Den Kaiser bezwungen - Chaiserstock


Publiziert von Zoraya , 3. Juni 2017 um 21:45.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 3 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   CH-UR 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 670 m
Abstieg: 800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Nur mit Bewilligung

Schon oft bewundert, schon viel gelesen und heute stand ich auf dem Gipfel. Er hat schon was sehr Markantes. Letzte Woche blickte ich vom Diepen auf den Chaiserstock und meinte zu meiner Freundin: "Schau mal der Chaiserstock, er sieht irgendwie aus wie ein riesiger Dinosaurier". Er gehört, zusammen mit dem Rossstock und Fulen, zu den bekanntesten im Lidernengebiet, welche das gesamte Gebiet von weit her dominieren.

Gestartet sind wir auf der Gisleralp. Diese erreicht man nur mit Bewilligung, die man im Restaurant Urigen erhält (10.-). Zwar hat man von dort aus nur noch knapp 700 Höhenmeter zu meistern, diese haben es aber in sich. Mit ziemlich frischen Temperaturen liefen wir zügig zur Chinzig Kulm. Die kühle, saubere Morgenluft eröffnete uns einen tollen Ausblick zu den Spannörter, Uri Rotstock und seine Kumpanen und das Urner-Reuss-Delta. Der dortige Wegweiser zum Chaiserstock war mit 1:50h beschrieben. Da muss Herr und Frau Schweizer aber zackig laufen! Über grosse Schneefelder und Querung eines Geröllhangs unterhalb des Fulens, erreicht man ein steiles Couloir zum Liderner Planggeli. Zu oberst wären Seile montiert, diese lagen aber unter einer 1.50 Meter hohen Schneewächte. Absolut kein Durchkommen im Moment. Wir kletterten dann etwas weiter rechts hoch, was auch noch sehr, sehr rutschig war. Als ich oben stand und hinunterschaute, dachte ich, ok diesen Weg können wir niemals wieder hinunter. Nun gut, Abstieg also zur Lidernenhütte. Der weitere Verlauf...Schnee-nasses Geröll-Schnee-Schnee-und nochmals Schnee. Bis zur Lücke, wo sich der Einstieg zum Grat befindet, traversiert man gefühlte 1000 Schneefelder. Das letzte und natürlich steilste Feld, hielt sich fieserweise auch noch komplett im Schatten auf. Zum Glück war der Schnee aber keineswegs hart. So, nun folgt ja der interessante Teil. Kurze Kraxelei und man findet sich beim Einstieg zum Grat wieder. Eine sehr ausgesetzte Sache. Fixseile sind montiert, Trittsicher- und Schwindelfreiheit absolute Voraussetzung. Die 4 Wanderer hinter uns kehrten allesamt wieder um. So kam es, dass wir den beliebten Gipfel tatsächlich für uns alleine hatten. Und diese Aussicht! Es gibt gar nicht so viele Adjektive, um diesen Ausblick zu beschreiben. Wir trauten dem Wetter nicht ganz, deshalb konnten wir uns leider nicht allzu lange auf dem Gipfel aufhalten. Rasch befanden wir uns wieder beim Lidernen Planggeli und schlugen den Weg ein zur Lidernenhütte. Auch hier, Schnee wohin das Auge reicht. Vorteil: die meisten Höhenmeter konnten knieschonend hinuntergerutscht werden. Nachteil: man verliert den Weg UND in meinen Schuhen befand sich der halbe Spilauersee! Da sich die Markierungen und der Weg mehrheitlich unter dem Schnee befanden, kamen wir vom Weg ab und landeten etwas zu weit östlich. Wir wussten aber ungefähr wo die Hütte lag und fanden schnell zurück. Von der Hütte sind es nur noch wenige Kilometer nach Gitschen, wo wir uns dann nach Chäppeliberg gondeln liessen.

Der Chaiserstock beeindruckt nicht nur von Weitem sondern auch mit seinem Aufstieg. Einfache, jedoch sehr ausgesetzte Gratkletterei führt zu einem Gipfel, der seinem Bekanntheitsgrad alle Ehre macht. Dieser Gipfel kommt definitiv auf meine "Berg, dich liebe ich ganz besonders-Liste." Wir werden uns wieder sehen. Ganz bestimmt.

Tourengänger: Zoraya


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