Auf den Pizzo di Campello 2660 m. in der Leventina.


Publiziert von donalpi , 23. November 2016 um 20:14.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:15 Oktober 2005
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Molare 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1060 m
Abstieg: 1060 m
Strecke:Cari-Alpe Vignone-Capanna Gana Rossa-Pizzo di Campello-Lago di Cari-Pro da Lei-Prodör-Cari
Zufahrt zum Ausgangspunkt:A2 Ausfahrt Faido-Cari Bus von Faido
Unterkunftmöglichkeiten:Faido, Campello
Kartennummer:LK 1252 Ambri-Piotta 1253 Olivone

Es gilt, die letzten schönen Herbsttage auszunützen, also nochmals zur Capanna Gana Rossa und dann auf den Pizzo di Campello. Auf diesem Gipfel war ich noch nie, der fehlt mir noch in dere Gegend, war aber schon ein paar Mal auf der Cima di Gana Rossa, gleich oberhalb der Hütte und auf allen Gipfeln bis zum Pizzo Molare.
 
Cari wirkt wieder wie ausgestorben, das ist  hier ausser im August, meistens der Fall. Unterhalb des Sessellifts an der Strasse ist ein Parkplatz. Nun steigt es zuerst auf einer Fahrstrasse hoch nach Fragera und Cari di Dentro. Auch hier sind die umgebauten Rustici alle verlassen. Ich wähle den Pfad in Richtung Stabbio, dann folgt der Uebergang über den Ri di Bassengo. Der Bach sieht so harmlos aus, man kann sich gar nicht vorstellen, was für eine Menge Wasser hier herunterkommen kann. Habe dies einmal nach einem Gewitter erlebt, da musste man aufpassen, dass man nicht hinuntergespühlt wurde....
 
Der weitere Aufstieg durch den Bergwald bei "Pesc vert" ist ein wahrer Genuss, man hört nur noch das Rauschen des Baches und das Gezwitscher der Vögel, auch der Pfad ist angenehm zu begehen und  markiert. Bei der schönen Alpe di Vignone ist nie jemand zugegen, aber es tummeln sich im Umfeld der Alp noch einige Schafe herum. Nun steigt der Weg an bis zur kleinen sumpfigen Hochebene von Segna, 2079 m. mit einer alten Schäferhütte.Oberhalb von Segna folgt ein kleines Couloir und man erreicht hier den Weg, der von der Alpe di Cari herkommt, auch wird hier die Aussicht immer imposanter.
 
Das Weglein steigt nun noch ein bisschen bergan und dann erreicht man nach einem kurzen Marsch geradeaus die Capanna. Eine Besonderheit dieser Hütte ist die Tatsache, dass man beim Weggehen die Fenster nicht schliessen darf, sondern nur die Läden schliessen muss, sonst wird alles feucht. Diese Capanna wurde eigens für den Bau der Starkstromleitung über die "Sella di Ör Languosa" gebaut, aber tadellos unterhalten.
 
Nun gibt es zuerst eine Champignonsuppe und anschliessend "Tortellini alla Panna" mit einem Boccalino Merlot. ....Draussen wird es für diese Jahreszeit sehr kalt, aber ich verweile noch draussen und bestaune  die Farben des Sonnenunterganges.
 
Am anderen Morgen muss ich mich überwinden, den warmen Schlafsack zu verlassen, denn  draussen  beträgt die Temperatur nur  -5°, muss also gar nicht pressieren, denn es sind sehr steile Grashänge zu queren und das geht besser, wenn der Reif weggeschmolzen ist. Das Wetter ist auch wieder absolut top, kein Wölkchen am Himmel, ein Prachtstag.
 
Zuerst geht es von der Hütte ein Stück auf dem Hüttenweg zurück bis zum oberen Weg der vom Lago di Cari oberhalb von Segna hochkommt. Hier folge ich einer undeutlichen Spur im Gras hoch bis auf einer Höhe von ca. 2400 m. unterhalb der Cima di Gana Rossa. Das Gelände wird steiler und steiler, aber ich quere unterhalb der Bassa di Canariscetto bis unter den S-Grat des Campello. Hier nun im steilen Gelände hoch, manchmal hat es undeutliche Spuren, bis auf den Grat, den ich ca. auf einer Höhe von 2550 m. erreiche. Nun teils auf Wegspuren im Blockgelände auf dem Grat bis zum Gipfel auf 2660 m. 
 
Hier gönne ich mir die erste Rast. Der Berg bietet ein 360°-Panorama, einerseits auf die Lukmanierseite mit Blick zum Scopi und zum Adula, anderseits zur Leventinaseite hin die Gipfel des Campo Tencia und des Pizzo Forno. Weiter weg dann noch die weisse Kuppe des Basodino und die Gipfel des Rotondogebietes. In der entgegengesetzten Richtung dann der ganze Grat bis zum Pizzo Molare und weiter entfernt noch den Sendemast auf dem Matro. Geniesse hier alleine die Gipfelrast, was sind doch das für Momente des Glücks...
 
Der Abstieg gestaltet sich dann einfacher, zuerst auf dem gleichen Weg am Grat zurück, dann NW auf Wegspuren und anschliessend auf einem kleinen Pfad hinunter zum wunderbaren Lago di Cari. Hier beginnt das Skigebiet von Cari. Ueber "Pro da Lei" und "Brusada" in den Wald und auf gutem Weg zur geschlossenen Capanna Prodör und zum Parkplatz in Cari.
Der Aufstieg mit der Querung unterhalb der Cima di Gana Rossa ist ein T4, der Abstieg ein T3. Allerdings ist in diesen steilen Grashängen mit den "langen" Grashalmen Vorsicht bei Reif angesagt.

Tourengänger: donalpi


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