Balmfluechöpfli: Hornpfad rauf, Clubwägli runter


Publiziert von Kopfsalat Pro , 30. November 2016 um 19:14.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:29 November 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Aufstieg: 770 m
Abstieg: 770 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Rüttenen, Endhalt
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Rüttenen, Endhalt
Kartennummer:1107 Balsthal

Bei den ersten eisigen Tagen geht's heute einzig darum, möglichst lange an der Sonne zu verweilen.

Als ich in Basel in den Zug steige, wärmt die Sonne schon angenehm. Als ich bei Rüttenen Endhalt aus dem Bus steige, hängt eine dicke Wolkenschicht über dem Mittelland und es ist affenkalt. Falsche Tourenvorbereitung. Aber leider zu spät.

Dem WW entlang zum Steinbruch beim Reservoir. Hier treffe ich einen rüstigen Senior, der mich fragt, ob ich wisse, wo der Hornpfad raufgehe. Da dies auch mein geplanter Aufstieg ist, frage ich ihn, ob wir den Weg zusammen machen wollen. Bis er mir fertig erklärt hat, dass ich wohl viel schneller unterwegs sei als er, ist er schon ausser Sichtweite. Vor mir! Während er den Hügel raufrennt, wills bei mir nicht so schnell gehen.

Beim Veloständer treffen wir uns wieder, da er nicht weiss, wo der Hornpfad beginnt. Als ich ihm den Pfeil zeige und ihm den Weg weise, ist er schon weit weg. Ab hier sehe ich ihn nur noch, wenn er wieder irgendwo nicht mehr weiter weiss oder sich verfranzt hat. Das zweitletzte Mal auf dem Balmfluechöpfli, wo er den Abstecher zum Herrenloch verpasst hat und dies nun noch schnell nachholt.

Danach verabschiedet er sich, da er noch über Röti, Nesselboden, Stiegelos zu seinem Auto in Falleren muss. Ich nehme an, eine Viertelstunde später sass er bereits am Steuer.

Ich dagegen ziehe meine warme Jacke an und lese erst einmal die Zeitung, bevor ich auf dem Bänkli ein kleines Nickerchen mache.

Ausgeruht, gehts in den Kühlschrank auf der Nordseite des Grates. Erst nach Pt. 1159 verläuft der Weg wieder mehrheitlich an der Sonne.

Der obere Einstieg zum Clubwägli ist mittlerweile zwar auf der LK 1:25k (die leider immer schludriger ausgeführten wird, sodass die markante S-Kurve oberhalb der Glatti Flue wohl aus Pixelmangel begradigt werden musste) eingezeichnet aber nicht markiert und erfordert deshalb etwas Orientierungssinn, da es zahlreiche - sogar rot markierte - Abzweiger vom WW gibt, die aber alle nicht zum Ziel führen.

Nach anfänglich klarem Trasseeverlauf, gibts immer wieder Stellen, wo der Weiterweg nicht direkt ersichtlich ist. Die LK hilft hier leider nicht weiter, da der dort eingezeichnete Weg, wie wohl auch die meisten Felsen, mehr der Phantasie des Zeichners, als der Wirklichkeit geschuldet sind. Da war wohl schon lange niemand mehr von swisstopo physisch, geschweige denn mit einem GPS vor Ort. Wer wissen will, wo der Weg wirklich durchgeht, findet in diesem Bericht von poudrieres einen GPS-Track. Pitoyabel für ein Unternehmen, das von sich behauptet, die besten Landkarten der Welt herzustellen!

Hinzu kommt - nicht von swisstopo verschuldet - das tiefe, rutschige Laub, das allfällige, auf dem Weg liegenden Steine oder Wurzeln komplett bedeckt, sodass man immer vorsichtig ertasten muss, wo man seinen Fuss hinsetzen kann, ohne wegzurutschen. Auch rein optisch erfordert die stete Sicht auf auf den ungebremsten Abflug, den man nehmen würde, wenn man sich einen Fehltritt erlaubte, einiges mehr an Konzentration, als im Aufstieg.

Da ich hier diesen Bericht schreibe, habe ich es aber - wider erwarten - doch noch geschafft, heil runterzukommen.

Als ich in Rüttenen Endhalt ankommen, geht gerade die Sonne unter und Minuten später kommt auch schon der Bus. In diesem Sinne habe ich mein Tagesziel vollkommen erfüllt.

Tourengänger: Kopfsalat


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