Hochhorn 2704m - Die zwei Unbekannten


Publiziert von georgb Pro , 7. Dezember 2016 um 09:24.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 6 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bruneck-Percha-Antholz Mittertal-Parkplatz Grentealm
Kartennummer:tabacco Antholzer Tal

Zwei Unbekannte warten heute auf mich: Das Hochhorn über Antholz (nicht zu verwechseln mit dem Toblacher Hochhorn) und Matteo, ein hikr-Kollege aus Bologna. Wir verabreden uns spontan per Telefon und lassen alles weitere auf uns zukommen.
Schon nach den ersten Schritten wird klar, Matteo ist gut trainiert und steigt forsch voraus!? Er vertraut mir und meinem Plan, doch in dem steilen Wald über der Mittertaler Ochsenalm scheinem ihm erste Zweifel zu kommen. Er sieht einfach nicht die vielen Spuren und Steige, die das Wild angelegt hat ;-) Trotzdem folgt er mir mutig, seine Tritte sind bedacht und sicher, ein angenehm entspannter Begleiter!
Bald erreichen wir felsiges Gelände und die ersten ausgesetzten Stellen fordern uns (Stellen II-), für Matteo eine echte Herausforderung. Solches Terrain ist er aus der Poebene und der Kletterhalle nicht gewohnt ;-) Tranquillo amico! Passo dopo passo! Bravo! Soweit mein Italienisch reicht, versuche ich ihn zu ermutigen und wir kommen gut voran. Wenige Meter vor dem Gipfel wirds nochmal richtig ernst, eine bockharte Schneeflanke steht im Weg und wir sind gezwungen, die Steigeisen anzulegen. Für Matteo ist das Neuland, doch er zeigt sich talentiert und mit gemeinsamen Kräften stehen wir wenig später glücklich am Gipfel. Nicht nur seine Augen glänzen, das Hochhorn hat uns beide beeindruckt. Strahlend blauer Himmel und der weite Horizont tun ihr übriges dazu. So entstehen Bergfreundschaften!?
Für den Abstieg wählen wir die einfachere Variante ins einsame Oberwielenbacher Tal. Nach einem Steilstück queren wir in fantastisch schönem, wilden Gelände zur Sattelscharte, die uns zurück ins Antholzer Tal führt. Auch hier leisten die Steigeisen wertvolle Dienste, Matteo hat sich inzwischen an sie gewöhnt und legt sie bis zur Ochsenalm nicht mehr ab ;-)
Der Schnee trägt nur bedingt, mit vorsichtigen Schritten und gelegentlichen 'Einbrüchen' erreichen wir mühsam den Übergang. Eine alte Schneeschuhspur zieht hinunter zur Ochsenalm, durch wilde Wälder und über eingeschneite Blöcke kommen wir langsam vorwärts. An der Alm beginnen wir zu entspannen und beglückwünschen uns gegenseitig zu der wunderbaren Tour.
Mit dem aufgehenden Mond huschen wir zurück zum Parkplatz und vor Einbruch der Dunkelheit verabschieden wir uns wieder voneinander. Inzwischen sind wir uns und dem Hochhorn nicht mehr ganz unbekannt ;-)

Tourengänger: georgb, zasf


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Kommentare (1)


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Menek hat gesagt:
Gesendet am 7. Dezember 2016 um 09:27
Bellissimo girone con una giornata al top!
Menek


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