Piz Valletta 2933 m - Erstmals im Winter


Publiziert von Ivo66 Pro , 18. Dezember 2016 um 16:46.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:18 Dezember 2016
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT5 - Alpine Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:45
Aufstieg: 680 m
Abstieg: 680 m
Strecke:Julierpass - Westflanke - Piz Valletta P. 2933 m
Kartennummer:1:25'000 Bivio / S 1:50'000 Julierpass

Der Piz Valletta am Julierpass wird im Winter wohl noch weniger besucht als im Sommer. Da die Verhältnisse zur Zeit im Oberhalbstein für Skitouren unattraktiv sind, die Lawinengefahrenstufe aber auf 1 (gering) liegt, galt es, ein etwas ausgefallenes Gipfelziel mit Schneeschuhen auszusuchen, wodurch die Wahl auf den Piz Valletta fiel. Es sollte die anspruchsvollste Schneeschuhtour werden, welche wir bisher unternommen haben.

Zu unserer Überraschung verirrte sich heute doch der eine oder andere Skitourengänger in das herrliche Gebiet am Julierpass. Die Schneeoberfläche ist praktisch überall vom Wind malträtiert worden und meist mit Bruchharsch überzogen. Bei solchen Verhältnissen greifen wir gerne auf die bewährten Schneeschuhe zurück, mit denen auch der Abstieg angenehmer erfolgt, als es zur Zeit mit Skis der Fall sein dürfte.

Die Schneedecke präsentierte sich zu Beginn des Aufstiegs ähnlich wie im Frühjahr, nämlich an den Sonnenhängen pickelhart gefroren. Weiter oben galt es, die günstigsten Abschnitte für den Aufstieg zu nutzen. Bald näherten wir uns der steilen Westflanke am Gipfelaufbau, erwartungsgemäss die Schlüsselstelle der heutigen Tour. Wie befürchtet, lag im Couloir der gedeckelte Pulverschnee meterhoch; ein Hochkommen war hier aussichtslos, weshalb wir in die schneebedeckten Felsen linkerhand auswichen; ein nicht ganz triviales Unternehmen, zu dessen Zweck die Schneeschuhe vorübergehend auf die Rucksäcke geschnallt wurden.

Der Schlussaufstieg nach der Ebene unter den Gipfelfelsen verlief ebenfalls in sehr steilem Gelände; meist war hier die Schneedecke jedoch hart und mit den Schneeschuhen mit entsprechender Anstrengung gut begehbar. Schliesslich konnten wir es kaum glauben, den Piz Valletta erstmals im Winter erreicht zu haben. Leider war ein Eintrag im Gipfelbuch nicht möglich, lag dieses doch im Steinmann unter der harten Schneeoberfläche.

Im Abstieg stiegen wir dann im unteren Teil ins Couloir ein, nachdem ein Einstieg ganz oben ungünstig erschien, nachdem ich bald bis zu den Hüften im Schnee eingesunken war. Die Kletterei in den mit Schnee überzogenen Schrofen und Felsen erforderte im Abstieg noch mehr Vorsicht als zuvor im Aufstieg. Wir brachten diesen Abschnitt schliesslich aber ohne besonderen Probleme hinter uns.

Die Skitourensaison lässt weiter auf sich warten. Zwar sieht um den Julierpass die schöne Berglandschaft ziemlich winterlich aus, sobald man sich aber mitten darin befindet, wird bald klar, dass es noch viel Schnee braucht, bis es sich wirklich lohnt, die Tourenskis für die Wintersaison bereit zu machen.

Routenbeschreibung:

Vom kleinen Parkplatz in der ersten Kurve nördlich des Gasthauses La Veduta stiegen wir in einem weiten Linksbogen die Hänge hoch. Man erreicht bald sanfteres Gelände und steigt im Tälchen weiter hoch, eher links haltend.

Etwas südlich von P. 2598 m bogen wir nach rechts ab und stiegen zur Westflanke des Piz Valletta hoch. Wir hielten zunächst direkt auf das markante Couloir zu, stiegen dann aber linkerhand durch die steile Fels- und Schrofenflanke hoch bis zur Erreichen der Hochebene unter den Gipfelfelsen (bei schneefreien Verhältnissen T4). Je nach Verhältnissen könnte sich auch ein direkter Aufstieg durch das Couloir anbieten.

Auf der kleinen Hochebene stiegen wir zunächst ziemlich flach in nördlicher Richtung auf. Den Gipfelgrat erreichten wir durch steiles Gelände im Zickzack. Die Fortsetzung zum Hauptgipfel über den Grat bietet dann keine Schwierigkeiten mehr.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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