Strindenschartenkopf (1937m) und Litnisschrofen (2068m) Nordrinnen - Wo wollen die denn hin ??


Publiziert von Andy84 Pro , 9. März 2017 um 20:49. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:25 Februar 2017
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Kartennummer:AV BY 5 Tannheimer Berge - Köllenspitze, Gaishorn

Der lange Kamm zwischen Neunerköpfle und Landsberger Hütte trägt einige schöne Gipfel, die Sulzspitze ist hierbei der Bekannteste. Tümmeln sich im Sommer die Wanderer an diesem schönen Aussichtsgipfel, so sind es im Winter die Skitourengeher.
Und das obwohl die Sulzspitze nicht gerade ein Parade-Skitourengipfel ist. Langer Talhatscher und kurzer südostseitiger Gipfelhang mit oftmals schlechtem Schnee.


Trotzdem sind wir heute vom Parkplatz am Haldensee ins Strindenbachtal gestartet, die genaue Route und Gipfel wollten wir den Gegebenheiten anpassen, an Auswahl hapert es hier sicherlich nicht.
Kurz unterhalb der Edenbachalpe entscheiden wir uns den Litnisschrofen mit seiner schönen Nordrinne links liegen zu lassen, wir wollen zunächst Richtung Sulzspitze schauen und evtl. weiter bis zur Landsberger Hütte gehen.
Beim Aufstieg zur Strindenscharte fallen uns dann jedoch die beiden tollen Nordrinnen des Strindenschartenkopfes auf. Das Besondere daran, sie sind noch komplett unbefahren. Während alle auf die Sulzspitze springen lassen sie diese schöne Abfahrt unbeachtet links liegen.
Uns soll es recht sein.
Von der Strindenscharte zweigen wir links ab und steigen unter den ungläubigen Blicken der Sulzspitzjünger auf den Strindenschartenkopf auf. Dieser ist einfach und schnell zu erreichen, während wir an der Rinneneinfahrt warten spurt Andi noch schnell zum höchsten Punkt.
Für die Abfahrt teilen wir uns auf die beiden Rinnen auf damit auch jeder sein Powdervergnügen bekommt.
Die Rinnen selbst sind gut zu fahren, in der Einfahrt um die 38° steil, steiler wirds nicht. Bei ca. 25cm frischem Pulver ein reines Vergnügen.
Den geplanten Weiterweg zur Landsberger Hütte haben wir bereits auf dem Stindenschartenkopf verworfen, vielmehr ist unser nächstes Ziel der Litnisschrofen. Dazu fellen wir auf ca. 1700m wieder auf und steigen in moderater Steigung zum Verbindungsgrat Strindenschartenkopf-Litnisschrofen auf.
Am Grat entlang geht es mit wunderbaren Ausblicken auf die Leilachspitze und in die Lechtaler Alpen dem Litnisschrofen entgegen.
Kurzzeitig  kommen die Ski auch an den Rucksack, die meiste Zeit ist es jedoch schönstes Skiwandern.
Der kurze Gipfelhang des Litnisschrofen ist bereits komplett verfahren, die Ski bleiben am Skidepot zurück und es geht zu Fuß zum Gipfel, den wir komplett für uns alleine haben.
Der direkte Übergang nach Norden zur Einfahrt in die Nordrinne ist bereits gespurt, da wir die Ski jedoch im Depot zurückgelassen haben nehmen wir die kleine Umgehung in Kauf und steigen die steile Südrinne zur Einfahrt hinauf.
Leider ist die Nordrinne ebenfalls schon recht verfahren, diese ist schon lange kein Geheimtipp mehr.
Die Rinne ist sehr breit und nicht nicht besonders steil, im unteren Bereich weitet sich das Gelände und man hat noch kurz Platz für eigene Spuren.
Über den Sommerweg geht es zurück Richtung Edenbachalpe, 2-3 kurze schöne Hänge warten hier noch auf ein paar Schwünge.
Die restliche Abfahrt erfolgt auf dem breiten Fahrweg hinunter zum Parkplatz am Haldensee.

Fazit:

Eine schöne Individualistenrunde in einem sehr überlaufenen Gebiet. Der Strindenschartenkopf mit den beiden Nordrinnen ist die deutlich lohnendere Variante zur Sulzspitze, bzw. kann auch gut mit nur kurzem Wiederaufstieg an diese rangehängt werden.
Der Übergang zum Litnisschrofen bietet wunderbare Aussichten in garantierter Einsamkeit. Um in der Litnisschrofen Nordrinne frischen unverfahrenen Pulver für sich zu beanspruchen muss man mittlerweile leider sehr früh dran sein.

Tourengänger: Yeti69, Andy84, frehel, Kommunist


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Kommentare (2)


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simba hat gesagt: Den Umweg hab wohl ich verschuldet...;)
Gesendet am 10. März 2017 um 07:43
Servus,
falls es mein Hinweis war, dass man vom Gipfel nur schwierig direkt zur Rinneneinfahrt komme (?!) - ich bereue es zutiefst und entschuldige mich für die Zusatzhöhenmeter ;)
Dafür habt ihr die Nordrinnen am Strindenschartenkopf echt gut erwischt :) Die waren an unserem Tag Ende Januar auch schon gut verfahren.
Beste Grüße
Si

Andy84 Pro hat gesagt: RE:Den Umweg hab wohl ich verschuldet...;)
Gesendet am 10. März 2017 um 09:51
Grias di,

dich trifft kein Schuld ;-)
Und ein bisschen Schneewühlen die Südrinne hoch hat ja auch was, da freut man sich dann erst recht auf die Abfahrt.
Wir waren echt erstaunt das die schönen Rinnen komplett links liegen gelassen wurden. Nicht das wir uns jetzt beschweren würden.
VG Andy


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