Wallberg, Setzberg und Risserkogel


Publiziert von klemi74 , 7. Dezember 2016 um 21:17.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 6 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1270 m
Abstieg: 1270 m
Strecke:ca. 19km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Rottach-Egern am Tegernsee. Dort abbiegen in die Ludwig-Thoma-Straße in Richtung Sutten. Kurz vor dem Berghaus Sutten mit der Liftstation befindet sich links ein Wanderparkplatz. Mautpflichtig ist die Anfahrt auch, für die 2 Euro sind dann immerhin die Parkplätze kostenlos
Unterkunftmöglichkeiten:Im Sommer am Wallberghaus, dazu unten im Suttengebiet.

Entgegen der Prognosen von Anfang November sind auch dieses Jahr bis in den Dezember hinein Bergtouren ohne allzu großen Schneekontakt möglich. Das schöne Wetter muss dementsprechend genutzt werden, am Besten für eine Runde in den Tegernseer Bergen, wo die Gegend rund um den Risserkogel für mich totales Neuland darstellt. Fein, dass das jetzt noch geht...

Zwar herrscht heute kein Fön, dennoch verspricht die aktuelle Wetterlage strahlenden Sonnenschein von Früh bis Spät, und dazu noch ohne viel Wind. Start ist um kurz vor 9 am Parkplatz bei der Hufnagelstube. Der Auftakt der Tour ist mal wieder wenig spannend, der schattige Waldgürtel wird auf einem breiten Forstweg durchquert, der Boden ist oft angereift, aber glatt ist es nicht. Weiter oben lichten sich die Bäume und durch sonnenüberflutetes Almgelände wird das Wallberghaus am Sattel zwischen Wallberg und Setzberg erreicht.
Da ich auf dem Wallberg noch nie war, steht dieser als erster Gipfel des Tages auf der Agenda. Hinauf zur Bergstation der Seilbahn (diese kommt von der anderen Seite hoch und ist aktuell geöffnet) mit der bekannten Wallbergkapelle bleibt man auf einem breiten Weg und der Weiterweg zum höchsten Punkt wandelt sich auch erst nach einer letzten Alm zu einem Bergsteig. Vor dem letzten Absatz hinauf zum Kreuz sollte man den Pfeilen folgen (T2), meine direkte Variante ist etwas schwieriger (auf wenige Meter I). Oben überzeugt neben der Aussicht auf mehr oder weniger weit entfernte Berge vor allem der Tiefblick auf den "Lago de los Millionaros", also den Tegernsee.

Nach einer nicht allzu langen Pause steige ich auf gleichem Weg zurück zum Wallberghaus, gönne mir aber unterwegs noch einen Kaffee in der bewirtschafteten Bergstation. Dann steht aber der Aufstieg zum Setzberg an: immer schön schattig und frostig in der Nordseite geht es in Kehren nach oben, der Weg ist dick angereift, aber ganz gut begehbar - wahrscheinlich sogar um Einiges besser, als wenn er feucht und schmierig ist.
Der erste Abstieg nach Süden ist dann kurz unangenehm: der Boden ist oberflächlich angetaut, drunter aber gefroren, somit ist der Steig extrem rutschig. Im Wald ändert sich das aber, hier ist alles gefroren und das passt dann auch. Der Weiterweg zum Risserkogel verfolgt stets den Grat, ab und an geht es wenige Meter hinab, ansonsten natürlich bergauf. Vor dem Grubereck wird es etwas steiler, ansonsten sind die Steigungen durchwegs angenehm. Der letzte Abschnitt wird dann aber steil, dazu sind die Felsen mit angefrorenem Reif überzogen, so dass konzentriertes Gehen absolut notwendig ist. Lang ist die Passage nicht und dann bin ich schon oben.

Es ist angenehm mild und windstill, drum dauerte die Pause heute etwas länger als sonst. Aber nicht ewig, es steht noch ein langer Abstieg bevor.
Ich wähle die Variante über den Ostgrat und den Riederecksattel. Dazu steige ich wenige Meter leicht nach Süden ab, bevor der Steig nach Osten umschwenkt und eine sehr steile Rinne mit einigen Schneeresten hinabführt - bei trockenen Bedingungen T3, heute schwerer. Es folgt eine Querung zum Verbindungsgrat Risserkogel - Lahnerkopf, dann führt der Weg in die kalte, schattige Nordseite. Hier ist es teilweise ganz schön glatt, ein paar schrofige Stufen erfordern den vollen Einsatz der Stöcke, zweimal auch des Hinterteils. Dann bin ich auch schon auf dem Weg, der vom Plankensteinsattel zum Riederecksattel hinüberquert, hier ist es immer noch ein bisschem glatt, jedoch in wieder harmlosen Gelände. Nach dem Sattel sind es fünf Minuten, kurz nochmal in der Sonne, zur kleinen Riedereckalm.
Von hier aus will ich zur Lahneralm weiter, den Anfang des Steiges finde ich in der gefrorenen Weide aber nicht. Unten im Wald ist ein schwach ausgeprägter Kamm zu sehen, schaut ganz gut aus. Einige Minuten später und gut 50 Meter tiefer entdecke ich alte Fußabdrücke, danach auch verblasste Markierungen, ich bin also richtig. Im dichten Wald ist der Boden trocken, hier ist die Spur durchgehend gut erkennbar. Kurz vor der Alm scheint das Gelände arg sumpfig zu sein, da aber alles hart gefroren ist, macht das auch nix aus.
An der Alm treffe ich auf eine Forststraße, die ziemlich flach zur Straße in die Valepp hinabführt. Auf dieser Straße, vorbei am kleinen Suttensee, gehe ich fast eben zurück zum Auto. Unterbrochen wird der lange Marsch durch eine kurze Einkehr in der geöffneten Wildbachhütte gegenüber der Liftstation - ich hätte zwar keine gebraucht, verdient war sie aber allemal.

Fazit:
Die Massen wissen, wo es schön ist. Hier ist es sogar sehr schön, entsprechend steppt hier im Sommer der Bär! Die Massen mögen aber keine schneebedeckten Steige, so sind mir heute trotz des Traumwetters wenige Leute begegnet: zwischen Wallberghaus und Wallberg waren einige Wanderer unterwegs, auf den anderen Abschnitten insgesamt nur 2!
Bei gutem Wetter ist die Tour eher einfach, nur im Abstieg vom Risserkogel ist eine Bewertung als T3 angemessen. Heute war es natürlich ein bisschen schwerer, aber doch nie grenzwertig.

Gehzeiten:
Zum Wallberg 1h20
Zum Setzberg 45min
Zum Risserkogel 1h15
Abstieg 2h

Tourengänger: klemi74


Galerie


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