Grosse Gratwanderung Juf / Avers


Publiziert von Bergbursche , 16. September 2016 um 10:34.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Avers
Tour Datum: 3 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:24 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW bis Juf, genügend Gratisparkplätze, mit ÖV bis Juf (via Chur)
Unterkunftmöglichkeiten:in Juf

Der Bergbursche wandert wieder. Denn auf die Berge will ich steigen!

Schon lange habe ich die Rundtour im Averstal geplant. Start und Ende jeweils Juf.
Dies war mein Plan, es hat 4×3000, dazu einige Gipfel mehr und feinsten Bündner Schieferbruch. Das alles mehr oder weniger über den Gratverlauf, einmal quasi als U rund herum. 

Zu den bekannten Gipfeln Piz Turba und Piz Piot findet man genug hikr - Einträge. Bei den übrigen Gipfeln beginnt es aber gleich sehr dünn zu werden. Und manche, wie die Grauhörner sind mit einem Bericht ohne wirklichen Inhalt sehr spärlich vertreten.

Die Schlüsselstellen sind die Überschreitung Mingalunhorn und Grauhörner. Hier übersteigt die Schwierigkeit T4 bei weitem! Daher auch die vermeintlich hohe Bewertung. Aber man kann statt Überschreitung auch eine Umgehung einplanen. Dann bleibt die Tour auf T4 Niveau. Dies aber nur, wählt man am Piz Forcellina eine clevere Route.

Stichwort Zeit: 8,5 Stunden inkl. Pausen ist eine "Schweisszeit", zumindest für mich. Da musste ich schon Druck machen. Besser ist, man plant gleich 11 - 12 Stunden ein.

Tourverlauf

Juf - Wengahorn (T3)
In Juf via Brücke auf  die rechte Talseite queren und dann einfach weglos, die beste Linie stets suchend, auf das Wengahorn. Im oberen Drittel helfen Steinmänner den einfachsten Weg zu finden.

Wengahorn - Schinetahörner (T3)
Einfache Gratwanderei, meist auf breitem Grat. Teilweise in brüchigem Schiefer. Ausgesetztheit gering bis nicht vorhanden.

Schinetahörner - Juferhorn (T3 - T4)
Wer den etwas schmaleren Grat scheut (etwas ausgesetzt, teils mal mit den Händen zugreifen hilfreich) kann in die Flanke ausweichen (Nord). Hier steigt man dann in Geröll aber unschwierig auf. Wer über den Grat direkt geht, hat es etwas strenger. Aber gut machbar. Ein "Hin- und Her" Wechseln zwischen Flanke und Grat ist fast durchgehend möglich.

Juferhorn - Mingalunhorn (T3)
Den Aufstieg habe ich als unschwierig in Erinnerung. Im Prinzip bürstet man seine Schuhe permanent in feinem Schutt. Das rutscht zwar, geht sich aber sonst gut.

Mingalunhorn - Grauhörner (T4 I)
Bei Überschreitung ist ein Seil hilfreich, da es eine Abseilstelle hat. Abklettern ist hier möglich, ich schätze ca. eine 3c - 4a. Die Abseilstelle ist bestens versichert (neuer Bohrhaken) und ca. 10 Meter hoch. Mein 30 Meter Seil hat mehr als genug gereicht. Eine Umgehung ist möglich, indem man den Aufstiegsweg absteigt und nordseitig am Fuss eine Umgehung sucht. Dies kostet aber viel Zeit.
Aufstieg zu den Grauhörner ist in einfachem Blockgelände zu meistern. Die Blöcke sind teils sehr lose, drum prüfe was Du greifst. Dennoch einfache, harmlose Kraxelei.

Grauhörner Abstieg (T5, II)
Dieser Abstieg verdient einen eigenen Tourverlaufseintrag. Wer die Überschreitung machen mag, sieht sich mit einem sehr scharfen Grat konfrontriert. Dieser ist durch ein Seil (alt, verblichen, teils liegt der Kern frei) und eine sehr wacklige Leiter versichert (Bohrhaken sind allesamt neu und verlässlich). Dennoch bin ich dankbar für die Versicherung, sonst wäre dies wahrlich hart. Dennoch muss man klettern und keine Angst vor senkrechtem Fels mit viel Luft unter den Beinen haben.
Ob meine Bewertung hier stimmt, weiss ich nicht. Kann auch ein T4 III sein...oder ein T6?

Piotjoch - Piz Piot (T3)
Einfach den Schuttberg hinauf. Das zieht sich ein wenig, ist aber komplett harmlos. Wegspuren sind vorhanden.

Piz Piot - Juferjoch (T3)
Hier sollte man nahe am Grat bleiben und den Spuren folgen. Nicht zu weit in die Flanke, denn diese wird immer steiler. Bleibt man auf den Wegspuren, ist es nicht mehr als T3 bis zum Juferjoch.

Juferjoch - Piz Turba (T4)
Auf Wegspuren folgt man dem Grat, teilweise in die linke Flanke ausweichend, bis zum Gipfel. Stellenweise etwas ausgesetzt, aber durch den Schutt gut begehbar. Gelegentlich ist der Einsatz der Hände hilfreich. Wegspuren sind fast durchgängig vorhanden.

Piz Turba - Piz Forcellina (T4 - T5)
Zunächst Abstieg in Richtung Forcellina. Wer sicher gehen will, steigt bis zur Forcellina ab und quert von dort zum Piz Forcellina. Wer abkürzen mag, kann dies beliebig machen und früher einqueren. Ich empfehle dies jedoch nur bedingt, schneller ist man dadurch kaum. Aufstieg via Südostgrat und statt Schutt bekommt man Schrofengelände. Die Schwierigkeiten können umgangen werden, dann T4. Wers direkter mag...T5.

Piz Forcellina - Juf (T4 - T5)
Abstieg auf dem Aufstiegsweg und zurück zur Forcellina. Von hier auf bestem Wanderweg (T2) einfach zurück nach Juf.

Varianten
Piz Mäder mitnehmen. Dies ist möglich, wahrscheinlich ideal indem man zum See bei P. 2690 geht und von dort aufsteigt

Statt bei der Fuorcla da la Valletta abzusteigen weiter Richtung Uf da Flüe und die Flüeseen mitnehmen.


Weitere Bilder, Informationen und eine interaktive Karte findest Du auf meiner Webseite
www.bergbursche.ch

 

Tourengänger: Bergbursche


Galerie


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