Rundtour über das Mittaggüpfi (1917 m) – Infos zur Forschung über die Alpendohlen am Pilatus


Publiziert von johnny68 Pro , 5. Dezember 2016 um 19:56.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum: 5 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Lütholdsmatt - Mittaggüpfi - Tripolihütte - Wängen

Der heutige Tag mit dichtem Nebel über dem Mittelland lud geradezu ein, eine Bergtour zu machen, zumal die Südhänge in den Voralpen bis weit über 2000 m hinauf schneefrei sind. Ich entschied mich für eine Rundtour über das Mittaggüpfi, das die Pilatuskette gegen Westen fortsetzt.
 
Mein Start war etwas oberhalb der Lütholdsmatt, die man über eine Alpstrasse von Alpnach-Dorf her erreicht. Der Nebel reichte etwa bis auf 800 m hinauf; er löste sich im Obwaldnerland auch am Nachmittag nicht auf. Auf dem Alpsträsschen wandert man zuerst nach Märenschlag. Dort zweigt man rechts auf den Bergweg in Richtung Alp Feld ab. Steil geht es 400 m den Wald hinauf. Oberhalb des grossen Alpgebäudes erreicht man die sich zwischen dem Widderfeld und der Rottosse (eine kleine Felsbastion in Richtung Mittaggüpfi) befindliche Hochebene, die erstmals einen Blick ins Mittelland erlaubt.
 
Die Passage unter der Rottosse hindurch ist etwas ausgesetzt, aber gut begehbar. Es geht nach dieser Felsbastion steil durch den Fichtenwald hinauf auf die Hochmoorebene „Nätsch“. Bei der Kantonsgrenze OW/LU beginnt dann der etwas geröllige Schlussaufstieg aufs Mittaggüpfi. Dieses ist nur die obersten 5 m felsig. Ein grosses Kreuz steht auf dem Gipfel.
 
Vom Mittaggüpfi ist es ½ Stunde bis zur Tripoli-Hütte (1763 m; Eigentum der Pro Pilatus, welche die Pflege des Pilatus-Gebietes besorgt). Zuerst geht man dem Grat entlang, mit schöner Aussicht ins Entlebuch und ins Mittelland. Die letzten 50 Höhenmeter des Abstiegs haben es dann in sich. Es geht ein steiles Couloir hinunter, seilgesichert und mit einigen Treppen etwas entschärft. Die Tripoli-Hütte liegt an schönster Südlage am Wängengrat mit Aussicht auf die Alpen und ins Mittelland. Von der Hütte bin ich auf einem gepflegten Bergweg zur Wängenalp (1571 m) abgestiegen und alsdann auf dem Alpsträsschen zurück zur Lütholdsmatt.
 
Die Pilatus-Alpendohlen
 
Sowohl auf dem Mittaggüpfi wie auch bei der Tripoli-Hütte wurde ich von grossen Alpendohlen-Schwärmen begrüsst. Sie bettelten von meinem Picknick und führten kunstvolle Flugmanöver durch. Bis auf 1 m konnte ich mich den Vögeln nähern.
 
Dr. Hans Peter Büchel, ein Zoologe und Lehrer an der Kantonsschule Luzern, hat die grosse Alpdendohlen-Kolonie am Pilatus erforscht (Büchel, Hans Peter: Schwarze Vögel am Pilatus. Alpendohlen während 30 Jahren beobachtet und erforscht, Emmenbrücke 1999). Er beringte 700 Vögel, beobachtete ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Hierarchien.
 
Die Vögel nächtigen das ganze Jahr in den Felsen des Pilatusmassivs. Im Winter fliegen die Vögel am Morgen nach Malters. Die Strecke beträgt 8 km, sie benötigen dazu nur 150 Sekunden. Dies ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern, mit Maximas von 300 Stundenkilometern. In Malters finden sie sich auf dem Kirchendach ein und suchen alsdann Futter. Danach fliegen sie wieder hoch, wobei sie von der Thermik profitieren.
 
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Wer sich im übrigen für die Besteigung des Mittaggüpfis im Mittelalter durch den Zürcher Universalgelehrten Conrad Gessner (1516 – 1545) interessiert, dem sei ein Aufsatz dazu von Reto Nyffeler und Elisabeth Danner, beide Universität Zürich, zur Lektüre empfohlen. Hier der Link.

Tourengänger: johnny68


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Kommentare (2)


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dominik hat gesagt:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 08:40
300km/h???

dominik hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 08:44
ok ok, hab's schon gefunden :-)

http://sa555c8d0c5e5d685.jimcontent.com/download/version/1277709791/module/4265246163/name/BA_Sachanalyse_03_gross.pdf

sehr krass!


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