Habrütispitz Ostwand


Publiziert von Djenoun , 11. Dezember 2016 um 19:03.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:11 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-SG 
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Kartennummer:1113 Ricken

Den Internationalen Tag der Berge mit einer der tollsten Touren aus dem "Züri-Oberland-Repertoire" zu feiern ist doch durchaus akzeptabel. Angesichts der Wetterlage find ich es sogar ein würdiges Ziel.

Auf dem Zustieg via Hand, Hinter Chreuel und Helenachappali ist es sogar noch sonnig und die Sicht in die Berge gut, der Abstieg über den Grat Richtung Vettigen ein herbstlicher Traum. Dann wandere ich südwärts ins Tobel hinein bis zum Einstieg von Ossis "Gipfelkreuz Direkten": http://www.hikr.org/tour/post52183.html

Während ich mich bereit mache für den Aufstieg fallen mir zwei Dinge auf:
1. Das Wetter hat bereits völlig zugezogen. Regen in dieser Flanke würde bestimmt den Gleitfaktor zu  meinen Ungunsten erhöhen. Abbrechen? Nö!
2. Der erste Aufschwung, bereits steil und mit Nagelfluh durchsetzt, sieht ungewöhnlich nackt aus: das Gras, das bisweilen auf solchen Routen durchaus nützlich ist, ist entweder gänzlich weg, flach und kurz oder halb verfault.

Ich nehme den Aufstieg in Angriff, es läuft recht gut, der Untergrund ist nicht allzu nass. War ja auch lange trocken in letzter Zeit. Bald erreiche ich die Blessiwiese und an deren oberen Rand den Mittelteil der Wand. Nun folgen die Steilpassagen, gewürzt mit einer doppelten Querung und leichter Kletterei in bombenfester Nageluh, was soviel heisst wie: einer von drei Griffen hält. Ich gewinne schnell an Höhe, den einsetzenden Graupelschauer strafe ich mit Nichtbeachtung, worauf er, nach zwei weiteren Versuchen, aufgibt.

Ich erreiche das obere Wanddrittel - "Wohlfühlgelände" nennt es Ossi in seiner Erstbeschreibung. Bei meiner ersten Begehung empfand ich das auch so.
Heute aber war dann doch der oben erwähnte Graupelschauer der lachende Gewinner: Die Retourkutsche kommt mit eingenässtem, fauligem Gras auf feucht-schmieriger Nagelfluh, das Ganze teilweise garniert mit ebenso rutschigem Laub.
Jedenfalls fällt mir mehr als beim letzten Mal auf, wie steil es auch oben noch ist und das Wohlgefühl treffe ich erst am Ende der "Gipfelkreuz Direkten" an: auf dem Gipfel - notabene ohne Gipfelkreuz.

Abstieg via Habrüti und Hand nach Chamm.

Tourengänger: Djenoun


Galerie


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