Herbst an der 1. Alpsteinkette


Publiziert von Salerion , 7. Oktober 2016 um 09:59.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 6 Oktober 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 1325 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wasserauen

Herbstferien – eigentlich hatte ich für diese Woche wieder eine Biwaktour geplant. Aber just auf diese Woche wurde es kälter und zudem hatte der Wetterbericht insbesondere für anfangs Woche besseres Wetter vorausgesagt, als es dann tatsächlich war. Entsprechend habe ich mein Zweitagesunterfangen abgeblasen und mich auf einzelne Tage beschränkt. Am Dienstag führte mich meine Route vom Hohen Kasten, über die Stauberen, Saxerlücke, Roslenfirst, Chreialpfirst, Zwinglipass, Häderen, Fälenalp, Bollenwees, Plattenbödeli nach Brüllisau. Auf den Abstecher über den Altmannsattel, Rotstein habe ich verzichtet, da dieser Bereich leicht eingeschneit und die Sicht nicht wirklich gut war. Die Tour fand mehrheitlich im Nebel statt. Ab und an hat es kurz aufgerissen. Das Wetter zeigte sich von seiner dynamischen Seite.
Am Donnerstag war eher schlechteres Wetter vorausgesagt – ABER: der Donnerstag wurde ein Traumtag. Meine Tour führte mich von der Ebenalp (ja, ich bin mit der Bahn hoch!) über den Schäfler zum Lötzlisalpsattel. Dieser Teil, der mehrheitlich am Südhang verläuft war temperaturmässig sehr angenehm. Beim Lötzlisalpsattel wechselt man in die vordere Öhrligrueb, also Auf die Nordseite…..Brrrrr: der Temperaturunterschied war enorm. Der Boden stocksteif gefroren. Im obersten Teil der Öhrligrueb liegt immer noch eine dünne Schneeschicht. Die behindert aber keineswegs. Bei dieser Tour ist das Öhrli natürlich ein „must“. Unschwer geht es mit einfacher Kletterei (I) im oberen Teil schnell hoch. Und schon steht man auf 2193 m ü M. Das Öhrli ist der äusserste Gipfel der ersten Alpsteinkette. Von hier geht’s tief runter auf das Schwizerälpli. Wenn man zu oberst steht, ist man sich gar nicht bewusst, wie exponiert dieser Gipfel eigentlich ist. Die Bise hat einen Zacken zugelegt. Trotz Sonnenschein ist es grausam Kalt. Ich bin froh um den Fasi, den Windstopper, die Mütze und die Handschuhe. Auf dem Grat der gegenüberliegenden Hängeten thronen mächtige Steinböcke. Scheinbar leichtfüssig steigen die dort hoch. Für unsereins ist die Hängeten doch eher einer der schwierigeren Gipfel, die es im Alpstein zu erklimmen gibt. Windschutzsuchend hinter einem Stein geniesse ich die absolute Ruhe. Seit 6 Tagen war niemand mehr hier oben. Nebelfetzen fliegen auf der Nordseite vorbei.
Inzwischen bin ich durchgefroren – gemütlicher wird es nicht mehr hier oben. Im Abstieg bekommt man aber wieder schnell warm. Der Aufschwung zur Höchnideri ist vereist. Dank der Fixseile stellt das aber kein grösseres Problem dar. Das Licht wird im besser und schöner. Entsprechend entschliesse ich mich nicht für den normalen Weg hinunter zum Messmer. Nein, ich traversiere weglos den Muschelenberg (T5). Die Route zwischen den Karren und den zum Teil riesigen Karstlöchern muss ich mir suchen. Schon eindrücklich, wenn man durch dieses Labyrinth streift. Vor mir steht unvermittelt eine grosse Anzahl von Gämsen. Der Wind steht gut, sie wittern mich nicht. Das ermöglicht mir, in aller Ruhe das Objektiv zu wechseln und mich unbemerkt noch etwas zu nähern – und dann doch das warnende „Schaubpfeifen“. Alle Köpfe drehen sich zu mir; und ein paar Momente später setzt sich die Herde in Bewegung. Ein wenig weiter unten stosse ich auf ein kleines, nicht kartiertes, namensloses Seelein. Diese Spiegelung, die ich da einfangen kann, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Um 17.00 war der Messmer erreicht. Die Sonne stand schon sehr tief, die Schatten wurden länger. Schnell geht’s s’Mesmerchemmi runter und über den Sealpsee nach Wasserauen.
Fazit: eine wunderbare, teilweise sehr frische Tour. Bis unmittelbar vor dem Abzweiger zum Lötzlisalpsattel waren einige Wanderer unterwegs. Ab diesem Abzweiger sind mir nur noch zwei Personen begegnet. Solche spätherbstliche Touren sind insbesondere schön, da nicht mehr so viele Leute unterwegs sind und das Licht zum Fotografieren fantastisch ist. Mit Ausnahme des Öhrlis (T5, I) und des Muschelenberges (T5) stufe ich die Route durchgehend mit T4 ein.
 

Tourengänger: Salerion


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