Hüttenspitze (1858 m) Überschreitung - der Frühjahrsklassiker im Dezember


Publiziert von Nic , 11. Dezember 2016 um 15:41.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:10 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Parkplatz - Halltaler Hütte - Hüttenspitze - Wechselscharte - Gamsgufel - Parkplatz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Inntalautobahn: Ausfahrt Hall -Mitte. Weiter Richtung Gnadenwald. Dort, wo es geradeaus ins Halltal geht, nach rechts der Vorfahrtsstraße folgen. Gut 500 Meter nach dem Gasthof Walderbrücke links ein kleiner Parkplatz.
Kartennummer:AV-Karte 5/2 "Karwendelgebirge Mitte"

Die kleine Hüttenspitze (auch Halltaler Zunterkopf) zählt zu den eher unscheinbaren Gipfeln in der Felsarena hoch über Hall in Tirol. Im Schatten ihrer deutlich höheren Nachbarn fällt sie kaum auf. Trotzdem oder gerade deshalb bietet sie ungehinderte Nah- und Fernblicke, die das Herz des Bergsteigers höher schlagen lassen. Vor allem die gegenüberliegende mächtig wirkende Fallbachkarspitze fesselt den Betrachter. Aber auch der alles überragende Große Bettelwurf und sein etwas niedrigeres Pendant wissen optisch zu überzeugen. Während der Normalweg von Süden den Begeher vor keine allzu großen Anforderungen stellt, gestaltet sich die Überschreitung hinab zur Wechselscharte schon deutlich alpiner...Der abschließende Schnellabstieg über die Schuttreise Richtung Gamsgufel setzt der Tour am Ende noch die Krone auf. Karwendelherz was willst du mehr!?

Die hohen Temperaturen ermöglichen weiterhin schneefreie Touren und die derzeitigen Verhältnisse erinnern eher an Frühling als an Winter. Als ausgesprochene "UV-Puristen" kommt uns das natürlich gerade recht! Beste Bedingungen noch einmal loszuziehen und einen Gipfel zu besuchen, der schon lange auf meiner Liste stand.

Vom Parkplatz wandern wir auf dem Forstweg, vorbei an der Sprungschanze, bis rechterhand deutliche Pfadspuren in den Wald abzweigen. Den Spuren folgend, gelangt man durch schönen Kiefernwald relativ zügig hinauf zur privaten Halltaler Hütte. Anschließend im nun etwas dichteren Laubwald weiter bergan bis zu einer Verzweigung. Wir halten uns links und erreichen nach kurzer Zeit eine Schulter nahe der Alpensöhnehütte. Nun nicht dem Steig hinüber zur Hütte folgen, sondern auf anfänglich schwachen Spuren gerade hinauf zu einer Bank mit Buchkassette.

Der weitere Anstieg ist ab jetzt regelmäßig durch rote Punkte markiert und nicht zu verfehlen. In zunehmender Steigung gelangen wir vorbei an einem Gedenkkreuz hinauf zur sogenannten Merkelrinne.
Die Rinne ist technisch unschwierig aber ziemlich steinschlaggefährdet. Vorsicht! Nach einiger Zeit leiten die Markierungen nach links und man erreicht zuletzt über Schrofen, Geröll, Fels (Stellen I) und Latschen den aussichtsreichen Gipfel mit Kreuz und GB.

Die Aussicht ist überragend! Gefühlte 20 Grad am Gipfel. Und das im Dezember! Einfach traumhaft! Die sommerlichen Verhältnisse haben auch ein paar andere Bergfreunde dazu bewogen noch einmal loszuziehen. Selbst die nicht ganz anspruchslose Fallbachkarspitze hat heute gleich von meheren Personen Besuch erhalten. Ein interessantes Ziel für nächstes Jahr. Auch der Übergang via Nagelwand und Fallbachkar zur Hohen Fürleg schaut interessant aus und ist bereits fest eingeplant.

Der Abstieg in Richtung Wechselscharte beginnt zunächst recht harmlos. Die stets deutliche Spur leitet über einige schrofige Absätze hinab zu einer felsigen Steilrinne. Die Rinne bewegt sich je nach Routenwahl im Bereich I-II. Das mittlerweile angebrachte Kletterseil ist für erfahrene Leute nicht unbedingt notwendig, für weniger Geübte kann es allerdings eine gute Hilfestellung bieten.

In der Scharte angekommen, inspiziere ich noch schnell den Einstieg des Klettersteigs der Nagelwand und klettere ein paar Meter hinauf, bevor wir uns anschließend an die rasante Geröllabfahrt hinunter zur Gamsgufel machen. Im unteren Bereich trifft man dann auf den markierten Normalweg zur Bettelwurfhütte, der momentan offiziell wegen Felssturz GESPERRT ist.

Zuletzt gelangen wir über die asphaltierte Straße und einen Waldweg zurück zum Ausgangspunkt.


Schwierigkeiten:

Hüttenspitze über Normalweg T3 I
Abstieg über Wechselscharte und Gamsgufel T4 I+


Fazit:


Wunderschöne und aussichtsreiche Überschreitung hoch über Hall in Tirol. Abslolut empfehlenswert und beliebig erweiterbar! An längeren Tagen bietet sich u.a ein Besuch der Fallbachkarspitze oder gar der Übergang zum Großen Bettelwurf an. Auch die Variante über die Kleine Wechselspitze und das Fallbachkar hinauf zur Hohen Fürleg ist eine Option. Wir kommen jedenfalls wieder!

Tourengänger: Nic, Lisa_


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