Psiloritis, höchster Berg Kretas


Publiziert von klemi74 , 30. September 2016 um 10:47.

Region: Welt » Griechenland
Tour Datum:29 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: GR 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 1243 m
Abstieg: 1243 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Umständlich, gute Karte ist von Vorteil. Die Nida-Hochebene wird von einer asphaltierten Stichstraße erschlossen, die im Bergdorf Anogia beginnt; das Dorf erreicht man entweder direkt aus dem Bereich Iraklio oder von Rethymno nach einem Abschnitt auf der breiten Küstenstraße.
Unterkunftmöglichkeiten:Auf der Hochebene gibt es eine einfache Unterkunft in der Taverne am Parkplatz, man kann aber auch brav im Strandhotel nächtigen und am Morgen hinauffahren. Entlang der Wanderung gibt es nichts.
Kartennummer:Nakas Cartography Nr 403 (Psiloritis- Bali - Iraklio - Anogia) 1:50.000

Wenn ein passionierter (Berg-)Wanderer Kreta besucht, dann ist eines klar: der Psiloritis wartet auf seine Besteigung - jeden Abend aus der ruhigen Hotelanlage eine private Party-Area zu machen, wäre bei einem zehntägigen Aufenthalt ja auch irgendwann ziemlich anstrengend...!
Schwer ist der Aufstieg nicht, aber doch einigermaßen lang und je nach Wetter auch anstrengend. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anfahrt nur bis zum Dorf Anogia möglich und ganz ohne Taxi geht es gar nicht; da dieses aber wohl nicht oben wartet und einen stattdessen - vielleicht - zu einer vereinbarten Uhrzeit wieder abholt, ist dies auch keine gute Alternative. Somit sollte man sich für die Anfahrt unbedingt einen Mietwagen nehmen, was ab 35€ bei einem Kleinstwagen möglich ist.


Nach einem zeitigen und kurzen Frühstück erfolgt die Abfahrt um 07:00Uhr, so sind wir tatsächlich um 08:30Uhr abmarschbereit, das passt, wir haben also fast acht Stunden zur Verfügung, das Auto soll um 18:00Uhr nämlich wieder abgegeben werden. Danach erlischt die Versicherung, Pünktlichkeit wäre also wichtig.
Vom Parkplatz neben der verlassen und unfertig wirkenden Taverne folgt der Anstieg kurz einem Schotterweg, bis die Markierungen des Fernwanderweges E4 den Weg weisen. In einer Kehre nach rechts gehen wir geradeaus weiter, hier beginnt ein markierter Pfad, der doch relativ steil durch die Flanke nach oben führt. Später erreicht der Pfad ein kleines Hochtal, weiterhin steil folgt man diesem in westlicher Richtung.

Es wird dann aber doch bald etwas flacher, das Tälchen windet sich immer wieder und man weiß nicht, wie weit es noch bis zu der kleinen Scharte ist, ab der man hoffentlich das Ziel sieht. Der Boden wird von Pyrgana bedeckt, einem Gemisch verschiedener Sträucher mit unterschiedlich bösartigen Stacheln - mit kurzer Hose ist die Wanderung ein Albtraum für die Beine.
An der Scharte angekommen, sieht man das Ziel nicht, obwohl im Westen nun deutlich höhere Berge zu erkennen sind. Dafür geht es nun ca. 120 Meter bergab zu einer "Alm". Dieser Abschnitt ist schlecht markiert, gab es bis hierher viele Steine mit jeweils zwei roten Punkten, so gibt es nun nur vereinzelte Steinmännchen.
An der Alm angekommen, befindet man sich laut einem Schild auf 1840m Höhe. Man wendet sich nach rechts in das nächste Hochtal. Der Weg ist jetzt wieder gut markiert, die Route im Talgrund ist aber auch so problemlos auszumachen.
Es zieht sich, wieder und wieder kommt die nächste Kurve in Sicht, immerhin ist es wenig steil. Allerdings sind wir etwas zu langsam, mein Mitgänger hat Probleme mit den Knien und ist mit dem Mountainbike eh fitter als zu Fuß. Ich kriege also Auslauf und kann Gas geben. Nach ein paar weiteren Geländestufen erreiche ich auf 2240m Höhe den Bergkamm, hier zeigt sich der Gipfel nun in einiger Entfernung. Es ist aber nicht mehr weit...
Zunächst wird ein Vorgipfel nordseitig gequert, z.T. ist es hier ziemlich steil. Wieder oben am Kamm, wird ein letzter Gratbuckel überschritten und nach den finalen Anstieg steht man oben an der Gipfelkapelle. Daneben hat es eine kleine Zisterne, die trotz ihrer Lage direkt auf dem Gipfel noch reichlich Wasser führt - probiert habe ich es nicht, ich bin mir nicht so sicher, dass das abgestandene Wasser dem Magen guttut.

Nach einer langen Gipfelrast in der warmen Sonne inkl. einem Bierchen geht es auf dem gleichen Weg wieder nach unten. Meinen Mitstreiter hole ich kurz vor dem Parkplatz auch wieder ein. Wir liegen gut in der Zeit, so können wir sogar auf ein schnelles Getränk in die Tavere schauen, die hat nämlich durchaus offen.

Fazit:
Leichte, aber relativ lange Wanderung. Landschaftlich ist die Tour meiner Meinung nach top, auch wenn sich im Gegensatz zu einer Wanderung in den Alpen die Vegetation nicht so oft ändert - es ist aber einfach mal was anderes. Wegen des unglaublich stacheligen Gestrüpps ist eine lange Hose absolut Pflicht!
Übrigens gibt es neuerdings wohl auch einen direkten Anstieg von Norden, bei dem eine Anfahrt auf Teerstraßen bis ca. 1700m möglich ist - diesen kürzesten Anstieg haben auch heute einige Leute gemacht. Insgesamt sollten heute 15 bis 20 Leute den Gipfel erreicht haben, extrem einsam ist er also nicht.

Gehzeiten:
Aufstieg 3h40
Abstieg 2h20

Unterwegs mit Andi

Tourengänger: klemi74


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