Hochwart (2670m) - dem Lavtinabach entlang


Publiziert von Schneemann , 16. September 2016 um 22:31.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:16 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:ca. 16km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Bus oder Auto nach Weisstannen. Parkplätze hat's bei der Brücke. Mit dem Auto kann man u.U. noch dem Bach entlang ca. 1km weiter nach oben fahren bis zu einem Parkplatz.

Der Hochwart ist eher selten ein eigenständiges Ziel - zumeist wird er wohl bei Pizol-Besteigungen mitgenommen. Aber auch ohne Pizol lohnt sich der Gipfel allemal. Heute nutzte ich zudem die Gelegenheit, das Murgangs-/Hochwasser-Ereignis am Lavtinabach(=Gufelbach) der letzten Woche näher anzuschaun. Nach dem Ereignis des letzten Jahrs, ist's chon das zweite grosse Ereignis in kürzester Zeit. Die Naturgewalt ist äusserst eindrücklich - soviel Material bringen nur sehr wenige Wildbäche.

Impressionen Murgang:
Das Ereignis hat unglaublich grosse Schottermengen mobilisiert und quasi alle Flachstücken des Bachs meterhoch aufgelandet. Das leicht erodierbare Material im Geopark Sardona liefert fast unbegrenzten Nachschub; die Sommergewitter fallen hier anscheinend auch sehr stark aus. Gefühlt wurden tausende Tonnen Material transportiert - besonders im Bereich der Wasserentnahme Lavtinabach bis nach Batöni ist der ursprüngliche Bach quasi weg. Die Ufer sind erodiert und das alte Bachbett komplett zugeschüttet. Auch in Oberlavtina hat sich der kleine Bach ein Bachbett breit wie der Rhein geschaffen. Sehr eindrucksvoll, aber beim Ereignis selbst möchte man lieber woanders sein...

Tour:
Start in Weisstannen, wo die Aufräumarbeiten der Überflutungen/Überschotterungen noch am Gange sind. Der Wanderweg verläuft stets dem Lavtinabach entlang. An den Schluchtstrecken verläuft er allerdings ein ganzes Stück oberhalb des Bachs. Bei der Wasserentnahme (Tiroler-Wehr) treffen sich Wanderweg und Bach dann wieder. Das Wegstück hat keine Abzweige bis nach Batöni.

Angekommen in Batöni will man hier eigentlich gar nicht mehr weg. Einen viel schöneren Fleck kann ich mir ehrlich gesagt überhaupt nicht vorstellen. Wäre er nicht so unzugänglich, wäre es wohl eine 1A-Touri-Destination. Die Bäche aus vier Seitentälern kommen hier zusammen, fast alle mit spektakulären Wasserfällen. Weiter geht's nach links, steil hinauf (angeschrieben ist die Pizolhütte).

Das Wegstück bis nach Stofel in Oberlavtina ist stellenweise steil und ausgesetzt und verläuft spektakulär durch die steile und sehr tiefe Schlucht des Lavtinabachs. Einige Hänge sind abgerutscht, aber der Weg wurde doch recht gut wieder instandgesetzt - etwas mulmig fühlt man sich trotzdem, wenn man sieht wie ganze Blöcke (mit Wegmarkierungen) weggespült wurden.

Nach der Schluchtstrecke wirds wieder flacher und einfach. Man passiert die Alp Stofel und hält dann einfach immer auf den Lavtinasattel zu. Hier hat's viele Höhenmeter zu knacken. Steinwild hat's hier wohl praktisch immer und überall - irgendwann hab ich aufgehört zu fotografieren ;) Das Panorama wächst je näher man dem Sattel kommt - und es explodiert förmlich wenn man den Sattel erreicht. Dann öffnet sich der Blick zum Pizol und seinen Seen!

Von hier könnte man natürlich auch auf den Pizol steigen. Das Wetter heute war aber nicht so einladend, Regen war vorhergesagt. Auch der Zeitrahmen war knapp - daher entschied ich mich den Hochwart zu erklimmen. Dafür hält man sich am Lavtinasattel links und folgt der deutlichen Pfadspur. Obwohl "unmarkiert" ist dieser kurze Abschnitt zum Gipfelkreuz unproblematisch. Nur wer auch noch zum (3m höheren) Gipfelsteinmann klettern will, muss auch die Arme gebrauchen (I).

Fazit:
Eine eindrucksvolle Tour - die Landschaft ist speziell, besonders Batöni hat's mir angetan. Auch die Naturgewalten sind spührbar. Vermutlich ist das abgeschiedene Seitental, im sowieso schon abgelegenen Weisstannental, auch einer der einsamsten Flecken im Kanton St.Gallen. Derzeit ist der Wanderweg noch stellenweise beschädigt - aber die heiklen Stellen wurden schon repariert.

Tourengänger: Schneemann


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