Rigi Hochflue (1699 m) via Ostgrat


Publiziert von Uli_CH Pro , 25. Mai 2017 um 17:21.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:25 Mai 2017
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Rigigebiet   CH-SZ 
Zeitbedarf: 2:45
Aufstieg: 620 m
Abstieg: 620 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Ortszentrum in Lauerz 6.5 km auf der Bergstrasse bis 200 m oberhalb des Grillplatzes Rorboden (P. 1137). Ab hier Fahrverbot, genügend Abstellplätze. Die ersten 5 km sind geteert bis Abzweig Untergurgen. Hier auch Abstellmöglichkeiten. Alternative: Anfahrt via Gersau zum Gätterlipass.
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/, 1:20'000 zum Selberdrucken

Vor Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, war ich schon einmal vom Gätterlipass aus via Leiter auf der Rigi Hochflue. Seit ich auf hikr von der Route über den Ostgrat gelesen hatte, wartete ich auf die passende Gelegenheit, diese Tour zu unternehmen. Die Tour am heutigen Auffahrtstag war aufgrund der Kletterei am Ostgrat und der teilweise ausgesetzten Stellen eher ein mentales denn ein körperliches Training. Ich hatte mir das Ganze allerdings schlimmer vorgestellt.

Ich breche zeitig auf und folge dem Fahrweg Richtung Egg. Schon nach kurzer Zeit gibt es einen ersten Blick auf den - noch hoch oben über mir liegenden - Ostgrat. Nach 20 Minuten erreiche ich die Alp Egg und habe einen schönen Blick auf Vierwaldstädter und Urner See und die dahinter liegenden Berge.

Hier startet der blau markierte Alpinweg zur Hochflue. Es folgt ein erster Aufschwung mit leichter Kletterei, bei dem die Haltepunkte hauptsächlich durch Wurzeln gebildet werden.

Es geht ein Stück abwärts bevor am zweiten Aufschwung auch Ketten zur Sicherung eingesetzt werden. Die Plaketten mit den Namen der Verunglückten machen nicht wirklich Mut.

Es folgt ein dritter Aufschwung. Den Spitz (1409 m) verpasse ich irgendwie. Mittlerweile habe ich den zweiten Teleskopstock, den ich am Rucksack festgemacht habe, wieder in die Hand genommen, da ich mit ihm immer wieder an den niedrigen Ästen hängen bleibe. Eigentlich ist der Weg stellenweise recht ausgesetzt, aber da der Weg im Wald verläuft, geben die Bäume ein Gefühl von Sicherheit.

Eine Dreiviertelstunde nach dem Abmarsch von der Alp Egg stehe ich am Fuss des eigentlichen Hochflue-Massivs. Der Weg führt jetzt in einer Rinne rechts des Massivs aufwärts. Am oberen Ende wendet sich der Weg nach links direkt auf den Grat zu. Unterstützt durch ein Drahtseil steige ich steil empor. Hier ist auch die einzige Stelle, wo der Boden etwas feucht ist, was allerdings keine Probleme bereitet. Anschliessend wird das Gelände etwas flacher, bevor der Schlussanstieg in leichter Kletterei durch einen Kamin auf den eigentlichen Os tgrat erfolgt. Der Kamin ist durch Eisenbügel und ein Drahtseil gesichert und nicht ausgesetzt.

Nach einer Viertelstunde habe ich es dann geschafft und komme oben an. Von jetzt an führt der Weg südlich der Gratschneide in schönem Gelände leicht aufwärts und nach einer weiteren Viertelstunde bin ich schon am Gipfel.

Ich raste nicht lange (Der Weg ist das Ziel) und mache mich an den Abstieg nach Süden Richtung Zilistock. Der Weg ist steil, aber gut versichert.

Nach knapp 20 Minuten erreiche ich einen Abzweig, den ich Richtung Gätterlipass einschlage. Der folgende Abstieg durch den Chälenwald ist nicht wirklich reizvoll und so bin ich froh, nach weiteren 20 Minuten das Scharteggli zu erreichen. Eine knappe Viertelstunde später komme ich am Bergrestaurant Gätterlipass an, wo ich mir den Suure Moscht schmecken lasse. Vom Gätterlipass ist es noch eine Viertelstunde, vorbei am Grillplatz Rorboden, zurück zu meinem Auto.

Fazit: Es war eine rundum gelungene Tour und ich habe den ganzen Feiertag noch vor mir. Die Tour sollte - nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Wurzeln - nur bei ganz trockenen Verhältnissen unternommen werden. Eine eigentliche Schlüsselstelle habe ich nicht ausgemacht. Wer den ersten Aufschwung geschafft hat, den wird auch der Kamin nicht mehr schrecken.

Orientierung: Durchgehend ausgeschildert und markiert.

Ausrüstung: Alpinwanderausrüstung, inkl. fester Bergschuhe, Teleskopstöcke, ev. Kletterhandschuhe.

Führer: Ich kann nur den Bericht von Chrichen empfehlen, der mich auch zu dieser Tour inspiriert hat.

Dies ist ein Tourenbericht. Es handelt sich daher um meine persönlichen Gehzeiten und meine subjektive Einschätzung der Schwierigkeit ohne Anspruch auf Objektivität. Jeder, der diesen Tourenbericht als Basis für eine eigene Unternehmung verwendet, ist persönlich für seine eigene Sicherheit verantwortlich.)

Tourengänger: Uli_CH


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Kommentare (1)


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Chrichen Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. Mai 2017 um 07:38
Danke für den schönen Bericht und die Erwähnung! Zufälligerweise waren meine Frau und ich am selben Tag auch am Ostgrat unterwegs. Vermutlich aber etwas später. Abgestiegen sind wir über die Leiter.
Viele Grüsse, Christian


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