Auf dem Hohen Frassen (1979 m) zwischen Wolken und Nebelmeer


Publiziert von alpstein Pro , 26. November 2016 um 18:46.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechquellengebirge
Tour Datum:26 November 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 680 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:über Rheintalautobahn CH bis Widnau - Diepoldsau - Autobahn Vorarlberg bis Bludenz - Talstation Muttersbergbahn, genügend kostenlose Parkplätze vorhanden
Unterkunftmöglichkeiten:Einkehr im Alpengasthof auf dem Muttersberg, in der Saison auch auf der Frassener Hütte Talfahrt mit der Gondelbahn pro Person moderate 8,40 € Muttersbergbahn

Mittlerweile sind es 4 Wochen her, seit wir zuletzt auf einen Berg gestiegen sind. Die Föhnphase ging zwar gestern zu Ende, aber nach nächtlichem Regen sollte heute zumindest trockenes Wetter herrschen. Dies wollten wir nach der Wanderpause für einen Konditionstest nutzen. "Sportlich ambionierte Wanderer" nehmen den "Hohen Frassen" gemäß Hompage der Frassenhütte ohnehin vom Tal aus in Angriff. Mit Schnee als Hindernis brauchten wir in dem südexponierten Gelände nach den Temperaturen bis 20 Grad in Bludenz unter der Woche wohl kaum rechnen.

Das Wetter zeigte sich bei unserer Ankunft heute Morgen bescheiden. Bodennebel über dem Tal, eine dichte Wolkendecke hing auf etwa 1400 m. Da unser Anspruch an das Wetter heute gering war, machte uns dies aber nicht viel aus. So machten wir uns Richtung Muttersberg auf den Weg. Die Wanderbrücke an der Talstation  (680 m) überquerend, schwenkten wir auf die Aufstiegsroute ein. Dem Straßenverlauf folgte sie nur kurz, um auf einen schönen Bergweg durch den lichten, föhrenbestandenen Wald abzubiegen. Mal Bergweg, mal alter Alpweg, die Kapelle Oberes Bild (1040 m) passierend, ging es stetig bergan. Die Luftfeuchtigkeit war hoch und die beschlagene Brille passte gut zu den trüben Verhältnissen.

Die Bergstation der Gondelbahn links liegen lassend, strebten wir auf einem schönen Bergweg der Frassenhütte (1725 m) zu. Die Verhältnisse waren noch immer trist. Dass wir über den Nebel kommen könnten, glaubten wir kaum. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und die Sicht wurde auf ca. 1600 m plötzlich zunehmend besser. Beim Blick zurück waren schon das Rätikon und Gipfel in der Silvretta zu sehen. Richtig sonnig war es zwar nicht, aber manchmal muss man auch mit etwas weniger zufrieden sein.

An der Frassenhütte bot sich dann schon ein tolles Panorama bis hin zum Alpstein, der sich als eine große Insel in einem Nebelozean präsentierte. Durch eine Teepause gestärkt machten wir uns an den Schlussaufstieg zum Gipfel (1979 m), der lt. Wegweiser noch 40 Minuten dauern sollte. Restschnee des letzten Wintereinbruchs konnte uns beim Gipfelsturm nicht aufhalten. Das Gelände ist auch durchweg gefahrlos zu begehen und dürfte sich auch im Winter für eine Schneeschuhtour anbieten.

Die 360 Grad-Aussicht am Gipfel ist grandios. Widderstein, Rote Wand, Piz Buin, Sulzfluh, Schesaplana, Tödi, Glärnisch und Säntis, um nur einige zu nennen, sind im weiten Rund zu sehen. Angenehme Verhältnisse bei Null Wind machten den Gipfelaufenthalt angenehm.

Etwas erstaunt waren wir, dass doch auch einige andere Bergverrückte heute unterwegs waren. Die Seilbahn macht es wohl möglich. Diese haben wir heute nur zur Talfahrt ab dem Muttersberg genutzt. Diese muss aber mit einem Zwischenaufstieg von ca. 100 Hm auf den Madeisakopf erkauft werden. Dafür wird man oben bei einer Einkehr im Alpengasthof Muttersberg mit Getränken der Wahl belohnt. Die Talfahrt traten wir in einer dichten Nebelsuppe an. Aber das war uns dann völlig egal.

Fazit: Mit geringem Anspruch an die Wetterverhältnisse gestartet, wurde es doch ein schöner Tag. Es war unsere Frassen-Erstbesteigung. Ein weiterer Besuch mit anderer Routenwahl bietet sich an. Treffen Schönwetter und Bahnbetrieb zusammen, dürfte man aber am Wochenende kaum alleine auf dem Berg sein.

Hinweis: Die Muttersbergbahn ist im Winter von Freitag bis Sonntag in Betrieb

Tourengänger: alpstein, Esther58


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