Niedere Bleick (1598m) von Schildschwaig


Publiziert von Tef Pro , 16. Februar 2009 um 20:30.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum:14 Februar 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Strecke:Schildschwaig - Bicheleck - Länbachhütte - Niedere Bleick - Schwazecksattel - Brunnenweg - Unterer Gfällweg - Bicheleck - Schildschwaig
Zufahrt zum Ausgangspunkt:aus Saulgrub (Richtung Steingaden) kommend kurz nach der Ammerbrücke links nach Morgenbach, hier nach dem Ort rechts, an der nächsten verzweigung wieder rechts und gleich wieder links über Schwaig nach Straubenbach. nun gehts in einer langen Kurve hinab zur Illach. Kurz nach der Brücke Parkmöglichkeit
Kartennummer:Kompass Nr. 05

Der Niedere Bleick gehört wie der Hohe Bleick zum langezogenen Waldkamm Trauchberg, dem nördlichsten Ausläufer der Ammergauer Alpen. Da der Niedere Bleick im Gegensatz zum Hohen am Gipfel waldfrei ist, lohnt er sich mehr als der etwas höhere Nachbar.
Diesen Gipfel hatten wir uns schon lange für Schlechtwetter ausgesucht und heute war es endlich soweit. Die durchschimmernde Sonne beim Start erwies sich als Trugschluß, da der Schneefall im Laufe der Tour immer stärker wurde. Viel Schnee und schlechte Sicht kann aber bei einer Waldtour durchaus seine Reize haben.
In einigen Führern wird als Startpunkt Unternogg im Osten angegeben, doch geht man hier fast nur auf Forststraße. So wollten wir was anderes versuchen und von Norden aufsteigen, was sich als wunderschöne, einsame Tour herausstellte. Lediglich unser Abstiegsweg ist nicht zu empfehlen, doch dazu später mehr.
Man sollte unbedingt nach der Tour noch der nahen Wieskirche einen Besuch abstatten, einer der schönsten Oberbayerns.
Wir starteten beim Gehöft Schildschwaig Richtung Süden und bogen bei der T-Kreuzung nach links ab (Schild "Hohe Bleick 3 St."). Diesem geräumten Fahrweg folgten wir einen knappen Kilometer bis nach rechts ein Wirtschaftsweg abzweigt.
Nun geht es eine gute Weile durch ein weites Tal (es trennt den trauchberg vom Schneidberg) Richtung Südwesten. Nach circa 2 Kilomtern taucht links ein kleiner Einschnitt mit Holzhäuschen auf, auch Bicheleck genannt.
Wir gingen in südöstliche Richtung bis zum Einschnittsende, wo sich einige Futterstellen und ein kleiner, im Wald verschwindender Bach befindet. Hier wird die Orientierung a bissal komplizierter.
Wir folgtem dem Bach einige Meter nach Südosten, überquerten ihn und stiegen eine kleine Böschung empor. Im lichten Stangenwald hielten wir nun eine südliche Richtung ein und stießen bald auf einen Karrenweg, der uns zu einer breiten Forststraße führte (der sog. Königsstraße), die in West-Ost Richtung von Oberammergau nach Füssen zieht.
Ein paar Schritte nach links befand sich eine Kreuzung. Richtung Süden war der Hohe Bleick ausgeschildert, so daß wir diesem Forstweg folgten.
Kurz vor einer Forsthütte führt ein schmaler Steig nach links (Ost) empor zu einem schmalen Rücken. Nun folgte der schönste Teil der ganzen Tour, da wir immer auf dem Rücken oberhalb eines ausgeprägten Bachgrabens des Lähnbaches blieben und so schöne Nahblicke auf den verschneiten Winterwald hatten.
Wir steigen stetig empor, bis sich der Rücken verliert und wir zuletzt steiler durch dichten Wald die breite Forststraße erreichen, die von Unternogg hochkommt.
Wir wandten uns nach rechts und erreichten bald die schöne Lähnbachhütte, wo wir unter dem schützenden Dach eine kurze Pause einlegten.
Danach geht es auf dem Pfad durch dichten Wald ein Stück in östliche Richtung, ehe wir nach einer Kehre in westlicher Richtung langsam an Höhe gewinnen. Die pulvirge Neuschneemenge nimmt stetig zu.
Bei einer kleinen Waldlichtung wird es wieder flacher und der Weg führt auf einem breiten Rücken westwärts. Bald wird es wieder steiler und zuletzt erklimmen wir über einen freien Hang den Gipfel der Niederen Bleick mit Kreuz.
Es ist ziemlich eisig und die Sicht sehr eingeschränkt, so daß sich der Gipfel als Pausenplatz nicht besonders eignet. Doch südlich in der Mulde zwischen Niederen und Hohen Bleick steht die kleine Bloakhütte. Wir schaufelten die Holzbank an der windgeschützten Ostseite frei. Hier ließ es sich sogar eine Weile aushalten.
Den Weiterweg können wir nun nicht mehr als einfache Tour empfehlen, da wir oft nicht mehr wußten wo wir waren und teilweise weglos nach Gefühl uns durch den Schnee wühlten. Trotz Schneeschuhen sank man oft bis zur Hüfte ein, bei versteckten Löchern oder Bachgräben auch bis zur Schulter. Zahlreiche Wumgeräusche machten uns auch auf die hohe Lawinenwarnstufe aufmerksam, doch wenn man die steilsten Wiesenhänge meidet, ist die Gefahr auch beim hier vorgestellten Abstiegsweg gering.
Zuerst geht es den Rücken nach Westen hinab. Man hält sich am besten immer in Zaunnähe, bis man zur Mulde zwischen Bleick und Schwarzeck kommt. Ein Wegweiser weist geradeaus Richtung Trauchgau, doch wir folgen schwachen Markierungen nach rechts hinab in eine Wiesenmulde.
Bevor es wieder leicht aufwärts geht sieht man nach rechts (Nordwest) schwache Markierungen im Wald. Wir behielten die Richtung ungefähr bei, doch verloren sich die Spuren bald.
So folgten wir erstmal einem Rücken in immer steiler werdendem Gelände. Da ein Versuch, direkt nach Norden abzusteigen wegen des steilen Geländes scheiterte, orientierten wir uns weiter nach Westen und trafen auch bald auf einen Forstweg ( mit Schild "Brunnenweg"), der uns zu einer Lichtung mit Jägerstand und Wohnwagen brachte.
Wir stiegen zum Wohnwagen ab und folgtem dem Forstweg nach rechts. Da er immer flacher wurde, verließen wir ihn bald wieder und stiegen wieder direkt ab. Bald sahen wir auch schwache Markierungen, doch nach benutztem Weg schaute das alles nicht aus, da kreuz und quer Bäume rumlagen. Nichtsdestotrotz kamen wir endlich aus dem Wald zu einem Heuschober, wo wir uns wegen des mittlerweile sehr dichten Schneegestöbers kurz unterstellten und bei einem heißen Tee den Weiterweg überlegten. Denn eigentlich hatten wir geplant, über die Wieskirche zum Ausgangspunkt zurückzukehren, doch war es für solch einen Schlenker zu spät.
Also traten wir den langen Rückweg an. Ein paar Schritte nördlich trafen wir wieder auf die Königsstraße, der wir nun in östlicher Richtung (wieder zwischen Trauchberg und Schneidberg) durch das langgezogene Tal folgten. Nach den freien Wiesenflächen kommt man in den Wald.
Wenn man zum breiten Bachbett des Lähnbaches kommt, muß man links auf einen Waldweg einbiegen, um wieder zum Bicheleck zu gelangen. In langsam beginnender Dunkelheit kehrten wir zum Ausgangspunkt zurück.

Tourengänger: Tef

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