Wildhuser Schafberg 2373 m - Über den sonnigen Südwestgrat


Publiziert von Ivo66 Pro , 10. Dezember 2016 um 18:48.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Wildhaus - Gamplüt - Schäferhütte - Südwestgrat - Wildhuser Schafberg (Vor- und Hauptgipfel)
Kartennummer:1:25'000 Säntis

Der Wildhuser Schafberg ist der höchste Gipfel im St. Galler Teil des Alpsteins und der dritthöchste Berg überhaupt in diesem kleinen, aber wunderschönen Gebirge in der Ostschweiz. Seine steilen, nach Süden und Südwesten ausgerichteten Hänge erlauben es bei Schneemangel oft, den tollen Aussichtsgipfel noch bis in den Winter hinein oder schon früh im Frühjahr ohne besonderen Schwierigkeiten und Ausrüstung als alpine Wanderung zu besteigen. 

Der Normalweg, ein markierter Bergwanderweg, von Gamplüt zum Schafberg ist in meinen Augen einer der langweiligsten und eintönigsten Wegabschnitte im Alpstein, weshalb ich ihn so gut wie möglich zu meiden versuche. Eine tolle Alternative ist der Auf- und Abstieg über den nur im unteren Teil etwas ausgeprägten "Südwestgrat", der sich weiter oben in den steilen Gras- und Schrofenhängen verliert. Nur im unteren Teil ist er in einem Bereich ziemlich ausgesetzt - der Grat ist an jener Stelle gar leicht überhängend - aber stets gut begehbar. Die Hände kommen nur ab und zu zum Einsatz und von Kletterei kann nicht wirklich gesprochen werden.

Die Route ist durchwegs steil, aber meistens sehr gut gestuft und - zu dieser Jahreszeit das Wichtigste - während den meisten Tagesstunden der Sonne ausgesetzt. Während einer guten Stunde war ich heute gar im T-Shirt unterwegs; der weiter oben etwas lästige Wind machte dann doch noch den Griff in den Rucksack nach dem leichten Jäckchen notwendig.

Die Fernsicht war heute fast perfekt; etwas Wehmut kam bei uns auf beim Anblick der Oberhalbsteiner Alpen mit u. a. Piz d'Err und dem ebenfalls deutlich sichtbaren Piz Platta. Die Sicht reichte gar bis zu den Bernina Alpen. Wir sind heute auf der Tour gut und gerne 30 Menschen begegnet. Das sind etwa dreimal so viele wie auf allen unseren diesjährigen Sommertouren in Graubünden zusammen... Winter wo bleibst Du? Herr, lass es endlich schneien! ist man versucht zu sagen, denn bei aller Schönheit der aperen Grashänge und des Sonnenscheins würde viel Neuschnee nicht nur der Natur gut tun.

Routenbeschreibung und Verhältnisse:
Ganze Route schneefrei; nur im Gipfelhang liegen kleine Schneefelder, welche umgangen oder unschwierig traversiert werden können. Ab der Scharte zwischen den beiden Gipfeln liegt Schnee; der Auf- und Abstieg von der Scharte zum Vorgipfel ist aber schneefrei und war heute trocken.

Wildhaus - Gamplüt (T1)
Auf einem Fahrsträsschen (zwischendurch auf einem breiten Pfad durch einen Wald) erreicht man die Hochebene bei Gamplüt.

Gamplüt - Schäferhütte (T2)
Auf dem zum Wildhuser Schafberg ausgeschilderten und weiss-rot-weiss markierten Bergwanderweg erreicht man durch einen kurzen felsigen Abschnitt die Schäferhütte.

Schäferhütte - Wildhuser Schafberg Vorgipfel (T4)
Ziemlich bald nach der Hütte biegt man nach links ab und quert dort einen steilen, aber gut gestuften Grashang und steigt zum offensichtlichen Grat auf. Weiter folgt man nun dem hier überhängenden Grat, der vorwiegend aus Schrofen besteht und zwischendurch auch etwas ausgesetzt ist. Weiter oben verflüchtigt sich der Grat bald und geht in den steilen Südhang über. Auf beliebiger Route steigt man weiter hoch, wobei wir vor dem Gipfelhang einen markanten felsigen Aufbau links umgingen und durch eine Art breite Rinne weiter hochstiegen. Früher oder später trifft man auf den im oberen Teil steilen Bergwanderweg, der zum Vorgipfel führt.

Vorgipfel - Hauptgipfel (T3)
Man steigt durch eine gut gestufte Rinne mit Drahtseil etwa 10 Meter zur Scharte zwischen den beiden Gipfeln ab und erreicht in der Folge ohne Schwierigkeiten den Hauptgipfel.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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