Gratüberschreitung am Vorderen Felderkopf


Publiziert von maxl , 6. Dezember 2016 um 18:14. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum:22 November 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Gleich am Ortseingang von Garmisch hinterm Hotel zweigt nach rechts eine kleine rumpelige Teerstraße zum Pflegersee ab. Obacht, die kostenlosen Parkgelegenheiten vor der Baustelle sind deshalb von unterbodengefährdenden Gräben gesäumt....
Unterkunftmöglichkeiten:keine

Die Ammergauer Alpen bieten dem Freund längerer und genussvoller Kammwanderungen diverse Möglichkeiten an. Eine dieser Möglichkeiten fehlt mir doch tatsächlich noch - es handelt sich um die Überschreitung des aussichtsreichen Vorderen Felderkopfes vom Brünstlkreuz zum Windstierlkopf. Der von München aus äußerst kurzen Anreise steht dabei freilich ein ziemlicher Hatsch in eher bedingt attraktiven Tälern entgegen - wenn man einen guten Teil aber auf die Dunkelheit verschiebt, stört das auch nicht mehr. Hauptsache, der Föhn wird ausgekostet.....!

Start der Tour ist der idyllische Pflegersee oberhalb von Garmisch, der durch momentane Straßenbauarbeiten in seiner Idylle markant eingeschränkt wird. Vom Seehaus geht's auf dem Fahrweg in leichtem Auf und Ab in den etwas unaufgeräumt wirkenden Lahnerwiesgraben. Jenseitig führt ein breiter Steig dann wieder bergan und auf eine weitere Schotterstraße; diese verfolgen wir in einem weiten Bogen, man kann aber auch aussichtsärmer auf kleinen Steigen abkürzen. Schließlich zweigt nach rechts ein Karrenweg ab, eine enorm steile Rampe, die direkt in den Gießenbachsattel hinaufleitet. Hier beginnt endlich der schöne Teil der Unternehmung: es geht nun den immer freier werdenden Kamm hinauf richtung Brünstlkreuz, kurz vor dem opulenten Symbol müssen wenige kurze steilere Stellen (T3) überwunden werden. Das Kreuz steht nicht auf einem eigenständigen Gipfel, jedoch auf einer schönen Aussichtsloge nach Garmisch und in's Wetterstein und Karwendel. 2h bis hier.

Zum eigentlichen Brünstlkopf geht man den Kamm noch einige Minuten weiter, bis man zur kleinen freien Wiesenfläche am Gipfel kommt. Der Pfad führt weiter am zumeist breiten Rücken und oft durch Latschengassen zum mit einem Steinmann versehenen Großen Zunderkopf; von hier ist's nimmer weit zum Vorderen Felderkopf, dem höchsten Punkt der Tour. Der Ausblick am kleinen Gipfelkreuz ist zwar toll, der Genuss desselben wird indes gemindert durch eine graue Wolkendecke und ziemlichen Sturm. Also stapfen wir gut eingepackt weiter zum kaum ausgeprägten Felderkopf, an dem ein erster Weg zur Enningalm abzweigt. Geht man aber geradeaus weiter, kann man als passionierter Gipfelsammler noch den kleinen Windstierlkopf mitnehmen, von dessen Gipfel man auf den Feldernkopf zurückblicken kann; der Pfad führt meist durch Latschengassen, kostet aber nur wenige Minuten vom zweiten Abzweig hinab zur Feldernalm. Gut anderthalb Stunden kann man für die Überschreitung einplanen, tendenziell bewegt sich die Schwierigkeit eher um T2.

Vom letzten Gipfel spazieren wir also auf dem ob des Schnees nicht immer gut erkennbaren Pfad zur Enningalm hinab, wo wir ermangels Wind eine kleine Jausn genießen können. Stärkung ist auch dringend notwendig, schließlich steht noch ein saftiger Hatsch bevor. Will man sich einen Gegenanstieg sparen, wählt man den rumpeligen Steig durch den Sulzgraben, der schließlich nach einem kleinen Schlenker nach Nordern wieder im Lahnerwiesgraben rauskommt. Hier kennen wir die Strecke ja schon, jetzt müssen wir nur noch im Dunkeln zum See zurückschlendern. 2h Abstiegszeit sind realistisch. Alles in allem hat man damit zwar eine nette Überschreitung abgearbeitet, muss sich aber der doch recht erheblichen Laufleistung bewusst sein, die einem so manchen Schweißtropfen kosten kann....!

Tourengänger: andl, maxl


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Kommentare (3)


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klemi74 hat gesagt:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 19:23
Hi Maxl,

das leidige Thema Fön... Hatte an dem Tag auch die Erfahrung machen dürfen, dass Fön nicht immer gleichbedeutend mit Sonnenschein ist - dafür immer starken Wind verspricht.

Aber die Fernsicht war trotzdem großartig!

Gruß,
Karsten

maxl hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 20:17
mhm, waren etwas überrascht, überhaupt keine Sonne abzubekommen. Aber die Stimmung find ich trotzdem meist toll! Die Gipfelrast fällt dann eben etwas kürzer aus, das schadet bei meiner durchschnittlichen Gipfelrast-Dauer ganz und gar net:)

klemi74 hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 20:21
Ja,

die Gipfelschläfchen haben sich auch bis zu mir herumgesprochen...


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