Vom Eigental zur Bründlenhütte und auf den Spuren von Pontius Pilatus....


Publiziert von donalpi , 25. November 2016 um 18:40.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:24 November 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-LU   CH-NW   Pilatusgebiet 
Aufstieg: 535 m
Abstieg: 535 m
Strecke:Gantersei-Unterlauelen-EWL Grillhütte-Bründlen-Bründlenhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Luzern-Kriens-Obernau-Eigental, Parkplätze Gantersei (am Wochenende Parkgebühr Fr. 5.-- pro Tag) Bus von Luzern
Unterkunftmöglichkeiten:Eigental, Unterlauelen
Kartennummer:LK 1170 Alpnach

Kurz vor Mittag starte ich beim Parkplatz Gantersei im Eigental und marschiere auf der Talstrasse in Richtung Unterlauelen, bleibe aber auf der Talstrasse bis zur Abzweigung zur Feld- und Oberalp. Hier links hoch nach der Hütte mit Grillstelle auf einem kleinen Weglein im Schwändeliwald.
 
Der Weg steigt in Kurven steil hoch und ist teilweise mit Holztreppen versehen, bietet aber auch einen sehenswerten Tiefblick ins Eigental. Schnee ist nur noch vereinzelt in Mulden übriggeblieben, auch ist der Weg nicht mehr vereist. Schon bald erreicht man den Felsengürtel und nach einer mit Ketten gesicherten Querung einen Bach der von hier direkt ins Eigental hinabstürzt.
 
Es ist eine wilde Gegend, überall hohe Wände und das Tosen des Baches. Ein bisschen weiter folgt ein Wegweiser, der den Weg zur Feld- und Oberalp zeigt. Man kann von hier aus die Oberalp auf 2 verschiedenen Wegen erreichen.
 
Ich bleibe auf dem linken Weg und finde nach kurzer Zeit links Spuren eines Pfades, der zur Bründlenhütte führt, hier hat es noch Schneereste und der Boden ist nass und glitschig, Markierungen sind hier nur noch spärlich vorhanden, unter dem Schnee findet man sie sowieso nicht. 
 
Von hier oben kann man gut den Standort des ehemaligen Pilatussees ausmachen, wo der Sage nach Pontius Pilatus begraben liegt....
 
Hier einige Erläuterungen zu dieser Sage:
 
"Im Sommer 1475 brach am Abend des Johannistages in der Zeit nach dem Abendessen ein so ungestümes Unwetter über Luzern herein, wie es vorher und nachher nicht mehr erlebt wurde, 
Jedermann weiß, dass nahe bei Luzern ein Berg steht, den man Frackmont nennt, und der von den gewöhnlichen Leuten auch Pilatus geheißen wird. Auf diesem Berg wohnt in einem Weiher oder See ein Gespenst. Nach dem Bericht alter Geschichten soll es der Geist des Pilatus sein. Deshalb darf niemand an den Ufern des Weihers freventlich lustwandeln oder etwas hineinwerfen....
 
Der Zutritt zu dem See und selbst der Besuch des Berges waren verboten; wegen versuchter Besteigung wurden 1387 sechs Geistliche zu Luzern ins Gefängnis geworfen und selbst der Herzog Ulrich von Württemberg und 1555 der berühmte Konrad Gesner wurden nur unter Aufsicht und dem Versprechen, nichts in den See hineinwerfen zu wollen, hinaufgelassen. Noch im vorigen Jahrhundert (im 19. Jh.) sprachen die Sennen bei Sonnenuntergang durch die 'Volle', den Milchtrichter, einen feierlichen Segen gegen den Unhold und wurden dafür mit dem sogenannten Rufkäse belohnt...."
 
Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter...
 
Nun noch ein Stück durch den Wald und schon ist das kleine Hüttli auf Bründlen, 1518 m. erreicht. Hier gibt es nun das verspätete Mittagessen. Früher war es Tradition, mit Kollegen immer im Spätherbst abends zur Hütte aufzusteigen, dort genüsslich zu Speisen und dann auch auf Luftmatratzen, die wir auf den Boden legten, zu übernachten....Es war zu jenen Zeiten auch Tradition, immer im Spätherbst beim Gipfel des Widderfeldes unsere Zelte aufzuschlagen und nach dem Lagerfeuer auch dort oben zu übernachten. Tempi passati!
 
So, jetzt geht es auf dem gleichen Weg zurück, Fehltritte sind an vielen Orten effektiv nicht erlaubt, aber nach kurzer Zeit erreiche ich wieder den Talboden und auch das Restaurant Unterlauelen, wo mich Elsbet bereits erwartet. Nach einem "Schwingerkafi" geht es gemütlich zurück zum Parkplatz Gantersei. Tour solo.
 
Weitere Touren von Bründlen aus:
 
- Querung unter dem Chastelendossen zur Klimsenkapelle (T4, Weg nicht immer ausgeprägt.
 
- Aufstieg zum Gemsmätteli (ist leichter als es zuerst von unten her aussieht, T4, I)
 
- Bin einmal im Winter an einem Freitag nachts mit Stirnlampe, Steigeisen und den Skis auf dem Rucksack  bei Schnee und Eis hier nach Bründlen aufgestiegen (T4) und bis zur Oberalp weitergegangen, die Oberalp war damals im Winter geöffnet und es hatte 4 Schlafplätze, ( Dies ist heute nicht mehr der Fall, die Hütte ist geschlossen.) Dann am anderen Tag mit den Skis aufs Mittaggüpfi, Supertour, aber heikel im Winter nachts nach Bründlen hoch....

Tourengänger: donalpi


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