Maiwand (1135 m) & Co - flotter Dreier über dem Inntal


Published by Nic , 12 March 2017, 19h21.

Region: World » Germany » Alpen » Bayrische Voralpen
Date of the hike:11 March 2017
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 6:00
Height gain: 1000 m 3280 ft.
Height loss: 1000 m 3280 ft.
Access to start point:In Flintsbach am Wegweiser "Hohe Asten" rechts abbiegen und der Straße zum großen Wanderparkplatz folgen.
Maps:Kompass-Karte Nr. 8

Die Maiwand im Riesenkopfgebiet oberhalb von Flintsbach am Inn gehört zu den eher weniger bekannten Gipfeln in den Bayrischen Voralpen und erhält meist nur von Einheimischen Besuch. Dieses Schattendasein hat allerdings seine Gründe. Die kleine Maiwand macht es seinen Besuchern nicht gerade einfach. Selbst auf dem Normalweg, mit Umgehung der oft zitierten Kletterstelle, braucht es schon etwas Bergerfahrung und eine gute Portion Trittsicherheit. Der kecke Felsen lässt sich für geübte Bergsteiger gut in eine Rundtour mit dem großen Riesenkopf einbauen und bildet sozusagen das alpinistische Highlight der Tour. Wer noch nicht genug hat, wählt im Anschluss den nicht ganz anspruchslosen Abstieg durch den sogenannten Maigraben. Ein wilder "Weg" für Freunde ausgesetzter Wurzel- und Schrofenkraxelei, bei dem der Nervenkitzel zumindest im oberen Bereich nicht zu kurz kommt. Alles in allem handelt es sich bei der Maiwand um ein feines Schmankerl, das allen die sich in derartigen Gelände wohlfühlen, uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Vom Parkplatz folgt man zunächst dem breitem Forstweg in Richtung Hohe Asten. Nach wenigen Minuten zweigt rechts ein Steig ab, der als Abkürzung benutzt werden kann. Relativ schnell gelangt man hinauf zu einer großen Lichtung mit Bauernhof. Der sogenannte "Bauer am Berg". Man hat nun die Wahl. Entweder weiter der Forststraße zu folgen, oder aber einen teils rot markierten Steig zu benutzen, der genau zwischen den zwei Gebäuden des Bauernhofs beginnt. Ich wähle den Steig und gelange durch den Wald in Serpentinen rasch hinauf zu einer Wiese unterhalb der Hohen Asten. Noch vor dem Gasthaus verlasse ich jedoch den Weg und steige leicht rechts haltend über einen Grashang hinauf zur Kammhöhe. Der Weiterweg ist nun offensichtlich. Einfach am Kamm entlang bis zu einem kleinen Waldstück und durch dieses hindurch in wenigen Minuten zum aussichtsreichen Rehleitenkopf mit Kreuz und GB.

Der Steig hinab in den Sattel vor dem Großen Riesenkopf beginnt etwas unterhalb der Grathöhe und ist anfangs schlecht zu erkennen. Im weiteren Verlauf werden die Spuren aber immer deutlicher und leiten zuverlässig hinab zu einem Karrenweg, dem man rechts zu einer großen Wiese vor dem Riesenkopf folgt. Am Waldrand erkennt man schon von weitem einen Übersteig, hinter dem ein Pfad beginnt, der hinauf zum bekreuzeten Gipfel führt. Die Aussicht ist etwas schlechter als am Rehleitenkopf, dafür hat man einen schönen Blick ins Voralpenland und auf den gegenüberliegenden Wendelstein.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter in Richtung Maiwand. Hierfür folgt man dem Gratverlauf nach Osten hinab bis zu einer Verzweigung. An einem Schild mit der Warnung "Lebensgefahr! Nur für geübte Bergsteiger.", beginnt nun der anspruchsvollste Teil der heutigen Tour. Zunächst noch harmlos, wird das Gelände schnell stotziger. Eine erste leicht abschüssige Steilstufe gilt es hinabzusteigen. Bereits hier ist Trittsicherheit zwingend erforderlich. Nach einer kurzen Querung (Steinmänner) gelangt man zu einer schmalen Wiesenkuppe vor dem eigentlichen Gipfel. Nun entweder direkt oben drüber und den folgenden Gratzacken luftig umgehen und anschließend über plattigen Fels abklettern (III-) , oder aber (meine Variante) die Stelle schon etwas vorher leicht absteigend umgehen, um anschließend über steiles Gras- und Schrofengelände (Trittspuren) wieder die Grathöhe zu erreichen. Auf den letzten Metern treffen beide "Wege" wieder zusammen und man gelangt in kurzer Zeit hinauf zum Gipfel mit Kreuz und GB. Die Aussicht ist für einen solchen Winzling wirklich großartig. Neben schönen Ausblicken ins Kaisergebirge und auf das gegenüberliegende Heubergmassiv, beeindrucken vor allem die Tiefblicke ins Inntal.

Für den Abstieg wähle ich die überwiegend weglose Variante durch den Maigraben. Dieser Abstieg hat es in sich und sollte daher nur von wirklich geübten Leuten unternommen werden! Zunächst steigt man wieder hinab bis zur tiefsten Stelle der Umgehehung. Nun auf anfangs schlecht zu erkennenden Steigspuren einige Meter hinab, bis die Spuren deutlicher werden und über einige Bäume hinweg in einen steilen Schrofenhang leiten. Es gilt nun den Hang in meist einfacher aber überwiegend sehr exponierter Kraxelei nach unten zu queren (T4-T5 und I). Zur Erleichterung wurde ein Kletterseil angebracht, welchem man aber keinesfalls blind vertrauen sollte. Ein Ausrutscher auf den wohl meist schmierigen Erdtritten hätte fatale folgen und sollte dringend vermieden werden!

Hat man diese durchaus ernste Passage gemeistert, ist das schwierigste geschaft. Der weitere Abstieg erfolgt von nun an komplett weglos, immer links des Bachlaufs, durch steilen Bergwald hinab zu einem alten Karrenweg. Diesem folgend, bis zur Einmündung in die Forstraße zur Hohen Asten, wo sich die Runde wieder schließt.

Anmerkungen:

Die Tour wurde von Chiemgauer  in fast identischer Weise unternommen und *hier bereits ausführlich beschrieben


Schwierigkeiten:

Rehleitenkopf T2
Großer Riesenkopf T2
Abstecher zur Maiwand über Normalweg T4 I
Abstieg via Maigraben T5- I


Fazit:


Wunderschöne und abwechslungsreiche Voralpenrunde hoch über dem Inntal. Der Abstecher zur Maiwand sollte nur von bereits erfahrenem Wanderpublikum in Erwägung gezogen werden. Es gab schon einige tödliche Unfälle! Der Abstieg durch den Maigraben ist im oberen Bereich stark ausgesetzt und erfordert unbeding Erfahrung in so einem Gelände! Das vorhandene Fixseil wirkt nicht besonderes vertrauenserweckend und leistet daher kaum Hilfestellung.

Hike partners: Nic


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