5-Gipfelklettersteig (Hochiss, Spieljoch, Roßkogel, Seekarlspitze)


Publiziert von Kottan , 21. Dezember 2016 um 22:19.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rofangebirge und Brandenberger Alpen
Tour Datum:21 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über den Achenpass oder vom Inntal
Unterkunftmöglichkeiten:Erfurter Hütte

Im Rofangebirge gibt es die Möglichkeit auf einer Rundtour sage und schreibe fünf Gipfel über einen Klettersteig-Rundweg zu erklimmen, das klingt erstmal spannend! Und was den Titel angeht, richtig gezählt, das sind nur vier Gipfel, doch alles der Reihe nach.

Im Dezember einen fast alpinen Klettersteig zu gehen ist schon etwas ungewöhnlich, da aber bisher der Winter ausgefallen ist, wollte ich das Potenzial der schönen Tage voll ausnutzen. Davor war ich schon zwei Tage eher wandernd in den Ammergauer- und Mangfallbergen unterwegs und deshalb schon etwas weniger energiegeladen, so entschied ich mich das ganze als Tagestour mit kleinem technischen Support anzugehen.
Wer also genauso nur das wesentliche sucht, kann sich für ca. 18 Euro von der Rofanseilbahn bis zur Erfurter Hütte fahren lassen, der Weg ist sowieso nicht sonderlich spannend wie ich 2014 auf einer Tour dorthin bemerkte. Theoretisch ginge der Weg im Zick Zack entweder auf einer Fahrstraße oder einem Waldweg immer wieder die Skipiste kreuzend zum Hüttenzirkus mitsamt "Airrofan" (Skyglider).

Die Verhältnisse stellten sich für Dezember sehr gut dar, es war warm und es lag wenig Schnee. Mein Plan war es gegen den Uhrzeigersinn die 5 Gipfel zu besteigen (auf bergsteigen.at gibt es eine sehr gute Topo!), mit dem Hochiss als Hauptziel. Doch schon oben angekommen bemerkte ich das die Haidachstellwand voll im Schatten lag, ich hatte wenig lust auf kalten schneegefüllten Karst und so entschied ich spontan das mittige Spieljoch anzugehen, der mehr oder wneiger inoffizielle Normalweg geht den grasigen Westhang hinauf und so erreichte ich ersteinmal ohne Schwieigkeiten den unspektakulären Gipfel.

Ohne Pause stieg ich nach Südosten in das Joch zwischen Spieljoch und Seekarlspitze, dieser Teil des Klettersteigs ist eigentlich nicht vielmehr als ein anspruchsvoller Wanderweg, bei Nässe aber sehr heikel, da es steil den Grashang bergab geht. Im Joch hielt ich mich rechts auf kleicher Höhe bleibend um zum Ausgangspunkt des Klettersteigs auf den Roßkopf. Der Steig wird mit B/C bewertet, realistisch wie ich finde, man ist ohne große Probleme auf dem schönen Gipfel. Nach kurzer Zeit stieg ich wieder in Richtung Seekarlspitze, diesmal bestieg ich diese. Ich wählte hier nicht den Klettersteig, da dieser im Schatten lag und vollkommen eingeschneit war.

Nach kurzer Rast ging ich wieder den gleichen Weg zum Spieljoch, dann ging es weiter ins Joch zwischen Hochiss und Spieljoch. Der Klettersteig hat hier wirklich ausgesetzte Passagen, nicht schwer aber bei Schnee oder Nässe absolut nicht zu empfehlen, hier besteht große Abrutschgefahr! Teilweise gibt es garkein Seil, der Pfad gehörte in seinem eingeschneiten Zustand (!) zu den schwersten Wanderwegen die ich kenne.

Im Joch ging es in Richtung Hochisssteig, dieser wird mit C/D bewertet, hier muss ich sagen, das ist verhamlosend, der Steig überschritt teilweise einige Steige der Klasse D/E, E, die ich schon beging. Teilweise ist der Halt nur sehr gering, das Umschnallen wird hier zum Kraft- und Balanceakt. Nach ca. 30 Min. ab dem Joch stand ich am Hochissgipfel, die Aussicht ist wie schon auf allen anderen Gipfeln gewaltig. Vom Mangfallgebirge, Kaiser, Glockner, Venediger, Tuxer, Zillertaler, Stubaier, Karwendel ist hier alles zu sehen.

Nach einr Gipfelrast stieg ich wieder zur Erfurter Hütte und beendete diesen gut genutzten kürzsten Tag des Jahres.

Tourengänger: Kottan


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