Lärchspitze (2393m) - Einsamer Jahresausklang im Westen der Lechtaler Alpen


Publiziert von Andy84 Pro , 10. März 2017 um 11:34. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Tour Datum:29 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Strecke:ca. 20km
Kartennummer:AV 3/2 Lechtaler Alpen - Arlberggebiet

2016 war ein gutes Jahr mit tollen Gipfeln und Touren. An diesem spätherbstlichen Tag mitten im Winter unternahmen wir nochmal eine schöne Pilgerreise ohne technische Schwierigkeiten mit einer tollen Stimmung - genau richtig, um das Jahr gebührend ausklingen zu lassen.
Die Lärchspitze gehört zu den wirklich einfachen (aber weglosen) Gipfeln im Lechtal, nur der Zustieg kann sich gefühlt etwas in die Länge ziehen. Allerdings muss man, wenn man über das Bockbachtal oder das Krabachtal im Spätherbst zusteigen will beachten, dass die Bäche, die die Wege queren, meist schon zu kleinen Eisfällen gefroren sind. Dann kann es passieren, dass einem der Weg durch einen nur wenige Meter breiten, aber unpassierbaren Eisfluss versperrt wird, den man kaum umgehen kann. Daher kann es auf der sonst einfachen Bergtour um diese Jahreszeit sinnvoll sein, Steigeisen mitzunehmen.


Wir starten die Tour an der Lechtalstraße oberhalb von Prenten am Parkplatz Bockbach, um von dort aus ins Bockbachtal zu kommen. Bis zur Vorderbockbachalpe folgen wir einfach der Teerstraße und steigen dann immer in schwacher, aber kontinuerlicher Steigung bis zur Hinterbockbachalpe (1846 m) auf einem Fahrweg auf. Zwischen der Vorderbockbachalpe und der Hinterbockbachalpe gilt es, ein paar der angesprochenen Eisfälle zu queren. Wir kommen heute an 1 - 2 heiklen Stellen im Bockbachtal gerade noch ohne Steigeisen aus. Irgendwo bei der schön gelegenen Hinterbockbachalpe steigt man dann weglos östlich in Richtung Jöchle auf. Das Gelände ist harmlos, ohne Absturzgefahr und lässt viele Möglichkeiten zu. Der geringmächtige Schnee ist dort heute aber unerwartet hart zusammengefroren. An manchen Stellen kann man keine Tritte schlagen und so kostet uns das Ganze etwas mehr Zeit und Anstrengung als unter sommerlichen Bedingungen.

Ab dem Jöchle hat man dann eine super Blick auf den gesamten Schmalzgrubenkamm, wo sich einige (wegen ihrer Brüchigkeit und Abgeschiedenheit) kaum je besuchte, aber doch elegante Gipfel befinden.
Vom Jöchle muss man nur noch dem flach bis mäßig ansteigenden Rücken in Richtung Norden zum Gipfel der Lärchspitze folgen und dabei einen kleinen Vorgipfel überwinden. Vom Gipfel hat man dann einen tollen Blick ins Lechtal und die umliegenden Berge des Allgäuer Hauptkamms, der Peischelgruppe und die oberen Lechtaler. Nicht selten trifft man im Gipfelbereich auch ein Rudel Steinböcke an.

Wir haben vom Gipfel aus überlegt, ab dem Jöchle über das Krabachtal zurück zum Ausgangspunkt zu kommen. Dann hätte sich eine schöne Runde ergeben. Was unter sommerlichen Bedingungen problemlos möglich wäre, hätte heute aber wegen der vereisten Wasserfälle über den Fahrweg in einer Sackgasse enden können - vom Gipfel war bereits ein möglicherweise heikler Eisfall mit Absturzgefahr im Krabachtal über dem Fahrweg zu sehen. Im Krabachtal ist das Problem mit den Eisfällen über den Fahrwegen mindestens genauso ausgeprägt wie im Bockbachtal. Normalerweise sind beide Täler im Winter wegen der sehr steilen Wiesen oft lawinengefährdet, aber heute lag so wenig Schnee, das keine Lawinengefahr gegeben war.

Der Gipfel wird zur Wandersaison wohl relativ selten bestiegen, da er etwas abgelegen liegt und kein alpinistischen Herausforderungen (außer der Gehstrecke) zu bewältigen sind. Die Orientierung ist für den mit weglosem Gelände vertrauten Bergsteiger einfach. Der landschaftliche Eindruck war wie immer eine Reise wert.
Im Winter zur Skitourenzeit herrscht dort etwas mehr Traffic, denn für Skitouren - Variantenfahrern ist das Gebiet über die Lifte von Zürs aus leicht zu erreichen und bietet oft guten Schnee.

Fazit:
Eine wirklich entspannte Nachmittagstour - genau richtig, um das Jahr bei Kaiserwetter ausklingen zu lassen. Unter sommerlichen Bedingungen ca. T2, heute ca. T4.

Tourengänger: Andy84, Kommunist


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Kommentare (2)


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sven86 hat gesagt:
Gesendet am 10. März 2017 um 12:41
Eine lässige Geniessertour habt Ihr da gemacht, hatte mir auch sehr gut gefallen dort. Überhaupt eine wie ich finde interessante und auch ziemlich einsame Gegend dort.

Andy84 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. März 2017 um 13:07
Hi Sven,
dank dir. Ist wirklich klasse dort. War vorallem eine Tour zum auskundschaften der umliegenden Gipfel. Dafür bietet sich die Lärchspitze perfekt an, zumal sie sich auch nur etwas umständlich mit anderen Gipfeln verbinden lässt.


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