Von Sargans via Leitere zum gut besuchten Aussichtsgipfel Alvier


Publiziert von nwm , 26. Oktober 2016 um 21:02.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alvier Gruppe   CH-SG 
Zeitbedarf: 7:15
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Sargans - Cholplatz - Bi de Leitere - Älpli - Rieterwald - Berghaus Gonzen - Rieterhütten - Tschuggen - Berghaus Palfries - Chemmi - Alvier - Berghaus Palfries - Waldguet - Tschuggawald - Mels
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Sargans
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Heiligkreuz (Mels)
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch 1:25'000

Der Alvier ist ein schöner Aussichtsgipfel und von Buchs oder Sargans aus leicht erreichbar und entsprechend gut besucht. Dennoch war er mit seiner niedlichen Berghütte und der Chemmi-Leiter schon eine ganze Weile auf meiner Prjoektliste. Es waren gute Wetterbedingungen und ich wollte es mir wirklich antun aus Sargans zu starten.

Sargans - Palfries (T3- 3.25 h)
Für den Aufstieg nach Palfries habe ich den markierten Wanderweg über «de Leitere» gewählt. Vom Bahnhof Sargans bin ich auf dem Bürgersteig dem Wanderweg zu den Rieterhütten gefolgt, bei der Bäckerei die Treppen hoch an der Kapelle Splee und dem Schloss Sargans vorbei und weiter in Richtung Staatswald. Interessanterweise ist ein kleiner Felsen nördlich der Kapelle Splee mit Bohrhaken eingerichtet – dazu konnte ich aber nichts weiter finden. Der Weg im Wald ist eintönig, aber dafür schön schattig. Auf etwa 770 m kommt eine Verzweigung, bei der man sich für einen weiss-rot-weiss markierten Wanderweg oder einen weiss-blau-weiss markierten Weg entscheiden darf. Ich nehme den weiss-blau-weiss markierten «Alpinwanderweg», dazu dann später mehr. Ab der dritten Windung stufe ich den Weg T2 ein. Man folgt dem Weg zu einer kleinen Hütte an der nächsten Windung und zum Cholplatz mit einem etwas lädierten Schild, das auf das amtliche Verbot den Stolleneingang zu betreten hinweist. Am Gonzen befand sich nämlich ein Bergwerk zum Abbau von Mangan- und Eisenerze, welches sich heute geführt besichtigen lässt. Am Cholplatz ist auch die bevorzugte Abzweigung, wenn man den Gonzen über die Follaplatten besteigen will (über die kleine Absperrung aus Holz, der feinen Wegspur folgend). Heute ging es aber weiter dem jetzt weiss-blau-weiss markierten Weg entlang bis zu einer etwas ausgesetzten Stelle, die über etwa 50 m der Felswand entlang zu den Leitern führt. Die Stelle ist mit Drahtseilen versichert und der Boden an einer Stelle mit Holzplatten stabilisiert. Was nun folgt ist vielleicht nicht jedermanns Sache – auf zwei Leitern geht es ca. 10 m der Felswand entlang nach oben. Dieser kurze Abschnitt kann gerne als T3- eingestuft werden, aber dank der guten Absicherung auch gut bei suboptimalen Bedingungen machbar. Die Leiter ist wohl auch der einzige Grund warum dieser Weg weiss-blau-weiss markiert ist, auf swisstopo online ist er gar rot markiert. Nun geht es dem Pfad entlang weiter an den Älplihütten vorbei. Wer von hier ohne Umweg auf den Gonzen will, kann nördlich der Wiese entlang der kleinen Steinmauer aufsteigen bis zur Strasse, die im WC-Hüttli mündet, und auf dem Pfad durch die Lawinenverbauung direkt zum Gipfel. Heute gehe ich aber weiter im Rieterwald durch Sumpf und Matsch, über eine niedliche Holzbrücke zum Berghaus Gonzen und von dort weiter durch die Kuhweiden mit Ziel Vorder Palfries. Zum Berghaus Palfries kann man offenbar auch mit dem PKW fahren oder besser mittels kleiner Seilbahn von Ragnatsch aus. Diese Seilbahn sei, so in der Neue Zürcher Zeitung gelesen, ursprünglich 1941 vom Schweizer Militär erstellt, 1998 aber zur zivilen Nutzung freigegeben. So wurde die Bahn nach 18 Jahren bürokratischem hin und her erst kürzlich in Betrieb genommen. Die Fahrt will ich mir das nächste mal nicht entgehen lassen, ist der Anstieg auf den Alvier von Sargans aus doch etwas zeitintensiv.

Palfries - Alvier - Palfries (T3 1.2 h)
Am Berghaus Palfries geht es zunächst auf einfachem Weg durch Alpweiden mit schöner Landschaft und Aussicht an grossen Steinblöcken vorbei zur Verzweigung, die auch nach Malun führt. Wenn man hier an die steilen Wände von Alvier und Gauschla blickt, ist noch nicht ersichtlich welche Lücke auf den Gipfel führen soll. Ist man dann an den grossen Steinblöcken vorbei, lässt sich der Weg erahnen – steil schauts aus und der Weg ist zunehmend als T3 einzustufen. Besonders im oberen Bereichen, ist der Weg an einigen Stellen mit Drahtseilen versichert und ein Eisentritt erleichtert den Aufstieg. Bei Nässe sind die Drahtseile sicher hilfreich, der Weg ist aber insgesamt klar zu erkennen und erlaubt vielerorts das passieren absteigenden Wanderer. Dem steilen Anstieg folgt ca. 100 m eine Querung, gefolgt von einem weiteren Steilstück zum «Chemmi». Dieser enge und steile Durchgang ist zunächst mit einer niedlichen Holzleiter und Drahtseilen, und weiter oben durch eine Metall-Treppe ausgestattet. Nach gut 250 m dann noch der letzte steile Aufschwung zum Gipfel, mässig ausgesetzt aber mit Drahtseilen versichert, bevor man die verborgene Gipfelhütte Alvier erblickt. Von hier hat man eine ausgezeichneten Ausblick, auf die Churfirsten Bergkette, auf den Surenstock, Tödi und Glärnisch. Trotz Wolken und mässiger Fernsicht waren Flüela-Wiss- und Schwarzhorn, Piz Kesch (unverkennbar) im Graubünden zu sehen, wo ich diesen Sommer viel unterwegs bin. Das Hüttenpersonal war sehr freundlich und war für einen kurzen Schwatz zu haben. Relativ zügig machte ich mich wieder auf den Weg nach Palfries zurück.

Palfries - Mels (T2, 2.75 h)
In Palfries entschied ich spontan, statt wie geplant nach Sargans nach Mels ab zu gsteigen und dort den Zug zu nehmen. Den Weg habe ich relativ zügig genommen, da in Davos eine Geburtstagspizza auf mich warten sollte. Der Weg führt ab Palfries auf einer Kuhweide an einem Bauernhof vorbei und kreuzt weiter die Trassee der vorher beschriebenen Seilbahn. Man quert relativ lange auf bestem Untergrund an einem Bauernhof vorbei und weiter an der Bergstation einer Materialseilbahn vorbei und steigt dann steil im Zickzack, quert erneut für etwa 700 m und steigt erneut steil nach Mels ab. Der Weg verläuft zwar hauptsächlich im Wald wäre aber bestimmt der steilere und anstrengendere Anstieg nach Palfries, dafür aber auch der spannendere.

Tourengänger: nwm

Galerie


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