Rundtour Fanenstock 2235m und Foostock 2611m


Publiziert von Bergamotte Pro , 8. Oktober 2016 um 17:48.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 6 Oktober 2016
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Spitzmeilengruppe   CH-SG 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 2075 m
Abstieg: 2075 m
Strecke:21km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Elm, Dorf od. PW ins Raminer Stäfeli (P. 1173, eigentlich Fahrverbot)
Kartennummer:1174 Elm

Das Gebiet zwischen Fanenstock und Foostock bleibt dank der ausgeprägten Südexposition lange schneefrei und eignet sich deshalb - trotz der stattlichen Höhe - vorzüglich für Herbstwanderungen. Es dominieren grosszügige Weideflächen, die fast überall unschwierig begehbar sind. Aber am schönsten ist ohnehin der lange Verbindungsgrat zwischen den beiden Gipfeln. Nach Schneefällen rasch heikel wird bloss die nordseitige Umgehung des Foostöcklis, doch sind hier Varianten möglich.

Um Viertel vor neun laufe ich vom Raminer Stäfeli los (P. 1173, wenige Parkplätze). Die Aufstiegsroute zum Fanenstock ist durchgehend signalisiert. Das Gelände bis Gamperdun Mittelstafel bietet wenig Abwechslung und ich konzentrier mich aufs Vernichten von Höhenmetern. Wobei, ganz so eintönig ist die Affiche dann doch nicht: Dreht man sich nämlich um, geniesst man einen schönen Blick auf die lange Bergkette vom Hausstock über den Kärpf bis zu den Gandstöck.

Auf Höhe Mittelstafel erreicht man die Waldgrenze und das Gelände lichtet sich. Bei P. 1848 zweigt der Schlussaufstieg Richtung Fanenstock ab (signalisiert). Der Weg ist teilweise kaum erkennbar, doch weiss-rote Holzpfähle helfen bei der (ohnehin einfachen) Orientierung. Durch golden glänzende Wiesen erreiche ich das Fanenfurggeli und steige die letzten 100 Höhenmeter über die Südflanke zum Fanenstock (2235m) hoch. Zeit für eine kurze Verschnaufpause, gemeinsam mit dem Älpler.

Nun erwartet mich der lohnendste Teil der Tour: die Gratüberschreitung zum Foostöckli. Am besten verbleibt man durchgehend auf der Grathöhe. Einzelne Aufschwünge, zum Beispiel beim Plattengrat (2248m), scheinen aus der Distanz  mühsam und man möchte intuitiv in die Südflanke ausweichen. Tatsächlich ist oben durch immer einfacher. Das gilt auch für einzelne Felsköpfe nach dem Grüenenspitz (2361m). Einmal weiss ich es besser, aber die Traversierung durchs schlecht gestufte Steilgras ist anstrengend und langsam, also rasch zurück zum Grat. Ohnehin hat sich oben eine durchgehende Wegspur herausgebildet. Gemäss Führer lebt im Gebiet um den Foostock die grösste Steinbockkolonie der Region. Das dürfte sogar noch untertrieben sein. Tatsächlich begegne ich im Schlussaufstieg zum Foostöckli (2536m) einer Gruppe von 41 (!) Tieren, darunter eine grosse Anzahl stattlicher Böcke. Erst als ich ganz nah bin, verziehen sich die Tiere in die Nordflanke.

Prinzipiell lässt sich das Foostöckli durch den geübten T6-Gänger auch überschreiten. Aber im Abstieg reizt mich die steile Nordflanke wenig, schon gar nicht bei der dünnen Schneeauflage. Also steige ich nach dem kurzen Gipfelbesuch die wenigen Meter zurück, um dem Weg durch die Nordflanke des Foostöcklis zu folgen. Das ist etwas ausgesetzt, geht aber normalerweise problemlos (Drahtseile), solange kein Schnee liegt. Heute versperrt mir sogar eine Blankeisstelle den Weg, welche ich über schneebedeckte Schrofen heikel umgehe. Solches Rumeiern wär übrigens nicht nötig, die Querung kann durch den Bützi-Kessel umgangen werden, was natürlich ein paar Höhenmeter kostet. Oder man lässt den Foostock gleich ganz weg und folgt den Wegpsuren zum Foopass runter (klassische Spätherbstvariante).

Auch in der Nordwestflanke vom Foostock (2611m) liegen noch Schnee- und Eisreste. Zumindest letztere können aber überall umgangen. Gemäss Gipfelbuch wird der Foostock häufig besucht. Das ist doch einigermassen erstaunlich, weil der Zustieg von allen Seiten eher weit ist (am kürzesten ist die Variante ab hinterem Weisstannental). Im Winter hingegen fristet der rassige Skigipfel ein Mauerblümchendasein und wird nur sporadisch von Einheimischen bestiegen. Dick eingepackt geniesse ich meine übliche, ausgedehnte Mittagsrast. Zwischendurch schaue ich noch kurz beim "Nordgipfel" mit Kreuz vorbei, wo von man gut ins Weissentannental sieht.

Mein nächstes Ziel lautet Foopass. Der vereiste Weg kommt nicht mehr in Frage und der Umweg durchs Bützi schaut wenig spannend aus. Bereits vorhin waren mir auf dem kurzen Verbindungsgrat zwischen Foostock und -stöckli mehrere Couloirs sowie eine Grasrampe (oben markiert durch zwei Steinmänner) aufgefallen, welche nach Winkelmäss runterführen. Gemäss Führer lässt sich die Rampe mit einer T5 begehen. Von oben schaut das recht steil aus und ich wähle lieber ein enges Felscouloir gleich östlich davon, welches gut begehbar ist. Der Ausstieg unten ist etwas steil, bleibt aber im Bereich T5/II. Von unten ist das Couloir nur als enger Felsspalt erkennbar, charakteristisch ist hingegen der Klemmblock.

Das Wild liebt offenbar den geschützten, südexponierten Ort unterhalb dieses Felsbands, wie ihre Hinterlassenschaften unschwer erkennen lassen. Via Rossalp könnte ich nun unschwierig zum Foopass absteigen. Doch es geht auch eleganter, wenn man sich von den Gemsen inspirieren lässt. Tatsächlich hat sich durch den regen Wildverkehr ein Band direkt unterhalb der Foostöckli Südostwand gebildet. Dieses ist begehbar. Wirklich schwierig ist das nicht, aber das Band ist sehr schmal, ausgesetzt und teils abschüssig: mind. T6-. Anschliessend folge ich dem einfachen Weg über den Grat zum Foopass (2223m) runter. 

Wohl oder übel muss ich einen weiteren Abstieg zur Raminer Matt (1896m) in Kauf nehmen. Übel deshalb, weil ich anschliessend noch den Färispitz anhängen möchte. Aber schliesslich zwingt mich ja niemand zum Gipfelsammeln... Über den arg aufgeweichten Osthang erreich ich den Sattel zwischen Grüenenspitz und Färispitz (2179m) und gewinne letzteren unschwierig über den Gratrücken. Kurz nach mir trifft eine ältere Dame ein, welche von Elm hochgestiegen ist. Aufgrund meiner Rundtouren-Manie kommt der bequemste Abstieg - über Gamperdun - nicht in Frage. Stattdessen weglos runter nach Süden, um etwa bei P. 1674 die Alpstrasse zu erreichen. Das geht ganz ordentlich, selbst im waldigen Schlussteil. Anschliessend dem Natursträsschen folgend durch den Raminerwald bis zurück zum Parkplatz. Unterwegs ist mir noch eine Gruppe Zivilschützer begegnet, die soeben eine neue Holzbrücke über eine der vielen Bachrunsen gezimmert hat.


Zeiten
1:45  Fanenstock
0:35  Grüenenspitz
0:50  Foostöckli
0:30  Foostock
1:40  Färispitz
1:00  Raminer Stäfeli

Tourengänger: Bergamotte


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»