Im zweiten Anlauf auf die Drusentürme


Publiziert von Uli_CH Pro , 26. September 2016 um 22:24.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:25 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1660 m
Abstieg: 1660 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Küblis im Prättigau nach St. Antönien. Das Tal immer weiter Richtung Partnun. Am Parkplatz 6 vis-à-vis Untersäss parken. Dies ist der letzte öffentliche Parkplatz. Parkgebühr für einen Tag: CHF 6.- (Automat nimmt nur Münzen.)
Kartennummer:http://map.geo.admin.ch/, 1:20'000 zum Selberdrucken

Es ist doch tatsächlich schon mehr als fünf Wochen her, seit ich das letzte Mal auf einem Berg stand. Das schöne Spätsommerwetter lässt mir keine andere Wahl: die Berge rufen.
Dabei habe ich schon einmal vor etlichen Jahren im Herbst versucht, den Grossen Drusenturm zu besteigen. Allerdings war zwischendurch schon einiges an Schnee gefallen, so dass der Boden ab der Carschinahütte weiss war. Ich schaffte es bis in den Kessel zwischen Kleinem und Mittlerem Drusenturm, wo ich den Weg nicht fand und mich im Tiefschnee in der Flanke des Kleinen Drusenturms verirrte.


Eigentlich wollte ich über Mittelsäss und Obersäss zur Carschinahütte aufsteigen. Vom Parkplatz gehe ich die Strasse ein Stück taleinwärts und dann links über eine Brücke und erreiche kurz danach einen Wanderweg oberhalb der Strasse. Da links St. Antönien ausgeschildert ist, wo ich nicht hinwill, gehe ich nach rechts Richtung Partnun. Erst später merke ich, dass ich bei Garstett den Bach überquert habe und ich für den Weg Richtung Mittelsäss etwas talauswärts hätte gehen müssen.

Aber der Weg, den ich nun wähle, ist viel schöner. Ich gehe bei Äbi links aufwärts zum Berghaus Alpenrösli. Von dort geht es weiter bergwärts und nach kurzer Zeit links über eine Brücke. Direkt hinter der Brücke steigt der Weg markiert über Wiesen steil empor über Gruoben zum P. 2094. Hier verlasse ich den Weg zur Sulzfluh und wende mich nach links Richtung Carschinahütte. Nach einer Stunde erreiche ich die Sulzhütte auf 2200 m.

Der Weg quert jetzt am Hang entlang, am Anfang in der Gemarkung Sulz etwas mühseliger, später flacher und breiter. Die Hütte und das Tagesziel, die Drei Türme, kommen ins Blickfeld und bei der Gemarkung Ganda hemmen Felsen wieder den schnellen Schritt.

Nach einer halben Stunde erreiche ich die Carschinafurgga und wende mich nach rechts zum Drusator, das ich nach weiteren 25 Minuten erreiche. Am Drusator verläuft die Grenze zu Österreich und ich habe einen schönen Blick auf das Montafon.

Der Weg geht auf der anderen Seite mühsam einen Geröllhang runter und an einer verfallenen Zollwächterhütte vorbei. Bei einem Absatz auf 2200 m kommt die Lindauer Hütte ins Blickfeld und kurze Zeit später biegt der Weg beim P. 2170 nach links ab.

Erst in Serpentinen wieder an Höhe gewinnend verläuft der Weg später am Hang entlang auf die Scharte südlich des Sporaturms zu, die ich 25 Minuten nach der Abzweigung erreiche (2440 m).

Jetzt enden die Markierungen und der Weg führt auf Pfadspuren über Geröll mühsam in den Kessel zwischen Kleinem und Mittlerem Drusenturm. Der Ausstieg aus dem Kessel befindet sich rechts hinten unterhalb des Mittleren Drusenturms und ist mit Fixseilen gesichert. Nach einer guten halben Stunde habe ich den Kessel verlassen und wende mich rechts dem Mittleren Drusenturm zu, dessen Gipfel ich nach einer guten Viertelstunde erreiche.

Ich raste am Gipfelkreuz. Der Grosse Drusenturm kann später nicht mit solchen Behaglichkeiten aufwarten. Den Grossen Drusenturm erreiche ich nach knapp 20 Minuten. Insgesamt habe ich bis jetzt 4:10 Std. benötigt.

Vor dem Abstieg statte ich noch dem P. 2813 einen Besuch ab und blicke am Rand der Fluh in die Tiefe. Nach einer Stunde Abstieg befinde ich mich auf 2250 m. Der Weg führt jetzt in Serpentinen zum P. 2170 herunter, dessen Wegweiser ich von hier oben sehe. Ich aber folge der deutlichen Wegspur, die am Hang entlang die Höhe haltend Richtung Drusator führt.

Nach zehn Minuten bin ich wieder auf dem Weg von der Lindauer Hütte zum Drusator. Der Abzweig ist zwar durch Steinmännchen markiert, aber für Uneingeweihte nicht ohne Weiteres erkennbar. Ich kämpfe mich in einer Viertelstunde den Geröllhang zum Drusator hoch und benötige von dort ca. eine halbe Stunde zur Carschinafurgga. Ich kehre in der Carschinahütte ein und lasse mir meinen Suure Moscht schmecken.

Für den Abstieg von der Hütte wähle ich jetzt den Weg über Ober- und Mittelsäss nach Untersäss. Da mein Auto direkt auf der anderen Seite des Flusses steht, quere ich den Bach direkt, ohne den kleinen Umweg über die Strassenbrücke zu nehmen. Trotz breiten Flussarmen und feuchten Baumstämmen schaffe ich es trockenen Fusses hinüber und bin nach einer Stunde wieder am Auto. Für den Abstieg habe ich drei Stunden benötigt.

Orientierung: Bis P. 2170 ausgeschildert und markiert. Bis zur Scharte südlich des Sopraturms alte Markierungen und Steinmännchen. Bis zum Sattel zwischen Kleinem und Mittlerem Drusenturm Steinmännchen. Ab da nur noch Wegspuren und nur noch vereinzelt Steinmännchen, Orientierung aber einfach.

Ausrüstung: Alpinwanderausrüstung, inkl. fester Bergschuhe, Teleskopstöcke (insbesondere für den Abstieg), ev. Kletterhandschuhe (für die Kette beim versicherten Ausstieg aus dem Kessel zwischen Kleinem und Mittlerem Drusenturm).

Führer: Peter Donatsch, David Coulin, Die schönsten Gipfelziele der Schweizer Alpen Ost, 2. Auflage 2002, S. 62/63

(Dies ist ein Tourenbericht. Es handelt sich daher um meine persönlichen Gehzeiten und meine subjektive Einschätzung der Schwierigkeit ohne Anspruch auf Objektivität. Jeder, der diesen Tourenbericht als Basis für eine eigene Unternehmung verwendet, ist persönlich für seine eigene Sicherheit verantwortlich.)

Tourengänger: Uli_CH


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