Wiegensee - Ein Rundgang im Hochmontafon


Publiziert von Grimbart , 19. Dezember 2016 um 22:45.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Verwallgruppe
Tour Datum: 3 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 970 m
Abstieg: 900 m
Strecke:ca. 11,2 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit den ÖBB nach Bludenz und weiter mit der MBS nach Schruns. Von Schruns, Bahnhof, mit der Buslinie 85 nach Gaschurn, Zentrum.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Von Partenen, Zentrum, mit der Buslinie 85 nach Schruns, Bahnhof. Umsteigen auf die MBS nach Bludenz, Bahnhof.
Kartennummer:Kompass WK-Nr. 032 (Montafon)

Ein Ufer, das gar keines ist. Das ist das Markenzeichen des Wiegensees. Gräser und Moose bilden eine schwimmende Pflanzendecke, die auf den ersten Blick nicht vom normalen Ufer zu unterscheiden ist. Im Winter, wenn Schnee und Eis die Moorlandschaft rund um den Bergsee beherrschen, bekommt man von der Existenz dieses „Schwingrasen“ naturgemäß nicht viel mit. Dafür sind die anderen drei Jahreszeiten wesentlich besser geeignet. An den glanzvollen Ein- und Ausblicken in die westliche Silvretta vermag aber selbst der Winter nicht zu rütteln.

 

Für den Zustieg zu dem Kleinod oberhalb des Ganifers wählte ich die lange Variante von Gaschurn über die Tafamuntmaisäße. Bei der Kirche von Gaschurn geht’s nach links über einen Fußweg zu einem Anliegersträßchen. Auf diesem talein bis zu einer Kreuzung und nach links bis eine Baustelle den Weiterweg versperrt. Noch vor der Baustelle biegt rechts ein Weglein ab, das diese umgeht und hinüber zu einem Fahrweg führt. Auf diesem nun hoch bis kurz vor einem Holzplatz am linken Fahrbahnrand ein Wanderweg schräg nach links abzweigt. Die tiefstehende Sonne sorgte dafür, dass ich die unscheinbare Abzweigung beinah übersah. Im Wald steigt man nun hoch bis zu einer weiteren Wegkreuzung.

Nach einem kurzen Erholungsabschnitt trifft man auf einer Geländeschulter schließlich auf einen Forstweg. Diesem nach links folgend wechselt man nach einer Kehre wieder auf einen Waldsteig. An einer Lichtung vorbei führt der Pfad nun an eine steile Geländestufe heran, die im Zick-Zack überwunden wird. Die ersten Kehren des Zick-Zack-Steigleins präsentierten sich allerdings als Natureisbahn. Zum Glück war von der Vereisung aber nur der Steig selber betroffen, sodass man etwas abseits davon auch ohne Steigeisen nach oben kam. Nach dem kurzen Steilaufstieg erreicht man schließlich die Wiesen von Außertafamunt. Vorbei an den wettergebräunten Maisäßhütten leitet ein alter Alpweg – eine Wildfütterungsstelle links im Wald umgehend – hinüber zum benachbarten Innertafamunt. Über die Wiesen schließlich noch hoch zum Alpstöbli bei der Seilbahnstation.

Ein meist nur mäßig ansteigender, gelegentlich von Stein und Fels durchsetzter Waldsteig führt von Tafamunt nun hinauf zur Bergschulter an der Unteren Wiege. Der sich auflockernde Wald gibt dabei nun vermehrt die Blicke frei zu Vallüla und Gross Seehorn. Trotz der südseitigen Exposition fand ich oben am Plateau eine geschlossene Schneedecke vor. Die Südflanke der Versalspitze hingegen war bis obenhin aper. Dank der Spurarbeit eines Vorgängers war der Weg über das von Wald durchsetzte Gelände hinüber zur Weggabelung bei der Unteren Wiege aber problemlos zu finden. Auf nun offenem von Latschen durchzogenen Gelände führt der Weg nun hoch zu einer Anhöhe. Über diese hinweg liegt gleich dahinter in einer Mulde eingebettet, der Wiegensee.

Aufgrund des stellenweise vereisten und gefrorenen Weges zog ich mir für den Abstieg ins Ganifer über das „Schrofaweagle“ vorsichtshalber die „Krötle“ (Anm. = Schuhkrallen) über die Bergschuhe. Bei trockenen Verhältnissen bewegen sich die Anforderungen am „Schrofaweagle“ im T2-Bereich. Bei Nässe, Schnee oder Vereisung ist aufgrund des stellenweise exponierten Geländes jedoch erhöhte Vorsicht geboten und die Anforderungen verschieben sich Richtung T3.

Zurück an der Wegverzweigung bei der Unteren Wiege geht’s zunächst noch flach durch die Latschen an die Geländekante heran. Verfallene Heupillen zeugen noch von der ehemaligen Nutzung der zunehmend steiler ins Ganifer abfallenden Bergmähder. In Kehren steigt man über diese langsam zuwachsenden Mähder hinunter an eine versicherte Schrofenstufe. Ein wenig exponiert quert man unterhalb der Schrofen hinüber zu einem Waldrücken. Kraxelei ist dabei aber keine erforderlich. Danach führt der Steig in Kehren bergab zum Zeinisbach.

Unten im Ganifer angekommen folgt man – mit ein wenig Gegensteigung – dem Fahrweg nach rechts talaus bis zu einer Kehre. Hier weist ein Wegweiser nach links auf den Fußweg hinab nach Partenen. Gleich zu Beginn wurde ich dabei neuerlich von einer Eisbahn willkommen geheißen. Diese war aber nicht mehr so trivial zu umgehen wie jene im Aufstieg nach Außertafamunt. Im weiteren Abstieg nach Partenen warteten dann aber keine Überraschungen mehr: In zwei Kehren geht’s durch den Wald hinunter zu einem Fahrweg. Diesem folgt man für ein kurzes Stück nach links und wechselt dann wieder nach rechts auf die Wanderwegfortsetzung. Schließlich noch über eine Wiese hinunter zur Dorfstraße und hinein ins verschlafene Ortszentrum von Partenen.

 

Gehzeiten:

Gaschurn, Zentrum – Außertafamunt (ca. 1' 15'') – Innertafamunt (ca. 20'') – Untere Wiege (ca. 55'') – Wiegensee (ca. 20'') – Außerganifer (ca. 55'') – Partenen, Zentrum (ca. 45'')


Tourengänger: Grimbart


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