erst vorbei muss, um dann von Westen her aufzusteigen), zum Spieljoch und ebenfalls von Westen her zum Hochiss. Ich glaube gar nicht, dass man vom Rosskopf abgesehen durch die Klettersteige wirklich viel Zeit verliert, da der Weg dann direkter verläuft. Vom Hochiss aus weiter zu den Dalfazer Wänden, wo für mich der schönste Streckenabschnitt begann. Plötzlich ist der Trubel weit weg, ich war alleine unterwegs und statt den breit ausgelatschten Wegen schlängelt sich ein Pfad mit leichten Kraxleinlagen und Sicht auf den Achensee entlang. Nach Südwesten absteigen bis eine Bank/Liege auftaucht; dort nicht zur Hütte, sondern Richtung Tal weiter (Wegweiser). Ein Teilstück führt fast Weglos über eine Wiese (einfach am südlichen Rand halten). Später trifft man auf den Abstiegsweg.
 
Zusammenfassend landschaftlich schöne Tour mit großartiger Aussicht, aber nichts für jemanden, der die Rauheit, Einsamkeit, Ursprünglichkeit oder Ausgesetztheit der Berge sucht. Als Alpinist oder ambitionierter Wanderer bewegt man sich wie ein Alien zwischen Familien und Klettersteiggehern. Wer konditionsstark ist, kann große Teile des Rofans an einem Tag erkunden.
 
Schwierigkeit: Die Runde weißt nur ganz kurze T4 stellen auf, der Rest ist sehr einfach zu gehen. Man kann jederzeit abbrechen und zur Seilbahn gehen.
 
Orientierung: Einfach; auf den Schildern werden leider keine Gehzeiten angegeben.
 
Etappenziel | Zeiten (inkl. Pausen) | Schwierigkeit:
 
Maurach - Erfurter Hütte 1:30 (flott) T2-
Haidachstellwand 1:00 (flott) T2/eine Stelle T4
Rofanspitze 0:45 T2
Seekarlspitze 1:00 T2-
Spieljoch 0:30 T2
Hochiss 1:00 T2
Dalfazer Rosskopf 1:00 T2/zwei Stellen T4
Maurach 1:45 (flott) T3/ab Bank T2
 
Durch das ständige auf und ab ist es nicht einfach, die Höhenmeter zu kalkulieren - ich vermute, dass sich um ca. 2100 handelt. Durch die einfachen Wege kommt man trotz der Länge und der Höhenmeter schnell voran. Gehzeit bei normalem Standardtempo könnte evl (!) ohne Pausen bei 8:00h liegen.

Tourengänger: Nukular

Galerie


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