Reissend Nollen 3003m - Wendensattel 2774m


Publiziert von Bergamotte Pro , 10. April 2017 um 11:52.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum: 9 April 2017
Ski Schwierigkeit: S
Wegpunkte:
Geo-Tags: Titlis und Wendenstockgruppe   CH-BE   CH-OW 
Zeitbedarf: 2:15
Aufstieg: 790 m
Abstieg: 1350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ab Engelberg über vier Lifte zum Jochstock (Tourenticket: 46.- + Depot)
Kartennummer:255S (R. 460, 461)

Weil im Skigebiet Titlis gelegen, erreicht man den Reissend Nollen trotz seiner stattlichen Höhe mit einem bescheidenen Aufstieg von nicht mal 500 Höhenmetern. Trotzdem handelt es sich keineswegs um eine Einsteigertour, denn die Hänge sind durchgehend sehr steil und stellenweise ausgesetzt. Absolut sichere Verhältnisse sind zwingend. Aufgrund der Kürze der Tour wird der Gipfel häufig mit dem benachbarten und deutlich einfacheren Wendensattel kombiniert. Zum Abschluss belohnt dann die lange Abfahrt runter zur Engstlenalp.

Ich hatte mich auf einen mühseligen Bähnlimarathon eingestellt und war deshalb positiv überrascht, dreissig Minuten nach Abfahrt in Engelberg bereits von der Bergstation loslaufen zu können. Die Route wurde am Vortag vorbildlich angespurt. Auch sonst gestaltet sich die Orientierung bei guter Sicht offensichtlich, ist der Gipfelgrat doch bereits von unten einsehbar. Den kecken Jochstock, direkt hinter der Bergstation gelegen, umgeht man auf dessen Ostseite, um dann in einem Schlenker nach Westen den Gletscher zu erreichen. Diesen überquert man an beliebiger Stelle, wobei die Ostseite weniger steil ist.

Durch eine kurze Querung nach Osten gelangt man in den oberen, deutlich steileren Gletscherteil. Dieser wird oben durch ein kleines Felsband begrenzt. In der Abfahrt wird dieses manchmal abgerutscht. Auch heute lag eine einzelne Spur drin. Die Normalroute hingegen umgeht das Band durch eine weitere, ausgesetzte Querung nach Osten. Dann steht man bereits in der kleinen Gipfelflanke und erreicht wenige Minuten später das Skidepot beim Gipfelgrat. Diesem folgt man zu Fuss westwärts, etwas luftig, aber unschwierig bis zum Reissend Nollen (3003m). Am Grat unbedingt auf die schlecht einsehbaren Wechten achten! Es empfiehlt sich, zur Sicherheit Pickel und Steigeisen einzupacken. Das nicht nur für den Grat, sondern vor allem für die Steilhänge weiter unten, welche bei Hartschnee sehr heikel werden.

Eigentlich wollte ich vom Gipfel direkt abfahren. Doch das sah heute wenig prickelnd aus und ich liess es bleiben. Der Gletscher war dann ganz nett zu fahren: Pulver mit einem schwachen Deckel drauf. Die beiden Einträge auf der Konkurrenzplattform, welche von "ausgezeichneten" Verhältnissen sprechen, kann ich so nicht nachvollziehen. Aber die dort weit verbreitete Lobhudelei ist ein anderes Thema...

Am unteren Ende des Gletschers - bereits in Griffweite zum Ausgangspunkt - felle ich wieder an. Von der Bergstation ergiesst sich ein permanenter Nachschub von Türlern, welche wie nun ich zum Wendensattel hochsteigen. Angesichts von gerademal 250 Höhenmetern ist das keine klassische Skitour mehr, sondern eher Variantenabfahrt. Und so fühlt es sich auch an: Man wird nicht gegrüsst, aber darf dafür beinahe-Herzinfarkte, Ausrüstungskuriosa und witzige Aufstiegstechniken beobachten... Das Ziel ist meist nicht der Wendensattel (nicht kotiert, ca. 2774m) selber, sondern die höchste Kuppe im kurzen Verbindungsgrat. Ich hingegen mache es mir im Sattel gemütlich, wo ich den Trubel aus der Distanz beobachten kann. Wie auch vom Reissend Nollen geniesst man hier übrigens einen herrlichen Blick ins Sustengebiet.

Die Abfahrt runter zur Engstlenalp gibt heute durchaus was her. Im oberen Bereich liegt wiederum ein feiner Deckel, aber der stört nicht weiter. Vereinzelt erwische ich gar noch Pulvernester, vor allem im schönen Hang westlich der Kuppe P. 2517. Das ist nicht mehr die offizielle Route, wird aber regelmässig gefahren. Ab 2200m bis zum Ziel auf 1900m finde ich dann schöne Sulzverhältnisse vor. Der Sessellift bringt mich zurück zum Jochpass, wo mittlerweile ganz schön was los ist an diesem prächtigen Sonntag. Nach der Schlussabfahrt über die matschige Piste zum Trüebsee gondle ich entspannt zurück nach Engelberg.


Zeiten
1:10  Reissend Nollen
0:40  Wendensattel
0:30  Engstlenalp

Tourengänger: Bergamotte

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