Rotgrubenspitze 30.10.17


Publiziert von getphilipp , 29. November 2016 um 21:39.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum:30 Oktober 2016
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 


Rotgrubenspitze (3040) /Stubai 30.10.2016

Material, Skitourenparadies Sellraintal-Kuhtai (Beschreibung), kann man vom Netz laden
auf der Tour benutzte Karte Stubaital 1:25000  Mayr  XL,  hat mich jetzt auf einige Gipfel gebracht, inzwischen habe ich die AV Karte Stubai/Sellrain, scheint besser (Höhenlinien, Spalten, Skitouren)

Talort: Gries, Übernachtungsmöglichkeit Pension Notburga. In St Sigmund und Haggen schien alles zu
(Zwischensaison!).
Route. Aufstieg v. Haggen durchs Kraspetal, Abstieg wie Aufstieg, dann noch nach Gries.
Höhenunterschied: Knapp 1400 im Aufstieg, ca. 1900 im Abstieg.
Schwierigkeiten: Die Beschreibung sagt ZS, Klettern am Grat II+, bin ich mit einverstanden.
angegebene Zeit: 4-4:30h im Aufstieg benötigte Zeit: 6:50 (Pausen nicht abgezogen, hüstel) im Aufstieg, 4:30 im Abstieg Verpflegung: Wg Zwischensaison kein Essen in Notburga, wohl ein Wasserkocher, in Gries ist ein Supermarktn und eine Pizzeria, bei beiden Öffnungszeiten (der Küche, s.u.!) beachten, ansonsten an der Tanke ein Automat mit regionalen Milchprodukten und Honig.

Mit der Pension Notburga war ich sehr zufrieden, die Gastfamilie ist freundlich und entgegenkommend. Um 6:45 faehrt mich der Gastwirt (günstig) von Gries nach Haggen. Ich hatte die Strecke am Vortag abgelaufen und 2h gebraucht, also gefahren ist viel besser. In Haggen am Forellenhof (1646) vorbei ueber den Bach, links am Waldrand eine Rehfamilie im Morgennebel, und durchs Kraspetal. (Zum Zweiten Mal dieses Jahr, beim ersten Mal, im Mai, vom Hüttl am Stoa (oder so) Übergang zum Finstertalspeicher und nach Kühtai).
Die erste Zwinge (Talverengung) umgeht der Weg (in Blickrichtung) rechts, ich weiss vom letzten Mal
dass es bei Schnee hier schwieriger wird. Aber jetzt ist hier noch keiner. Vorbei am Hüttl  (Betreten verboten) in die obere Zwinge, da, so auf 2450, ziehe ich Steigeisen und rutsche dann auch weniger. Es gibt keine menschlichen  Spuren im Schnee, während des ganzen Aufstieges. Die Farbmarkierungen sieht man trotz etwas Schnee und Eis noch gut bis zum Kraspesee (2550), da hören sie wohl auf. Der Weg führt nicht direkt am See vorbei, aber man sieht den See von oben unten in der Mulde liegen.

Zwischen hier und Kraspeferner muss ich mich 2-3 Mal länger orientieren was einige Zeit kostet. Habe
kein GPS, aber Karte, Kompass, Höhenmesser und recht gute Sicht (heiter bis wolkig). Die Beschreibung
ist auf dem Stueck recht vage. Es gibt Steinhaufenreihen aber nicht alle führen dahin wo ich hin will. Habe auch
etwas Probleme mit der Identifizierung der Gipfel links. Die gute Variante ist Steinhaufen zu folgen die erstmal etwas in Richtung dieser Gipfel führen und dann nicht weit von deren Fusse entlang Richtung Schneefeld (beginnt so auf 2800) aufzusteigen. In der Ferne ein Schwarm Vögel im weissen Winterkleide, gackern etwas, aber macht ja nichts. Wie die Beschreibung sagt, der Ferner ist im unteren Bereich steil. Ich sinke halbknietief ein, empfinde es als anstrengend. Von hier bis zum Grat wären Schneeschuhe hilfreich gewesen. Über die ganze Tour gesehen ist das -  wie in der Zwischensaison zu erwarten- nicht sicher, ich glaube beim nächsten Mal würde ich sie mitnehmen. Beim Ausstieg aus dem Steilstück benutze ich die Hände.

Dann betrete ich den ebenen Teil des Ferners. Bis jetzt war die Tour im Schatten was den Übergang ins gleissende Sonnenlicht jetzt noch dramatischer macht. Der bis auf Hasenspuren unberührte Ferner bietet einen fantastischen Ausblick. In der Ferne auf einer Kuppe im Schnee ein grosses Tier, vielleicht ein Steinbock.
Ab hier ist die Orientierung wieder einfach. Ähnlich wie die Beschreibung sagt, auf den tiefsten Punkt/Einsattelung am Grat jenseits des Schneefeldes, ziehmlich weit links, fast am Fuss der Rotgrube(nspitze). Bei der Überquerung des Ferners vermisse ich wieder Schneeschuhe.

 Am Südhang der Rotgrubenspitze führt dann eine sehr gut mit roten Punkten markierte Route auf den Gipfel. Das meiste ist guter Fels, im I-II Bereich, und amüsant. Ich packe die Steigeisen wieder ein, was ich nicht bereuen sollte. Es gibt eine Schlüsselstelle die eher III ist, weswegen die Gesamtroute wohl eine II+ bekam. Hier zwei Varianten, links eine Kante und rechts ein Riss. Die Kante ist ausgesetzt und mit (2-3) Sicherungsringen versehen und sicher in dem Moment nichts für mich. Der Riss ist auch etwas steil, aber deutlich weniger ausgesetzt. Mein Trekking - Rucksack ist etwas hinderlich (aber wenn man mit ÖV unterwegs ist will man keine 3 Rucksaecke dabei haben). Mit rechtem Bein und Arm im Riss verklemmt und langsam geht es. Ich denke mit zur Not den Rucksack etwas werfen komme ich da auch wieder runter. Der Rest ist wieder einfacher. Um 13:50 bin ich nach fast 7 h oben. Gipfelkreuz, Gipfelbuch. Man sieht den Rosskogel, wo ich im Juni war, vom Winterraum der Pforzheimer aus, zur weiteren Identifizierung bin ich zu müde, es gibt auch ein paar Wolken. Im Gipfelbuch bin ich der erste seit August, auch in früheren Jahren ab Anfang Oktober wenig Wintereinträge. Soll doch ein Skiberg sein, aber manchmal verstehen  Skier ja unter Gipfel etwas anderes ;-) Ich bleibe eine halbe Stunde oben und geniesse (was weiss ich auch nicht so genau aber es ist gut).

Abstieg. Der Gastwirt meinte ins Gleirschtal. Hier hatte ich das noch so verstanden:  die markierte
Kletterroute wieder zurueck, dann übers Schneefeld Richtung Rosskogel und auf der Pforzheimer-Rosskogel Route absteigen. Das sieht mir vor allem wegen des mühsamen Vorankommens im Schneefeld nicht einladend aus. Eigentlich sieht der direkte Abstieg ziehmlich manierlich aus. Aber ich kann nur etwa 80-90 Prozent einsehen und bin nicht in Stimmung für Experimente. Später drang sich der Verdacht auf dass er diese Route meinte. Das würde vielleicht wirklich Ratz Fatz gehen. Auf der AV Karte sah ich noch später dass die Skiabfahrt ab der Einsattelung, wo die Kletterroute beginnt, (s.o.) beginnt. Nun ich steige auf der Aufstiegsroute ab. Die Schlüsselstelle am Grat geht runter besser als hoch, ich werfe keine Rucksaecke. Erinnere mich dass mir im Elbsandsteingebirge Risse auch oft runter einfacher fielen als hoch. Aber Vorsicht vor Verallgemeinerungen. Kurz vor der Einsattelung die den Einstieg der Kraxelroute bildet kürze ich nach rechts ab, geht auch. Um 18:00 verpasse ich in St.Sigmund (wie erwartet) den letzten Bus (17:33?), um 18:50 bin ich kurz vor Gries. Den ganzen Tag kein Mensch, im Abstieg Spuren von ein paar Wanderschuhen, die Einzigen, bis zum See. Den Abstieg nach Gries (1900 Höhenmeter) packe ich in 4:30h da mache ich mir keine Vorwürfe.  Ab St. Sigmund mir der Stirnlampe. Kurz vor Gries die Scheinwerfer eines parkenden Autos. Ich denke zunächst an einen übereifrigen Parkwächter der jetzt Rechenschaft von mir will (die Zeit in Ungarn prägt). Aber es ist die Gastfamilie die mich schon gesucht hat. Schade ist dann dass der Pizzeria chef der Marmota um 20:15 wg anstehenden Betriebsurlaubes nichts mehr zu Essen servieren kann.  Also ein Frust/Feierbier und dann muss ich mit dem Brot/Speck/Käse der mich schon die letzten 2 Tage begleitete vorlieb nehmen. Aber wenn Messner -ja, ich bin nicht er- 2 Tage ohne Essen und Trinken auskommt, sollte das doch auch gehen und eigentlich bin ich eh mehr müde als hungrig.

Fazit: eine sehr schöne und abwechlungsreiche Tour, wohl der schwierigste der 4 3000er die ich jetzt im Sellrain gemacht habe. Selbst der Grossglockner im August (!) (s. Post) kam mir etwas einfacher vor.



Tourengänger: getphilipp



Kommentare (9)


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klemi74 hat gesagt:
Gesendet am 29. November 2016 um 22:36
Hallo getphilipp,

erstmal, ein bisschen verspätet, willkommen bei hikr.org!

Ich erlaube mir jetzt einfach mal, meine Meinung zu Deinem Bericht zu schreiben - soll ja vor allem eine Rückmeldung und Hilfestellung sein...

1.) Schöne Tour!
2.) An sich gute Beschreibung, aber irgendwie etwas anstrengend zu lesen - könnte auch an den fehlenden Umlauten liegen. Doppelt brauchst Du sie sicher nicht einzustellen!
3.) Bitte verschiebe die Tour nach Österreich, namentlich in die Zentralen Ostalpen und dort wiederum in die Stubaier Alpen
4.) Bitte setze noch die Wegpunkte, also mindestens mal den für den Gipfel - das hilft anderen Usern, die Berichte zu diesem Berg suchen, bei der Recherche ungemein weiter. Geiches gilt für die sonstigen Daten im Tourenkopf
5.) Bilder wären natürlich auch toll...

Gruß und nix für ungut,
Karsten

getphilipp hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. November 2016 um 10:44
Hallo Karsten,

es freut mich dass Dir die Tour gefällt. Ich sah dass Du viel postest, vielleicht gucke ich demnächst mal genauer.
Hast Du darüber hinaus noch eine Rolle bei der site? Es ist einfacher und persönlicher als zu fragen als zu suchen.

Danke für die Kommentare zur Form. Umlaute kann ich gerne nachtragen. Beim Hochladen behielt das System mein
Format nicht, daher sind die Zeilenumbrüche etwas komisch. Ansonsten finde ich "irgendwie anstrengend zu lesen" etwas vage. "doppelt einstellen" verstehe ich auch nicht.

Beim Auswahlmenu der Gebiete war kein "Austria" und kein "Österreich", wo stellt man das ein?

Fotos habe ich meistens keine, da ich keine Kamera benutze, waypoints gucke ich beizeiten mal, nächstes WE ist die nächste Tour.

Viele Grüße,

Philipp

klemi74 hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. November 2016 um 20:26
Hallo Philipp,

hat a bissl gedauert mit der Antwort...

Also:
Das "anstrengend zu lesen" bezog sich vor allem auf die Umlaute, aber auch auf die willkürlichen Zeilenumbrüche, die Du aber ja schon erklärt hast. Doppelt ist Dein Beschreibungstext, ist vermutlich beim Einfügen des Textes passiert. Einfach noch mal den Entwurf durchschauen, bevor Du auf "Publizieren" drückst.

Mit den Regionen, das ist eigentlich ganz einfach: beim Eintragen eines neuen Berichtes wirst Du gebeten, eine Region auszuwählen. Du bekommst, wenn Du auf "Region wählen" klickst eine Auswahl aller von Dir schon benutzten Regionen. Rechts steht noch die Auswahl "alle". Wennst da drauf gehst, wird Dir auch Österreich angeboten.

Mit den Wegpunkten isses auch kein Problem:
Rechts erscheint ein Feld zum Bearbeiten der Wegpunkte. Draufklicken, es öffnet sich die Karte. Scrollen und Zoomen, dann wirst fündig umd kannst die notwendigen Wegpunkte anklicken.

Ich bin übrigens ein ganz normaler User. Als ich meine ersten Berichte geschrieben habe, hätte ich mich gefreut, wenn mir gesagt worden wäre, was passt und was nicht passt. War aber nicht der Fall. Drum gebe ich jetzt ab und an eine kurze Rückmeldung - das soll dann gar keine ernsthafte Kritik sein, sondern eher ein Hinweis, was besser sein könnte.

Das mit den Fotos ist schade, funktioniert aber ja auch mit dem Smartphone...

Gruß,
Karsten

getphilipp hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. Dezember 2016 um 21:48
Hi Karsten,

Danke für die Erklärungen!

Umlaute sind jetzt da, der doppelte paste gelöscht, Umbrüche habe ich etwas probiert.

Smartphone habe ich auch nicht, wohl 2 Festnetzanschlüsse, aber da werden die Bilder nichts, also ich hoffe dass meine Leser ihre Vorstellungskraft benutzen ;-)

VG

Philipp

getphilipp hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 10:49
... im Menu der Regionen habe ich jetzt doch Austria...gefunden,
aber nicht alphabetisch eingeordnet, daher beim ersten Mal übersehen,
ph

klemi74 hat gesagt: RE:
Gesendet am 6. Dezember 2016 um 14:14
Ach, jetzt wird mir klar, warum Du nicht fündig geworden bist: die Regionen sind alphabetisch sortiert - aber nur wenn man "Deutsch" als Menüsprache ausgewählt hat. Bei anderen Sprachen bleibt die Sortierung so wie im Deutschen; wenn die anderssprachigen Landesnamen einprogrammiert sind, passt natürlich dann die Sortierung nicht mehr...

getphilipp hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. Dezember 2016 um 21:57
ok, Danke, Karsten. Waypoints habe ich jetzt auch 2. Bin gerade zurück von der Schöntalspitze. Sah dass es schon einige posts gibt, u.a. von Dir. Aber noch keinen vom Dezember, hehe

klemi74 hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. Dezember 2016 um 20:26
Ja,
Dann passt's doch soweit.

Und die Schöntalspitze würde ich bei Schneelage sicher nicht angehen... Im Sommer wars ja eine nette, entspannte Kraxelei, aber bei Schnee und Eis wär die für mich nimmer lustig.

getphilipp hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. Dezember 2016 um 20:37
Die Winterroute ist eine Andere, sie geht durchs Schoental, werde es noch posten...


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