Salmaser Höhe im Schneegestöber


Publiziert von AllgaeuEr , 24. Februar 2009 um 10:35.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 8 Februar 2009
Ski Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 324 m
Abstieg: 324 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Missen - Wiederhofen - Skilifte Thaler Höhe - Vor Thalerhöhe Lifte jedoch rechts abbiegen (Sackgasse) und durch den kleinen Weiler hindurch - Nach nächster Linkskurve kann man links an Straße parken

Bewegungstherapie an der Salmaser Höhe

Es war wirklich kein Tag für Skitouren, aber wir hatten bereits Sonntag, ich hatte am Vortag schon wetterbedingt nichts unternommen und der Drang nach Bewegung und frischer Luft wurde einfach unerträglich.

Es hatte die ganze Nacht durch geschneit und auch jetzt fielen noch dicke Flocken. Nur mal schnell Salmaser, mein kleiner Verlegenheitstourenberg für zwischendurch, mit Hin-und Rückfahrt in weniger als 2,5h zu schaffen.

Also Ausrüstung zusammengesucht und ab ins Auto. Schon wenige Meter außerhalb des Ortes zweifelte ich an meinem Vorhaben. Der Winterdienst war zu dieser frühen Zeit mit dem Räumen noch nicht hinterhergekommen und so schlich ich hinter 'ausländischen' Gästen aus dem hohen Norden, die unseren Schnee nicht gewohnt sind Richtung Missen. Aber vielleicht war dies gar nicht so schlecht, an Überholen war jedenfalls bei den Bedingungen nicht zu denken. Die Steigung zur Thaler Höhe schlich ich dann mit glorreichen 20km/h hinauf, immer darauf bedacht, das jemand beim Entgegenkommen die Kurven nicht erwischt und war entsprechend auf der Hut.

Endlich erreichte ich die als Parkplatz taugliche Wiese. Allerdings machte der viele Neuschnee diese heute eher parkuntauglich. Zwei versuche vorwärts von der Straße darauf zu gelangen scheiterten, rückwärts gelang es mir auf dem zweiten Versuch.

Sämtliche Aufstiegsspuren waren zugeschneit und so fing ich an mir eine neue Spur in den zunächst flachen Hang zu legen. An der ersten Hütte, wo es steiler wird versuchte ich dann eine Kombination aus leichten Bögen und direktem Weg zu wählen. Auf der ersten Höhe angelangt, dort wo das Kreuz mit der Bank steht, gönnte ich mir einen Schluck aus der Thermoskanne - bzw. wollte ich dies, aber ich hatte den Tee zu heiß eingefüllt und noch war er untrinkbar heiß, so daß ich diesen erst etwas auskühlen lassen mußte.

Weiter ging es durch die kleine Senke an der zweiten Hütte vorbei und dann den Hang hinab zum Wegweiser von wo aus man direkt den Hang zum Gipfelgrat aufsteigt. Die Sicht wechselte zwischen schlecht und sehr schlecht. Hin und wieder riß es sehr kurz auf und man konnte etwas in der Entfernung zu erkennen. Spurarbeit kann wirklich anstrengend sein. Plötzlich holte mich ein unbekanntes Geräusch aus meiner meditativen Spurarbeit. Erst stutzt ich etwas, dann viel mir mein Handy ein und das ich meiner Freundin versprochen hatte sie ggf. wo abzuholen, wenn ich es zeitlich rechtzeitig auf den Rückweg schaffte. Da dies wohl nicht der Fall sein würde - ich ging von weiteren 15 Minuten Aufstieg und eben so langer Abfahrt aus - mußte ich ihr leider absagen.

Keine fünf Minuten wunderte ich mich über das steile "Zwischenstück", kannte ich doch nur den steilen Gratausstieg. Schnell wurde mir auch klar wieso dies so war, als ich die Pfosten der Gratbegrenzung sah. Ich war bereits weiter oben gewesen, als ich angenommen hatte, so schlecht war die Sicht gewesen.

Ich fellte ab und den Hang in sehr unzufriedenstellender Technik hinab, da der Schnee recht feucht und schwer war. Da war auch nicht viel mit Schwungholen, um den Gegenanstieg zur Hütte zu verkürzen. So ging es eben im V-Schritt den Weg entlang hinauf und wieder an das Kreuz.

Dort machte ich mich an die Abfahrt des zweiten Hanges, wählte die rechte Seite als Abfahrt und gelangte unten wieder bei der ersten Hütte an, wo ich durch den "Garten" querte, um wieder auf die richtige Seite zu gelangen.

Dort traf ich nun auf weitere Tourengeher, die sich über die vorhandene Spur freuten. Nach einer kurzen Sch(l)ußfahrt mit Schiebestück über den flachen Hang, weil der Schnee so verdammt naß und schwer war, gelangte ich wieder an mein Auto, wo sicher bereits weitere zwei Tourengeherpäarchen zum losgehen richteten. Mit einem leichten Grinsen mußte ich feststellen, daß alle anderen meinem Rückwärtseinparken-Beispiel gefolgt sind. Nach einem kurzen Austausch über die Bedingungen, brachen die anderen Tourengeher auf und ich machte mich auf den Heimweg. Erfreut mußte ich feststellen, daß der Winterdienst fleißig gewesen war und ich nun ohne zu schleichen meine Heimreise antreten konnte.


Tourengänger: AllgaeuEr


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