Cimon Rava (2436 m) - mit 12-Zackern und Pickel unterwegs im südlichen Südtirol


Publiziert von gero Pro , 13. Dezember 2016 um 18:38.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:10 Dezember 2016
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1115 m
Abstieg: 1115 m
Strecke:Malga Sorgazza - Malga Val del Lago - Lago Costa Brunella - Forcella Quarazza - Forzelon di Rava - Cimon Rava (10,9 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Trient kommend, hinauf ins Val Sugana. Dort (östlich von Castelnuovo) einer nordwärts führenden Straße Richtung Strigno - Bieno - Pieve Tesino folgen. Im letztgenannten Ort geht es wieder nordseitig hinein ins Val Malene, dann - an einer Verzweigung - links weiter ins Val Sorgazza. Insgesamt folgt man immer den Beschilderungen aufwärts zur Malga Sorgazza; hier großer, gebührenfreier P.
Kartennummer:Kompass Nr. 75 (Valsugana, Trento, Pine, Levico, Lavarone 1:50.000)

Wieder einmal hat es mich ins südliche Südtirol verschlagen - genau vor einem Jahr war ich hier an der Cima_d'Asta und am Cengello unterwegs, und heute wollte ich das großartige Wetter ausnutzen und dem Cimon Rava einen Besuch abstatten.

Von der Malga Sorgazza (1450 m) geht es gut beschildert westwärts hinauf zum Lago Costa Brunella (2012 m); der Steig führt kurz durch Wald abwärts, um dann ziemlich steil aufwärts zu leiten. Zunächst ist die Aussicht durch den dichten Baumbestand sehr eingeschränkt, erst an den verfallenen Resten der Malga Val del Lago (75 Min.) betritt man freie Wiesenflächen - und kann hinüber schauen zur alles beherrschenden Cima d'Asta. Leider ist das Landschaftsbild durch die Masten und Drähte der Seilbahn, die aus dem Talgrund zum Lago Brunella hinauf führt, etwas beeinträchtigt (Werksbahn der Wasserkraftanlage, kein öffentlicher Verkehr).

Auf dem weiteren Anstieg zum Lago Costa Brunella (2012 m, 2 Std.) kommt man an dessen kleiner Staumauer vorbei; einige Betriebsgebäude sind hier vorhanden, der Stausee weist momentan einen sehr geringen Wasserstand auf. Bis hierher bleibe ich von jeglichem Schnee verschont - die Wiesen waren allerdings an einigen Stellen von zu Wassereis gefrorenen Bächlein bedeckt.

Über dem See stehen sehr eindrucksvoll die Berggestalten der Cima Quarazza, dem Kulminationspunkt dieser Gruppe. Jetzt, zu früher Stunde, sind die Flanken noch sonnenüberflutet - später beim Abstieg wird dies alles bereits zum Schattenreich gehören.

Ab jetzt führt der Weiterweg durch Schnee; es sind zwar lediglich etwa 15 cm, diese aber ziemlich hart gefroren. Hier, bei den besagten Gebäuden, sind zwar rot-weiße Markierungen vorhanden, aber anders als sonst kein Wegweiser - ob er winterbedingt demontiert wurde? Der Steig quert auf mehreren kleinen Geländestufen die Nordhänge der benachbarten Cima Costa Brunella und leitet dann hinauf zur Forcella Quarazza (2309 m; hier wieder großer Ww); ich habe ab Malga Sorgazza bis hierher 3 1/2 Std. gebraucht, aber die heutigen Winterverhältnisse sind mit Sicherheit kein Maßstab für sommerliche Normalzustände.

Diese Scharte ist recht eindrucksvoll zwischen messerscharfen Felsgraten eingeschnitten - aber für den Normalbergsteiger stellen sie keine Ziele dar. Von hier aus quert man, knapp 100 m absteigend, die Südostflanke der Cima Quarazza und die Ostflanke der etwas westlich zuückgesetzten Cima Trento, um sodann zur Forcelon Rava (2397 m) anzusteigen. Inzwischen ist keine Spur mehr vorhanden - ich muß selbst spuren, immer wieder nach rot-weißen Markierungen Ausschau haltend, die gelegentlich aus dem Schnee spitzen. Das ist anstrengend und zeitraubend - inzwischen habe ich Steigeisen angelegt, denn unter einer dünnen Neuschneeauflage befindet sich eine recht harte Schicht aus Altschnee. Bis zur Forcelon Rava (2397 m) benötige ich bei diesen Verhältnissen 4 1/2 Std - statt der an der Malga Sorgazza ausgeschilderten 3 Std.

Hier, am Forcelon Rava, steht man nun unter dem felsigen Schlußpunkt der Tour, dem Gipfelaufbau des Cimon Rava. Es geht durch einige Felsen bergauf, dann quert man links in die Nordostflanke des Berges. Hier ist der Schnee hart und steil, der Pickel leistet mir guten Halt, als ich mit den Frontalzacken der Steigeisen zum höchsten Punkt ansteige. Ausrutschen darf man nicht, eine häßliche Rutschpartie wäre noch ein milder Ausdruck dessen, was einen erwarten würde. So aber stehe ich endlich droben auf dem Cimon Rava (2436 m - 5 Std unter winterlichen Bedingungen) und genieße den wunderbaren Rundblick: aus der Ferne grüßen von Westen Adamello, Presanella und die Ortlergruppe, im Osten stehen die wuchtigen Gesellen der Palagruppe neben der vordergründigen Cima d'Asta. Und weit jenseits des Val Sugana kann ich mit etwas Phantasie im Dunst das Mittelmeer erahnen.

Meinem alpinen Wunschzettel füge ich rasch einige weitere Ziele hinzu: manch einer der zur näheren Umgebung gehörenden Gipfel sind sicher unter sommerlichen Bedingungen recht gut erreichbar. Dann mache ich mich wieder an den Abstieg, der Rückmarsch erfolgt auf genau gleicher Route.

Beachte: alle Zeitangaben sind unter dem Aspekt der momentanen Winterverhältnisse zu sehen; normalerweise wird man für diese Tour wesentlich weniger als 8 Std. (retour) benötigen. Normalerweise .....

Tourengänger: gero


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Geodaten
 33246.gpx Von der Malga Sorgazza auf den Cimon Rava

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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. Dezember 2016 um 17:26
wieder eine herrliche Tour - im Grenzgebiet zwischen Herbst und Winter!
Gratulation und lieber Gruss

Felix


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