Wissgandstöckli 2488m ab Weissenberge


Publiziert von Bergamotte Pro , 22. Februar 2017 um 17:05.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 Februar 2017
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1825 m
Abstieg: 2230 m
Kartennummer:237S, 247S (R. 504, 506a)

Wer das Wissgandstöckli besteigt, hat es vor allem auf die lange Abfahrt nach Westen abgesehen. Am effizientesten erreicht man den recht abgelegenen Gipfel ab dem Maschgenkamm durchs Spitzmeilengebiet. Weit und mit viel Flachlauf verbunden sind hingegen die Zustiege durch das Chrauchtal, das Weisstannental oder das Schilstal. Eine interessante Variante hierzu bildet der Start ab Weissenberge mit Aufstieg zum Südfuss des Fuggstocks und anschliessender Abfahrt ins Chrauchtal. Das kostet zwar 200 Höhenmeter extra, man erspart sich aber den drögen, flachen Gwaggel ab Matt taleinwärts.

Über Nacht sind 30cm Neuschnee gefallen. Aber als wir bei der Bergstation auf den Weissenbergen loslaufen, mag kein Wölklein mehr den Himmel trüben - der Traum jedes Tourenfahrers! Einzige Kehrseite der Medaille: die verschärfte Lawinensituation. So verwerfen wir schliesslich den ursprünglich geplanten Foostock und weichen auf ein gutmütigeres Ziel weiter oben im Chrauchtal aus: das Wissgandstöckli. Ruedi gibt ab Start Vollgas und bald ist die Spurtruppe überholt. Manch einer in der Gruppe (inklusive mir) dürfte erleichtert sein, dass nun ein Gang runtergeschaltet wird. Ohnehin bleibt man auf den Weissenbergen gerne stehen und schaut zurück: Der Ausblick nach Westen auf Glärnisch, Gandstöck, Chärpf und Hausstock ist bei diesem Wetter schlicht traumhaft.

Auf der Scheberegg (ca. 2010m), am Südfuss des Fuggstocks gelegen (der sich seit neustem wieder Fuggenstock nennt), pausieren wir kurz. Man hat von hier übrigens einen guten Blick in die heikle Querung zur Hirzegg, welche es beim Nordaufstieg zum Foostock zu absolvieren gilt. Ein anderes Mal. Nun folgen knapp 600Hm Abfahrt durch herrlichen Neuschnee, nur der Harschdeckel darunter stört etwas. Unten im idyllischen Chrauchtal, bei den Vorder Winggelhütten (1432m), fellen wir wieder an und setzen zum zweiten Aufstieg an. Wobei, zuerst folgt etwas Flachlauf vorbei an der Winggelhütte, bevor's durch eine Waldschneise zum Glattboden hochgeht. In idealer Steigung spuren Andi und Ruedi Richtung Märenegg hoch. Die Querung unmittelbar davor markiert die einzige Schlüsselstelle dieser Tour (kurz >30°, zudem im Auslauf von >35° Hängen).

Auf der Märenegg scheint der Gipfel bereits zum Greifen nah, doch es verbleiben weitere 300 Höhenmeter. Kurz davor treffen wir auf die Spur aus dem Spitzmeilengebiet und folgen ihr bis aufs Wissgandstöckli (2488m). Dank seiner Höhe und isolierten Lage bietet es ein formidables 360°-Panorama: Im Süden die 3000er Grenzgipfel (Ringelspitz, Sardona, Vorab, Hausstock etc), im Osten das Weisstannental mit Oxni, Hochfinsler, Rotrüfner, im Norden Spitzmeilen und Magerrain vor den Churfirsten, im Westen Fugg- und Gulderstock. An diesem herrlichen Tag könnte man hier oben glatt zwei Stunden vertrödeln.

Doch es lockt die Abfahrt. Und diese lässt bis 1800m keinerlei Wünsche offen - für mich skifahrerisch der Höhepunkt dieser bisher recht lausigen Saison. Darunter wird's - wegen dem Harschdeckel - wieder holprig. Die lange Passage talauswärts (7km) bis nach Matt (850m) ist streckenweise mit rechter Stöckelei verbunden, vor allem mit meinen lädierten Skiern. Dar ob bin ich so genervt, dass ich auf das Schlussbier verzichte und stattdessen die "Bremser" direkt in den Service einliefere. Ansonsten eine schlichtweg geniale Tour!


Tour mit SAC Uto

Zeiten
1:45  Scheberegg
3:15  Wissgandstöckli
1:00  Matt

Tourengänger: Bergamotte

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