Marmontana (2316 m) - Rundtour im Grenzgebiet TI/GR/ITA ab/bis Carena


Publiziert von dulac Pro , 25. April 2017 um 22:48.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:16 April 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Portola-San Jorio   CH-GR   I   Gruppo San Jorio-Monte Bar   CH-TI 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus Nr. 212 ab cff logo Giubiasco nach Carena
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dto.
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Der unerwartete und späte Rückfall in den Winter liess eigentlich nur eine Möglichkeit offen: die Flucht in den Süden, der davon nur marginal betroffen war. Wie es der Zufall wollte war gerade jetzt einem aktuellen *Bericht von paoloski zu entnehmen, dass die Marmontana, immerhin gut 2.300 m hoch, praktisch schneefrei zu erreichen wäre.

 

Dieses Gebiet in der Nähe des Passo San Jorio ist mit öV nur schwer erreichbar, einzig samstags und sonntags fährt der Bus von Giubiasco (ab 09.31) nicht nur bis Pianezzo, sondern bis zum letzten Ort im Valle Morobbia, dem hübschen Carena.

 

Von hier nun rund eine halbe Stunde zu Fuss weiter taleinwärts hat es eine Verzweigung (die Motorisierten unter uns haben die Möglichkeit, ihren fahrbaren Untersatz erst hier abzustellen). Rechts, also in südliche Richtung geht es weiter zur Alpe Giumello und von dort u.a. zum Motto della Tappa. Dort war ich im Jahr zuvor schon gewesen.

 

Die Variante, an dieser Verzweigung geradeaus, also in östliche Richtung weiterzugehen, kannte ich allerdings noch nicht. Und dieser Weg führt hinauf zum Passo San Jorio: Ein attraktiver Steig, zunächst durch Wald und ein gutes Stück entlang eines wilden Bergbachs.

 

Das erste Etappenziel auf dieser Strecke ist Giggio, wo sich ein grosses Gebäude der Forstverwaltung befindet. Ab hier besteht erstmals auch wieder Sicht auf den Lago Maggiore.

 

Im weiteren Aufstieg zum Giggione hatten sich noch einige Schneereste gehalten, die aber völlig unproblematisch waren – seit der Begehung durch paoloski eine Woche zuvor waren sie offensichtlich mächtig zusammengeschmolzen.

 

Bald darauf wurde der Wald verlassen und es ging durch offenes Gelände bis zum Passo San Jorio, über den übrigens auch die Grenze CH–I verläuft.

 

Genau auf dieser Grenzlinie war paoloski auf steilem Grat zur Cima di Cugn aufgestiegen. Auf der LK ist hier auch ein Steig verzeichnet, der mir allerdings nicht ins Auge gefallen ist. So ganz hat mich diese Variante jedenfalls nicht zu überzeugen vermocht. Überdies deutete es sich an, dass auf italienischem Gebiet entlang der Bergflanke ein gemächlich ansteigender Pfad im weiteren auch eine Aufstiegsmöglichkeit bieten sollte.

 

Und so folgte ich ihm bis zu einer Rippe mit einem bereits von weitem erkennbaren grossen Steinmann. Ab hier hatte es nun eine Wegspur, die mehr oder weniger in der Direttissima zum Gipfelgrat führte. Etwas schuttig war die Spur, einige Vorgänger waren offensichtlich gelegentlich auch in das gut gestufte Steilgras ausgewichen.

 

Der Vorgipfel, bei dem ich herausgekommen war, befand sich nun allerdings bereits östlich des Hauptgipfels. Ich musste daher wieder ein kurzes Stück auf dem Grat zurück – in einer Senke etwa auf halber Strecke lagen einige Felsen aufgetürmt. Sie zu umgehen wäre leicht möglich gewesen, doch das war nicht zwingend, denn sie liessen sich auch so mit etwas Handeinsatz leicht überwinden.

 

Und dann, es war mittlerweile kurz vor 14 Uhr stand ich nun auf diesem prächtigen Aussichtsgipfel. Leider war er wegen des kräftigen Winds für eine längere Rast, die ich sonst hier gewiss eingelegt hätte, heute leider nicht geeignet. Schon schade, dass ich den Aufenthalt bereits nach 10 Minuten wieder beenden musste.

 

Der Rückweg zum Pass dann auf identischer Spur wie zuvor. Von hier aber wollte ich heute die Verbindung zur Capanna Gesero erkunden, die ich bereits im Vorjahr bei meiner Tour auf die Cima delle Cicogne von oben erkennen konnte und die damals auch gut begangen war. Wie auch sonst häufig war die angegebene Wegezeit bis Biscia zu hoch gegriffen, dessenungeachtet meint man unterwegs immer wieder, hinter der nächsten Kurve müsse Biscia erreicht sein, doch dann folgt wieder die nächste Biegung usw..

 

Auf Höhe Biscia hatte es in den Nordflanken noch einige ausgedehnte Schneefelder, durch die der markierte Weg (zur Capanna Gesero) geführt hätte. Deshalb war es besser, auf dem Grat zu bleiben und diesem so lange zu folgen bis der Verbindungsweg von der Alpe Gesero nach Carena erreicht wird. Dieser Steig ist auf der LK verzeichnet, hat aber keine durchgehende Wegspur, gelegentlich bietet es sich an, auch ein wenig in die Flanke abzusteigen. Der generelle Wegverlauf ist jedenfalls offensichtlich. Im Vorjahr, in Gegenrichtung wäre ich dieser Linie auch schon gerne gefolgt. Doch die vielen Rinder, die sich damals hier auf der Weide befanden, hatten mich davon abgehalten.

 

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, nicht wieder nach Carena abzusteigen, da mir der vorletzte Bus etwas zu früh, der letzte aber zu spät abfuhr (im Abstand von 2,5h zwischen beiden). Doch die mittlerweile aufgezogenen vielen Wolken machten mich etwas unsicher, ob das Wetter für den langen Abstieg bis Bellinzona noch halten würde. Angesichts der teils steilen und etwas ruppigen Steige mit noch viel Laub darauf hätte es bei Regen hier sehr unangenehm werden können.

 

Aus diesem Grund wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen. Doch für den früheren Bus musste ich mich nun etwas sputen. Die eigentlich längst überfällige Verpflegungsrast musste drum erst einmal zurückstehen bis es auf einer Bank am oberen Ortsrand von Carena nur noch ein Katzensprung zum Bus war.

 

Ein sehr lohnender Gipfel und ein attraktive Tour im Grenzgebiet zwischen Tessin und Graubünden auf der einen Seite und Italien auf der anderen.

 

Und noch zwei kleine Nachträge:

 

Bereits einen Tag vor mir hatten sich froloccone, Poncione und ramingo ebenfalls den Bericht von paoloski als Vorlage genommen, die *Tour allerdings noch bis zur noch einiges anspruchsvolleren Toresella ausgedehnt.

 

Wie ich es eine Woche später vom Bahnhof von Giubiasco auf Grund der dunklen Wolken vermutet hatte, abends dann aber auf rsi.ch bestätigt fand, wütete auf der italienischen Seite des Passo San Jorio in diesen Tagen ein grosser Waldbrand - einige meiner Fotos von dort dürften demnach nicht mehr den letzten Stand dokumentieren.


Tourengänger: dulac


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Kommentare (4)


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Angelo & Ele hat gesagt:
Gesendet am 25. April 2017 um 23:15
Bravo Wolfgang!
Bella camminata e le tue foto lo testimoniano molto bene...

Cari saluti...

Angelo

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 25. April 2017 um 23:51
Mille grazie, caro Angelo!!!

e come mi sono accorto sottotitolando le foto, un ora più tardi e con un binoculare ancor una volta …...

vedi l'una e l'altra

distanza meno di 15 chilometri

Complimentoni per vostra escursione al Zeda in questa compania così simpatica!!!

Cari saluti
Wolfgang

igor hat gesagt:
Gesendet am 26. April 2017 um 11:54
Bel giro quelle montagne sono bellissime ciaooo

dulac Pro hat gesagt:
Gesendet am 27. April 2017 um 01:23
Grazie, caro Igor, concordo con te – sono veramente bellissime!
Ciao e buone montagne!
Wolfgang


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