Punta San Matteo (3678 m) - via Dosegu-Gletscher


Publiziert von mabon , 20. September 2016 um 06:29.

Region: Welt » Italien » Lombardei
Tour Datum:12 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 1 Tage 10:30
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Rifugio Berni - Valle Dosegu - Dosegu-Gletscher - Punta San Matteo - und retour
Kartennummer:Tabacco 08 - Ortles & Cevedale

Klassischerweise gelangt man auf die Punta San Matteo von Norden über den Fornogletscher. Wer es spaltenarmer liebt, wählt den Südanstieg via Dosegu-Gletscher. Hier kann der massive Eisbruch elegant ostseitig umgangen werden.

Wie schon bei der Tour auf den *Pizzo Tresero einen Tag zuvor, bildete die Rifugio Berni den Ausgangspunkt. Der Anstieg ist bis zur Zunge des Dosegu-Gletschers mit jenem auf den Pizzo Tresero identisch.

Nun geht es allerdings nicht links am Eisbruch vorbei, sondern rechts direkt unter eben diesem entlang. Wir finden uns in felsigen Gelände wieder. Ein großer, hoch oberhalb der Gletschermoräne stehender Steinmann weist uns leuchtturmartig den Weg nach oben.

Jetzt die Steigeisen anschnallen und mäßig steil auf Blankeis hinauf. Schon bald flacht es ab und der Gletscher ist schneebedeckt. Wir seilen uns ein, da sich bereits die ersten Spalten zeigen. Teilweise geht es recht umständlich zwischen die Spalten hindurch; es kommen aber auch immer Gehpassagen.

So geht es eine gute Stunde hinfort, wobei stets darauf zu achten ist, nicht zu weit ostwärts an die Gletscherumrahmung zu geraten, da vom Grat alle paar Minuten massive Steinbrocken hinabfallen und rutschenderweise ziemlich an Fahrt aufnehmen.

Am Ende des Beckens geht es nochmal relativ steil hinauf und wir befinden uns etwas später auf dem Sattel zwischen P. 3561 und der Punta San Matteo. Wir queren nach Osten zur Schlüsselstelle, bei der es sich um eine eine ca. 20 Meter lange Eisrinne handelt, die im Frühjahr bei entsprechender Schneeauflage wohl einfach begehbar ist.

Mitte September ist der Schnee jedoch nur zentimeterdick. Je näher wir gen Rinne queren, desto rutschiger bzw. eisiger wird es. Der Puls steigt, denn ausrutschen auf dem darunter befindlichen, bockharten Blankeis wäre fatal. Was also machen?

Umsichtig vortasten und solide Tritte schlagen. Sehr langsam geht es nun voran; kräftezehrend ist das Tritteschlagen. Der Schweiß fließt in Strömen. Ich blicke nach links  die Rinne hinauf und denke mir: Nein! Also weiter zur Felsrippe, die eine Alternative verspricht. Drei Meter vor deren Erreichen dann blankes Eis.

Abbrechen? Hm - probieren und Tritte mit dem Pickel schlagen. Dann befinde ich mich endlich auf dem vermeintlich sicheren Fels. Uff; *pulsschlagberuhig*. Zehn Meter hinter mir ist es dann Spezl Christoph zu viel und er seilt sich aus. Ab jetzt allein auf schuttigen wie vereisten Fels parallel zur Rinne hinan. Klettern mit Steigeisen - auch spannend.

Als der Ausstieg oberhalb der Eisrinne erreicht ist, habe ich die Wahl: Entweder auf dem einfachen, aber sehr ausgesetzten Firngrat hinan oder rechts davon via Fels und Eis hinauf. Letzteres dann lieber, denn meine Nerven waren schon etwas gereizt. Schwieriger zwar, aber sicherer, denn ein Sturz hätte keine gröberen Folgen gehabt.

Als dann der Gipfel endlich erreicht war, verweilte ich nicht lange, da es kurz nach der Ankunft zu schneien anfing und ich Christoph nicht zu lange warten lassen wollte. Allerdings war es angenehm windstill. Ungewöhnlich auf dieser Höhe Mitte September. 

Im Wesentlichen folgte der Abstieg der Aufstiegsroute. Wir variierten jedoch ein wenig gen Ost und genossen den Gletscher mit seinen Bächen. An seiner Zunge dann in strahlender Sonne auf einem angewärmten Felsblock eine angenehme Pause samt Zillertaler Märzen.

Wir blicken kurz zurück: Nun ist der Gipfel wolkenfrei... 

Tourengänger: mabon, MountFreak

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