Frühling am Winterberg, Chüeplanggenstock SW-Flanke


Publiziert von danski , 10. April 2017 um 20:22.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:30 März 2017
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: SS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:Voralpkurve - Voralphütte - Flüestafel - Chüeplanggenstock SW-Flanke; Abfahrt dito

Rorspitzli - Fleckistock - Stucklistock, alle bereits 2 mal befahren, aber da fehlt doch noch einer! Ja genau, nämlich der mit dem in skifahrerischer Hinsicht wohl vielversprechendsten Namen, nämlich Winterberg. Dessen höchste Erhebung nennt sich Chüeplanggenstock 3208m, was hingegen dem Namen nach eher weniger als Skigipfel qualifiziert. Das ist aber ganz und gar zu kurz gegriffen!

Es ist nicht das erste Mal, dass wir unser Glück an diesem eher unbekannten Gipfel versuchen. Vor 2 Jahren standen wir am Einstieg zur 600m hohen SW-Flanke als Quellwolken der Sonne die Kraft stahlen und den Schnee in ein Waschbrett verwandelten. Solche Verhältnisse sind wirksame Spassbremsen und so sind wir unverrichteter Dinge wieder umgekehrt. Auf dem Rückweg ist mir dann prompt noch ein Bindungspin gebrochen. Im Steilgelände hätte das bös ins Auge gehen können. Doch nun Schwamm drüber, neues Spiel, neues Glück! Dank guten Beziehungen zu Barrierenschlüssel-Besitzern erhalten wir ab Abfrutt eine "Taxifahrt" bis zur Voralpkurve. Aber selbst von hier tragen wir die Skis noch gute 15 Minuten. Danach könnte man getrost auf Autopilot schalten, denn die Strecke bis zur Voralphütte ist eher monoton. Etwas unterhalb der Hütte erwischt uns die Sonne, was sich am Morgen immer positiv auf die Stimmung auswirkt. Auch der Blick hoch in die SW-Flanke des Chüeplanggenstocks schaut trotz allgemein dürftiger Schneelage vielversprechend aus. Bei der Voralphütte pausieren wir kurz und entschliessen uns, auf bootpack Modus umzustellen. Dieser sollte für die kommenden 1100 HM zur Konstanten werden, denn das Gelände ab der Hütte ist mit Ausnahme der Flüestafel alles andere als für "Chüe" geeignet. Gut durchgefroren präsentiert sich das Hüttencouloir und gibt einen Vorgeschmack auf die kommenden Höhemeter in der SW-Flanke. Rasch sind die 250 HM bis zur Flüestafel gegessen. Gemütlich marschieren wir über die spiegelglatte und tragende Schneedecke bis zum Einstieg des Couloirs, das man leicht verfehlen kann. Ich mache gleich weiter und steige durch den engen, gewundenen Schlauch rasch auf Frontzacken hoch. Das tut gut! Dann öffnet sich das Couloir in einen anständigen Hang, der nur kleinräumig von Lawinenschnee verunstaltet ist. Auf dem oberen Drittel verengt sich die Angelegenheit, während auch die Steilheit zunimmt. Im 45°-Gelände auf Frontzacken ohne Pickel sollte man sich schon wohl fühlen, sonst macht diese Tour keinen Spass. Die Sonne brennt bereits gnadenlos auf uns hinunter und die letzten 200 HM ziehen sich dann doch noch. Geschenkt gibts halt auch hier nichts, aber so soll es auch sein. Ca. 25 HM unter dem Gipfel wird der Schnee durch Blockgelände abgelöst. Einfach kraxeln wir auf den höchsten Punkt 3208m und erfreuen uns an diesem weiteren spannenden Gipfel. 

Die Sonne hat die Schneeoberfläche im oberen Teil bereits beim Aufstieg leicht angetaut. Der perfekte "Garpunkt" für die Abfahrt sollte also zu erwischen sein. Ich teste an und siehe da, es "schmiert" sich herrlich über den butterweichen Schnee. 45° werden dadurch zum Kinderspiel. Da die Flanke leicht konkav ist, kann man sich den Grad der Aufsulzung aussuchen. Rechterhand fährt es sich aber eindeutig am schönsten, da der Schnee dort kaum von Lawinenbollern verwüstet ist. Der Exit durch das Couloir ist hart, eng und etwas technisch, das aber bloss auf wenigen Metern. Über die weiten Hänge von Flüestafel ziehen wir einige grosse Kurven, bevor es abermals durch das kurze Hüttencouloir direkt auf die Sonnenterrasse der Voralphütte geht. Wir genehmigen uns eine kühle Erfrischung beim gesprächigen Hüttenwart. Ein schöner, stiller Flecken hier hinten. Wir schmieden Pläne für den Sommer und freuen uns schon jetzt auf den Sustenhorn-Ostgrat in einem Tag. Im Sand auf ca. 1540m ist Ende Schnee. Dieses Mal haben wir kein Taxi, aber mit soviel Endorphin im Blut merken wir kaum, wie wir auf der aperen Teerstrasse zügig Abfrutt erreichen, wo wir uns alle ein kühles Blondes genehmigen. Prost!

Tourengänger: danski


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Kommentare (1)


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chrismo77 hat gesagt: Gross Griessenhorn & Salbit
Gesendet am 19. April 2017 um 13:36
Es fehlen noch zwei Befahrungen...


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