Gauschla 2310m über Gämsweid und Chammegg


Publiziert von Bergamotte Pro , 8. Dezember 2016 um 18:34.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 5 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis P. 730 (Lauiwald)
Kartennummer:1155 Sargans / 1135 Buchs

Auf der Gauschla stand ich schon einige Male. Doch über die Chammegg-Route bin ich noch nie gegangen. Die wunderbar logische Führe sticht jedem passionierten Alpinwanderer sofort ins Auge und ermöglicht einen schnörkellosen Aufstieg. Auch beim Zustieg zur Ebene von Palfris lass ich mich nicht lumpen: Die Gämsweid-Route, eigentlich für Gonzen-Begehungen gedacht, ist ebenso direkt und sogar noch einen Tick anspruchsvoller als meine Fortsetzung.

Angesichts der Tourenlänge fahre ich mit dem PW ab Sargans bis in den Lauiwald hoch (P. 730), wo es Platz für wenige Autos hat. Es folgt der wohlbekannte, zügige Aufstieg zum Cholplatz und die Querung über gute Wegspuren an den Fuss der Follaplatten. Bereits von hier erkennt man zur Rechten die steile Rampe der Gämsweid. Man erreicht ihren Einstieg durch recht verwachsenes Gelände in Nähe der Felswand (teils Trittspuren vorhanden).

Die Routenführung durch die Rampe ist zunächst klar und unschwierig: Man folgt einfach den Drahtseilen bis zum Höhleneingang (mit Gittern versperrt). Von hier wenige Meter weiter zum Gedenkkreuz. Hier beginnt der anspruchsvolle Teil: Man quert nun weit nach rechts (Osten), ohne gross Höhe zu gewinnen. Diese Querung ist technisch unschwierig, aber ausgesetzt (gute T6-). Dabei widerstehe man der Versuchung, bei erstbester Gelegenheit die Steilschrofen hochzusteigen (was durchaus möglich wäre). Vorbei an den Tännchen und noch ca. 20 Meter weiter, bis man schliesslich zum langen Seil gelangt. Dieses hat schon bessere Tage gesehen. Ab hier ist ein Versteiger kaum mehr möglich: Alles ungefähr in der Falllinie hoch, da wo es halt am einfachsten geht. Das Gelände ist teils sehr steil, aber recht gut gestuft und die gefühlte Ausgesetztheit nicht mehr gleich hoch (knapp T6-). Ca. 40Hm unter der Alp Wang erreicht man wieder einfaches Weidegelände.

Auch wenn kaum Schnee liegt, ist die Jahreszeit hier oben nicht zu übersehen. Alle Bäche und Brunnen sind winterlich zugefroren und die Wege streckenweise mit grossen Wassereisflächen überzogen. Der Zustieg zur Chammegg-Route erfolgt über den Rücken vom Chamm. Man findet hier durchgehende Wegspuren bis mindestens zum Punkt, wo es stark aufsteilt. Der Routenverlauf ist vor Ort meines Erachtens klar und logisch; er lässt sich grob in vier Teile gliedern: 

1) Aufstieg über den breiten, harmlosen Grasrücken bis vor die markante Felsrippe (T4)
2) Umgehung der Rippe links (westlich) durch eine breite Grasrinne, bei trockenen Verhältnissen unschwierig (T5).
3) Nach der Rinne steuert man direkt die steile Grasrampe an, das Herzstück der Chammegg-Route. Diese ist zwar bestens gestuft, aber sehr steil und ausgesetzt (T6-). Das Drahtseil nimmt man deshalb gern zur Hand, auch wenn es rein technisch nicht nötig wäre. Anschliessend verbleiben wenige Meter bis zur Grathöhe.
4) Der Südostgrat bis zum Gipfel ist durchgehend begehbar und erfordert vorübergehend leichte, etwas ausgesetzte Kletterei (T5+/II-). Eine Umgehung durch die Ostflanke wäre problemlos möglich, gerade im Sommer. Anschliessend wieder über Gehgelände in wenigen Minuten zum grossen Steinmann auf der Gauschla (2310m).

Lohnend hier oben sind vor allem die Tiefblicke ins (Churer) Rheintal, ins Seeztal und zum Walensee. Zu begeistern vermag auch die kühn geschwunge Abgelöste. Der Blick nach Westen in die Alviergruppe wird durch eben diesen Alvier etwas eingeschränkt. Auf jeden Fall mehr als genug Aussicht für eine ausgiebige Mittagsrast.

Wer auf der Gauschla steht und zurück nach Sargans muss, hat doch einen rechten Marsch vor sich. Und ich entscheide mich für eine besonders umständliche Variante. Im Abstieg über die verschneite Nordflanke bin ich dankbar für die Trittspuren einer Gruppe von Einheimischer; sie ersparen mir - gepaart mit der entsprechenden Vorsicht - die Steigeisen (welche ich natürlich dabei hatte). Anschliessend, wenn immer möglich den Schneefeldern nach, über rauhes, meist wegloses Weidegelände zum Einstieg in den Vormsweg, wo ich das offizielle Wandernetz erreiche. 

Der Vormsweg (kurz T3) führt recht abwechslungsreich zur Palfrisstrasse runter. Der Gwaggel rüber zum Berghaus Gonzen wird "versüsst" durch 100Hm Gegenanstieg. Im folgenden Abstieg über Walserberg können endlich Höhenmeter vernichtet werden. Am direktesten wäre nun die Querung rüber zur Eisenleiter, doch diese Route kannte ich schon. Stattdessen setze ich den Abstieg fort bis zum Rheintaler Höhenweg, welcher mich zum Abschluss in sanftem Gefälle zurück zum Parkplatz im Lauiwald bringt.


Tipp: Die Krönung wäre die Überschreitung der Gauschla über folgende Routenkombination: Aufstieg über die Gämsweid und weiter durchs *Malanser Couloir. Abstieg über die Chammegg und via *Tschugga und Vorderspina nach Heiligkreuz runter. Wer muss da noch in die Hochalpen fahren!?


Zeiten
2:00  Wang
2:00  Gauschla
2:20  Lauiwald

Tourengänger: Bergamotte


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