Auf Abwegen im Laggintal


Publiziert von Zaza , 20. September 2016 um 20:51.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:19 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1600 m
Kartennummer:1309

Das steile Laggintal ist auch im Sommer einen Besuch wert. Bis Mitte Oktober ist dies dank einer guten öV-Verbindung recht angenehm machbar: Mit dem Autozug um halb 9 von Brig nach Iselle und von dort mit dem Rufbus (mind. 2 Stunden vor Abfahrt reservieren) bis zur Haarnadelkurve oberhalb Gabi. 

Nun steige ich direkt über den Hang nach Wäxel und visiere als erstes den Stepftritt an (ohne Namen auf der Karte), ein vergessener und steiler Pfad, der von Wäxel rechts des Mälchgrabens zum Antonius führt. Dazu geht es zuerst von Wäxel gerade aufwärts bis etwa 10 Meter unter der Felswand. Hier führt ein kaum erkennbarer Pfad rechts weg (Norden). Er steigt ein wenig an auf eine offenere Grasfläche, wo es nochmals ein paar Meter steil hinauf geht. Hier stosse ich auf einen deutlichen horizontalen Pfad und folge ihm nach links, also retour gegen den Mälchgraben. Nach etwas Aufstieg ist die Gratkante neben dem Graben erreicht und über diese steigt das Weglein mit ein paar Zickzacks steil an (etwas ausgesetzt). Ab etwa 1700 m endet das felsige Gelände und die Spur steigt an zu den Ruinen des einstigen Mälchstafels (ca. 1920 m). Weiter oben steht eine einstige Militärunterkunft (P. 1987, für eine spartanische Übernachtung geeignet) und danach ist bald die kleine Antonius-Kapelle erreicht. 

Ein Weglein führt über den Grat Richtung Wenghorn bis zu P. 2232. Hier setzt ein guter, mit verblassten orangen Zeichen markierter Pfad an, der durch die steile Flanke zum Nordgrat des Wenghorns führt (P. 2238). Von hier über den Grat zum Wenghorn, wobei kurze blockige Stellen mit Schutt und Gehgelände abwechseln. Auf dem Gipfel empfängt mich ein eisiger Nordwind - der Hochsommer ist definitiv vorbei! Leider zeigt es sich nun, dass der Grat Richtung Rothorn ab etwa 2800 m von Neuschnee bedeckt ist. Eisiger Wind und Neuschnee auf Blockgrat, das lässt man besser sein. Also runter zum Wenghornsattel (ca. 2500 m) und dann mit einer Querung, die zunächst waagrecht aus dem Pass hinaus führt, hinüber zum hübschen Laggin-Biwak. 

Nach einer Pause mit Studium des Hüttenbuchs soll es auf dem Blattupfad hinunter ins Laggintal gehen. Dieser Pfad ist auf der Karte unterbrochen eingetragen, er ist jedoch in recht gutem Zustand und mit orangen Zeichen markiert - es handelt sich hier um eine direktere Variante (im Vergleich zum offiziell markierten Wanderweg über Bidemji), um aus dem Talboden zum Biwak zu gelangen. Unterwegs kommt man an zwei Ruinen vorbei, die nie auf den Karten eingetragen waren (Blattustafel). 

Von Üssre Laggin erkunde ich noch den Pfad nach Homatta, der auf den ersten Ausgaben der LK 1:50'000 noch eingetragen war. Er ist im unteren Teil verschwunden, im oberen Teil, ab etwa 1680 m, aber recht gut erhalten. Von Homatta geht es dann auf einem schlecht erkennbaren Pfad, der vereinzelt mit alten roten Zeichen markiert ist, hinauf zum Pfad vom Biwak zum Antonius. Auf diesem Pfad geht es zum Abschluss aus dem Laggintal hinaus und runter nach Simplon-Dorf.  

Tourengänger: Zaza


Galerie


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