exzellente Tage am Wildhorn 2|3: perfekte Verhältnisse am Wildhorn


Publiziert von Felix Pro , 16. März 2017 um 20:56. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Simmental
Tour Datum:11 März 2017
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Ski Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Strecke:Wildhornhütte - P. 2473 - (P. 2676) - Chilchligletscher - (P. 2815) - Glacier de Téné - Glacier du Wildhorn - Wildhorn > Wildhornhütte
Unterkunftmöglichkeiten:Wildhornhütte
Kartennummer:1266 - Lenk, 1286 - St-Léonard, 263 S - Wildstrubel, 273 S - Montana

Nach einer Nacht - im erst sehr kalten Lager Schnidehore - machen wir uns im Morgengrauen bei klarem Himmel ab der Wildhornhütte auf zum Gipfeltag; ein lange gehegter Wunsch meinerseits kann heute bei besten Wetterbedingungen realisiert werden!

 

Im Schatten noch des Schnidehores laufen wir los, zu Beginn erst flach, dann jedoch steilt es doch bedeutsam an, um auf die Krete der Seitenmoräne und deren P. 2473 zu gelangen - stets auf leichtem Pulverschnee und darunter harter Unterlage uns bewegend. Doch überraschend stark geneigt erweisen sich alsdann deren Flanken; beinahe wie auf Messers Schneide bewegen wir uns flacher darüber hinweg - bald einmal die hübschen Wechtenzäckchen durchschreitend und einen gefälligen Blick zum Hahneschritthore (dieses bereits von der Sonne angestrahlt) gewinnend.

Noch einmal steiler führt die vorhandene Spur zur Schlüsselstelle hinauf: bei vereisten Verhältnissen stellte der Gang unter dem Chilchli hindurch eine grössere Herausforderung dar. Heute jedoch herrschen gute (Tritt)-Verhältnisse, so dass wir diese Passage - von doch beträchtlicher Abschüssigkeit zum ehemaligen Ausläufer des Chilchligletscher hinunter - mit der entsprechenden Trittsicherheit und Konzentration unproblematisch hinter uns bringen. Nach wenigen Augenblicken treten wir definitiv an die Sonne heraus: der Übergang Tungelgletscher offenbart uns nun eine traumhaft schöne Winter-Gletscher-Landschaft!

 

Tatsächlich betreten wir nun den Chilchligletscher (der Tungelgletscher schliesst sich erst weiter oben an …), bereits ist weit vor uns der nächste Übergang erkennbar; erst jedoch geniessen wir die weitläufige, eher sanft geneigte Gletscherwelt, die Sicht zum noch weiter hinten aufragenden NE-Gipfel des Wildhorns, auf einer kaum zu überbietenden, perfekten, Schneeunterlage.

In einem langgezogenen Bogen weisen uns die Spuren - der grossen Gruppe von Schneeschuhgängern des SAC Uto sei Dank - zum nächsthöheren Gletscher hinauf. Schlichtwegs ergreifend ist hier das Gletscherwandern, am Felsriegel, P. 2875, vorbei, und unter demjenigen mit P. 2915 hindurch, zum Übergang Glacier de Téné.

Hier eröffnet sich erstmals das Panorama gegen Süden: auf der Kantonsgrenze VS-BE sind nun - zwar im diesigen Licht, und somit nur wenig deutlich erkennbar - die höchsten Gipfel des Wallis, das Bietschhorn sowie der Mont Blanc erkennbar; dieses Pano bleibt uns nun bis zum Gipfelziel (und wieder bis hierhin zurück) erhalten.

 

Weit, sehr weit, erscheint uns von hier unser Gipfelziel; das höhere der beiden Wildhörner kaum auszumachen, ist doch auch der Glacier de Téné über weite Strecken nur moderat ansteigend - und weist eine erfreulich angenehme Breite auf. In der Hoffung auf eine etwas weniger windige Stelle verweilen wir kurz nach dem Übergang auf einem aus dem Gletscher heraus ragenden kleinen Felsen für eine Stärkung, bevor wir uns zum „Gipfelsturm“ aufmachen.

Länger zieht sich der Gang angenehm hin; erst die abschliessende Passage wird steil - derart, dass ich mich bereits frage, wie ich denn da wieder hinunterkomme … Nun denn, auf guter Spur, (und nun vor Ort) präsentiert sich jene als gut machbar - nur, dass ich hier doch die (in diesem Jahr) ungewohnte Höhe zu spüren bekomme; ich muss hier stärker verlangsamen auf den seit dem  Kilimanjaro / Kibo - Uhuru Peak bekannten „Prozessionsgang umschalten …

Der Gipfel will nur langsam näherkommen, doch nach einem letzten Aufschwung ist die exzellente Aussichtswarte (höchster Gipfel der westlichen Berner Alpen) erreicht - nebst dem bekannten Panorama ist nun auch der Blick über die elegante Gratschneide zum  Arpelistock, und weiter zum  Oldehore und zum höchsten Gipfel der Waadtländer Berge,  Sommet des Diablerets, der Tiefblick zur  Geltenhütte, sowie der Ausblick zu den Freiburger Gipfeln und zum Jura ein fantastischer - Wildhorn, „geschafft“, ein Bijou!

 

Zu windig ist’s jedoch für einen längeren Aufenthalt, so lassen wir uns für eine knappe Stunde auf dem wenige Meter tiefer liegenden Plateau nieder für unsere Mittagsrast - und entgehen damit auch dem Landeanflug des Helis, welcher (heute mehrmals) „Pistenfahrer“ zum Gipfel hoch fliegt …

Während unserer beglückenden Rast können wir auf dem benachbarten Gipfel auch die Besucher auf dem NE-Gipfel erkennen; die uns seit gestern Abend bekannten Sinja + Martin, Stephi + Lukas, und Ursula und Martin haben dieses Ziel auserkoren …

Wie wir uns auf den Abstieg machen (auch er in der anfänglichen Steilstufe problemlos zu bewältigen) erreichen eben die Insassen einer auf der tiefer liegenden Ebene gelandeten Maschine den Gipfelbereich.

Auf demselben Weg fahren resp. stapfen wir über den Glacier du Wildhorn und Glacier de Téné hinab zum Übergang Glacier de Téné; für eine weitere Pause scheint’s uns hier auch wieder zu windig, so dass wir unterhalb des Felsriegels, P. 2915, noch vor dem weiten Kessel des Chilchligletschers, einen letzten Halt einlegen.

 

Anlässlich der Weiterfahrt über den anfänglich stärker geneigten Gletscher kann die Skifahrerin nochmals - wie bereits auf der oberen Strecke - schwärmen von den Bedingungen: „absoluti Crème“ J, und auch ich geniesse den Abstieg zum Übergang Tungelgletscher aufs Vorzüglichste.

Danach ist auch die zeitweise heikle Passage unter dem Chilchli hindurch wieder mühelos (doch aufmerksam) zu begehen, bevor wir den Schlussteil in Angriff nehmen:

 

Während Ursula die direkte Abfahrt via Steilhang wählt, schreite ich ab bis zur Seitenmoräne und etwas weiter als P. 2473, von wo aus auch ich die direkte Variante via Seitenmoränenhang wähle - innert Kürze finden wir uns wieder bei der Wildhornhütte ein, wo wir, so früh es noch ist, eine Suppe mit Wurst (und ein grosses Bier) bestellen.

Dem zweiten Nachtessen auf der Hütte (mit feinem Stocki und leckerem Voressen) lassen wir eine etwas längere Nacht folgen; gab es doch gestern noch einigen Wein und Gläser Grappa zu „bewältigen“ … nicht ohne jedoch den beinahe vollen Mond über der Hütte noch bestaunt zu haben.

2 h 20 min bis Gipfel (ohne Pause)

1 h 5 min bis Hütte (ohne Pause)

22 


Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (2)


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Stevo47 Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. März 2017 um 14:11
Hoi Felix,
die perfekter Tour bei perfekten Bedingungen - wie immer von dir perfekt und mitreissend beschrieben. Nur die Heli's braucht's da wirklich nicht. So, jetzt muss ich los...auf's Wildhorn. Bis bald und viele Grüsse, Steve

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. März 2017 um 18:58
herzlichen Dank für die "Würdigung"!

also los - und viel Spass :-)

lg Felix


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