Piz Surparé 3078 m - Für einmal mit Schneeschuhen


Publiziert von Ivo66 Pro , 24. Dezember 2016 um 19:28.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:24 Dezember 2016
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:15
Strecke:Bivio - Radons - P. 2586 m - Piz Surparé
Kartennummer:1:25'000 Bivio / S 1:50'000 Julierpass

Der Piz Surparé ist vor allem bekannt als attraktiver Skiberg zwischen dem Oberhalbstein und dem Avers. Mittlerweile hat er sich bei uns zu einem Ganzjahresziel entwickelt; zu allen Jahreszeiten kann man diesem tollen Aussichtsberg einen Besuch abstatten. Auf dem Normalzustieg von Bivio aus wird man zudem auch im Winter von der Sonne verwöhnt. 

Aufgrund der aktuellen Verhältnisse im Oberhalbstein sind die Schneeschuhe zur Zeit unabdingbare Wintersportgeräte. An Skitouren ist bis auf weiteres kaum zu denken; der wenige Schnee beschränkt sich auf Mulden, ist aber auch dort oft windgepresst und wenig einladend für tolle Abfahrten. Für alpine Wanderungen ist die Schneedecke dann doch meistens wieder störend, da die Verhältnisse praktisch von Meter zu Meter wechseln; manchmal würde man bis zu den Hüften einsinken, manchmal trägt die Schneedecke aber wieder für ein paar Schritte. Die vielen aperen Stellen tun auch den Schneeschuhen kaum weh, wenn man sich etwas umsichtig bewegt.  

Kurz nach 10.00 Uhr starteten wir den langen Aufstieg und waren bald an der Sonne unterwegs, nachdem sich die letzten Restwolken verzogen hatten. Bald wurde klar, dass wir heute wieder von einer tollen Fernsicht profitieren würden; die Luft war kalt, trocken und klar. Nachdem die Schneeschuhe lange Zeit auf den Rucksäcken blieben, kamen sie im Aufstieg ab etwa 2300 m. ü. M. zum Einsatz. Sie waren heute wieder Gold wert; insbesondere der Aufstieg über den pickelharten, steilen Gipfelhang verlief mit den Aufstiegshilfen problemlos und bequem. 

Gespannt waren wir wie immer auf das Gipfelbuch, welches StefanP im Steinmann auf dem höchsten Punkt deponierte: Seit unserem Eintrag vom 22. Oktober dieses Jahres ist kein neuer hinzugekommen. Ob es am abgebrochenen Bleistift lag, den wir erst mit einem scharfen Messer wieder zum Schreiben brachten? Gut möglich auch, dass in der Zwischenzeit tatsächlich niemand mehr den Gipfel bestiegen hatte. 

Das Gipfelpanorama bestach heute durch tolle Kontraste: Im Norden die mächtigen Oberhalbsteiner Berge vor der Wolkenfront und im Südwesten die Walliser Alpen in besonders schönem Licht; einfach einmalig. 

Die Zeit war bereits fortgeschritten; der Abstieg ging aber zügig voran - wir erwischten wieder eine optimale Route in gutem Abstiegsschnee. Ausserdem behielten wir die Schneeschuhe länger an. Unmittelbar vor dem Eindunkeln erreichten wir den Ausgangspunkt; ziemlich müde, da wir nirgendwo von einer Spur profitieren konnten und ausschliesslich in jungfräulichem Gelände, dafür wie so oft hier, ganz alleine unterwegs waren.

Routenbeschreibung:

Von Bivio startet man beim Kinderskilift hinter der Post und steigt dahinter die Hänge auf, wo man auf ein Fahrsträsschen trifft, auf dem der weitere Aufstieg nach links erfolgt. Wir starteten wie oft, wenn unten zu wenig Schnee liegt, am "Parkplatz" vor dem Dorfeingang in Bivio, wo ein Wegweiser auf den Wanderweg hinweist. Man erreicht bald das zuvor erwähnte Fahrsträsschen, dem man für kurze Zeit folgt, bis es in einen Bergwanderweg übergeht.  

Man steigt in der Folge in sicherem Abstand zu den steilen Flanken am Crap da Radons in südwestlicher Richtung auf. Bei einer von weit sichtbaren Holztafel (vermutlich Rettungsschlitten?) erblickt man ein ausgeprägtes Tälchen durch welches man in westlicher Richtung aufsteigt. Nördlich von P. 2586 m traversiert man die recht steile Bergflanke unterhalb des langgezogenen Grats (Ostgrat des Piz Surparé) und biegt in einer markanten Mulde ca. 150 m unter dem Gipfel nach rechts in den Gipfelhang ein, wo man in steilem Aufstieg den Grat erreicht, welcher zum Gipfel hochleitet.

Über den obersten Teil des Ostgrats erreicht man den felsigen Gipfelaufbau, wo etwas Kletterei (I, nur kurz) zum Gipfel führt.

Verhältnisse:
Im Bereich von Radons galt es, den vereisten Weiden auszuweichen. Wir hielten uns heute deshalb kaum an den Bergwanderweg. Eine mehr oder weniger geschlossene Schneedecke erreicht man zur Zeit (24.12.2016) auf ca. 2200 m. ü. M. An Skitouren ist bis auf weiteres hier nicht zu denken (zu viele Steine, zu wenig zusammenhängendes Skigelände, meist schlechte Schneebeschaffenheit) 

Tourengänger: Ivo66, Lena


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