Aiguille du Tour 1969


Publiziert von FJung , 17. April 2017 um 13:04.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:28 Juni 1969
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   F 
Aufstieg: 1196 m
Abstieg: 1196 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Martigny - Champex
Zufahrt zum Ankunftspunkt:gleich
Unterkunftmöglichkeiten:Champex - Cab. du Trient

Rolf schlug vor, zur Cabane du Trient zu gehen, weil wir aber bis zum Mittag (Samstag!) arbeiten mußten, kamen wir erst um 16 Uhr in Champex an, wo wir mit der Sesselbahn nach La Breya, 2188 m hoch, fuhren. Dann ging der Weg an einer Felswand entlang, wir kamen schnell vorwärts, und bald erreichten wir die kleine Cabane d'Orny (2691 m), wo auch der Glacier d'Orny begann. 
Rolf mahnte zur Eile, denn es war ja schon später Nachmittag, und er lief, daß sogar ich Mühe hatte, mit ihm Schritt zu halten. Links von uns war die Eiswand von Le Portalet, 3344 m, und nach einer Kehre sahen wir plötzlich wenig über uns die Hütte, wo wir es uns in den überfüllten Räumen bequem machten. In einer halben Stunde würde die Sonne untergehen, und schnell gingen wir auf die Pointe d'Orny, der gleich gleich hinter der Hütte erhebt. Über Felsbrocken erreichten wir den Gipfel, von wo wir auf das Plateau des Gletschers, auf den Montblacnd mit seinen Trabanten schauten, auf die Aiguilles Dorées mit seinem steilen Eiscouloir, auf die Aig. Chadonnet und Aig d'Argentière sowie auf der anderen Seite hinab ins bewaldete Val d'Arpette, während die Sonne in einem Feuermeer versank und der Himmel noch rot war, als wir wieder bei der Hütte waren.
In der Nacht soll ich furchtbar geschnarcht haben, und meine beiden Feunde haben nicht schlafen können, außerdem hatte Reinhard, der solche Höhe nicht gewöhnt war, Kopfschmerzen, so daß am nächsten Morgen Rolf und ich uns an die Reppschnur anseilten und das riesige Plateau du Trient überquerten. Wir schwitzten, obwohl es fast nicht bergauf ging bis zum Gipfelfuß. Hier mußten wir uns noch etwas anstrengen, und über leichten Felsen kamen wir zum Gipfel, von wo wir in die Gletscherabbrüche des Glacier du Trient, Glacier du Tour, auf die Drus, Aig. Verte, unter dessen Gipfel noch Ski gefahren wurde, und auf eisglitzernde Hänge des Montblanc schauten. Über uns wölbte sich das wolkenlose Firnament, wir waren froh, diesen herrlichen Augenblick genießen zu können.
Plötzlich sahen wir auf dem Plateau eine einsame Gestalt. Ohne Rucksack. War es Reinhard? Zum Rufen war er zu weit entfernt, also stiegen wir hinab, und tatsächlich kam Reinhard uns entgegen, dem die Kopfschmerzen vergangen waren, und dem ich vorschlug, daß wir noch einmal auf den Gipfel gingen. Er lehnte aber ab, und so gingen wir wieder zur Hütte zurück, wo wir in aller Ruhe uns diese grandiose Landschaft anschauten, bevor wir wieder gemächlich nach La Breya gingen, von wo wir wieder mit dem Sessellift hinab zum See von Champex und zum Auto fuhren.

Tourengänger: FJung


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