Schneeschuhtour im Val di Campo (Valle di Blenio)


Publiziert von donalpi , 16. Dezember 2016 um 19:46.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:15 Dezember 2016
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Scopi   CH-TI 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 7421 m
Abstieg: 741 m
Strecke:Orsàira di Dentro-Ronco di Gualdo-Pradorin-Capanna Bovarina-P.2404 -P.1908-P.1979.-Alpe Pradasca-Orsàira di Dentro741
Zufahrt zum Ausgangspunkt:A2 Ausfahrt Biasca-Lukmanierstrasse-Olivone-Campo Blenio.
Unterkunftmöglichkeiten:Campo Blenio (La Genziana)-Olivone (Posta)
Kartennummer:LK 1253 Olivone

Endlich möchte ich eine Schneeschuhtour in einem Gebiet unternehmen, wo es eigentlich Schnee haben sollte.....Meine Wahl fällt auf das Val di Campo, im hinteren Valle di Blenio, eigentlich ein schneesicheres Gebiet, aber was heisst in diesen Zeiten schon schneesicher?
 
Das "Startkafi" nehme ich im Ristorante Genziana in Campo Blenio, dort erklärt mir die Wirtin, dass ich problemlos mit dem Auto bis  Orsàira-di Dentro fahren könne, auf der Strasse bis dorthin seien weder Schnee noch Eis zu erwarten.
 
Also parkiere ich ein bisschen später mein Auto bei dieser Rusticisiedlung und nehme den Bergweg zur Capanna Bovarina unter die Füsse. Die Schneeschuhe sind hier noch auf dem Rucksack befestigt, ich werde sie auf dem Weg zur Hütte noch nicht gebrauchen. Auf Abkürzungen erreiche ich die nächste Rusticosiedlung, Ronco di Gualdo, 1573 m. wo der Bergweg zur Hütte abzweigt. Gleich geht es mittels  einer kleine Brücke über den "Ri di Gana Negra" und über Pradorin steil zur Hütte hinauf. Auf dem Weg hat es nur noch wenig Schnee, aber dafür überall Eis, Steigeisen wären hier nicht schlecht.
 
Die Hütte ist einmalig gelegen, vom Aufenthaltsraum aus hat man eine Panoramasicht auf die Berge vom Piz Terri bis zum Rheinwaldhorn/Adula. Niemand ist hier zu Hause, aber der Raum ist schon für die Festtage dekoriert, man wähnt sich schon fast wie in einem "Märlihus"..Buone Feste! Bald verschwindet die Sonne hinter den Bergen und es wird merklich kälter. In der Hütte ist es 0°, also im Keller Holz spalten und  dann den Ofen in Gang  bringen.....
 
Von der Hütte aus haben wir schon die tollsten Skitouren gemacht: Cima di Garina 2780 m, Cima della Bianca 2893 m., Pizzo del Corvo 3015 m. und natürlich "den Gipfel den man eigentlich gar nicht besteigen kann", den Scopi 3190 m. mit der militärischen Anlage. Erinnere mich noch an die Abfahrt in einem Schneesturm von dort zur Capanna Bovarina.....Bei diesen Touren ist allerdings die Lawinensituation zu beachten..Dann gibt es noch eine leichtere Skitour auf den Pizzo di Cadrèigh. 2516 m. dort kann man sogar bei guten Verhältnissen direkt zur Capanna Dötra hinunterfahren...
 
Nun geht es noch in die Küche, Nachtessen zubereiten und dann verbringe ich noch einen gemütlichen Abend bei einem Glas Merlot. Buona Sera!
 
Am nächsten Morgen wieder das übliche schöne Wetter, allerdings, jedesmal wenn in den Bergen die Sonne erscheint, kommt immer für einen kurzen Moment ein sehr kalter Wind auf, dies ist auch heute nach dem Verlassen der Hütte der Fall. Habe beim Start die Schneeschuhe angezogen, aber kurz nach der Hütte muss man noch über "Mischgelände", also apere Stellen und Eis hinweglaufen.
 
Erst in der Nähe von Stabbio Nuovo dann endlich Schnee, hartgefrorener Schnee. Ich folge noch ein Stück dem Ri di Gana Negra, wo dann einige Hänge zu queren sind, und für steilere Querungen sind die Schneeschuhe sehr ungeeignet. Bin hier noch nie gelaufen, war natürlich schon auf dem Pizzo di Cadrèigh, aber dann mit den Skis immer über den Sasso. Der Schnee ist noch Mangelware, aber trotzdem sind von den Hängen des Pizzo del Corvo schon kleine Schneerutsche heruntergekommen.
 
Bei P. 2204 kehre ich um und wähle den Weg über die kleine Brücke, P. 1958 und den Weg der zur Alpe di Bovarina hinüberführt. Bei P. 1979 geht es über die Brücke und die Alpstrasse ist erreicht. Diese ist schneebedeckt und führt mich hinunter zur Alp Pradasca 1742 m.  Kurz oberhalb der Alp bleibe ich mit den Zacken des rechten Schneeschuhes an einer kleinen Eisscholle hängen und mache noch einen veritablen Sturz auf der pickelharten Strasse. Aua!! Nun, nicht lange studieren, aufstehen und den "Schaden" begutachten, dann weiter marschieren, aber ich merke schon, dass etwas mit den Rippen nicht mehr so ganz in Ordnung ist......Endlich erreiche ich bei Orsàira den Wagen. Zu Hause bestätigt Elsbet, was ich schon nach dem Sturz vermutete: Rippenquetschung, also ist eine Ruhepause angesagt....Tour solo.
Ja, was ich noch sagen wollte: bei Ronco di Gualdo komme ich mit einer älteren Frau in ein Gespräch und sie versichert mir, dass es erst so ab dem 10. Januar wieder Schnee geben werde.....Na dann....
 
Bei den Fotos habe ich noch einige Bilder von einer früheren Tour im Bovarinagebiet (Aufstieg zum Lago Retico mit Skis) beigefügt, damit man sehen kann, dass die Gegend bei Schnee noch eine Runde interessanter wirkt......Diese Aufnahmen entstanden im vorigen Jahrhundert, als es in den Alpen wirklich noch schneite......
 
Übrigens: Über die Festtage ist die Bovarinahütte bewartet!!

Tourengänger: donalpi


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Kommentare (4)


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alpstein Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. Dezember 2016 um 19:55
Eine Rippenquetschung hört sich schmerzhaft an!

Gute Besserung und schon mal schöne Feiertage.

Beste Grüße
Hanspeter

donalpi hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Dezember 2016 um 21:21
Danke für Deine Genesungswünsche, ist schon ein bisschen schmerzhaft, aber zum Glück hat Elsbet immer die richtigen "Pilleli" zu Hause am Lager...Wünsche Dir ebenfalls schöne Festtage und einen guten Rutsch ins 2017!
Viele Grüsse
Roger

83_Stefan hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Dezember 2016 um 17:17
Da schließe ich mich an: Gute Besserung!

donalpi hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Dezember 2016 um 18:45
Danke Stefan, habe mich langsam an die Rippenquetschungen gewöhnt, früher beim Fussball, beim Eishockey, bei einer Schlittelparty und dann noch bei einem veritablen Absturz mit dem Mountainbike...wurde immer wieder gut.
Wünsche Dir auch schöne Festtage und einen guten Rutsch!
Viele Grüsse
Roger


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