Pizzo Tresero (3594 m) - eine leichte Hochtour mit anspruchsvoller Kletterei


Publiziert von mabon , 17. September 2016 um 00:15.

Region: Welt » Italien » Lombardei
Tour Datum:11 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T6+ - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 1 Tage 8:45
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Rifugio Berni - Valle Dosegu - Ghlacciaio Di Dosegu - Pizzo -Tresero - Bivacco Seveso - Valle Dosegu - Ponte Amicizia - Rifugio Berni
Kartennummer:Tabacco 08 - Ortles & Cevedale

Eigentlich handelt es sich um eine unschwierige Hochtour: der Süd-Anstieg auf den  Pizzo Tresero. Wählt man jedoch den Gratabstieg gen Bivacco Seveso, wird es unversehens anspruchsvoller als gedacht.

Startpunkt ist das ideal gelegene Rifugio Berni, denn: Es liegt direkt an der Straße. Von der freundlichen Unterkunft gelangt der Wanderer leicht und ebenerdig in das Valle Dosegu, das weiter hinten auf den Dosegu-Gletscher führt. 

Schon bald nach Betreten seiner Zunge schwenkt man auf dem Ghlacciaio Di Dosegu ohne Steigeisen und in großzügigem Linksbogen gen Pizzo Tresero ein. In der Nähe eines Gletscherausbruchs finden sich zwei Flakgeschosse - eines davon scheint noch scharf zu sein - aus dem 1. Weltkrieg. Wie ich später vom Hüttenwirt erfuhr, befand sich weiland auf der oberhalb befindlichen Punta Pedranzini eine militärische Befestigung.

Nun weiter auf vermeintlichem Schuttgelände, unter dem sich jedoch meterdickes Eis befindet. Wenig später nach einer Flacheisquerung eine Zwischenstufe hinan und auf den oberen Gletscher. Auch er wird ohne Steigeisen überschritten und schnell wieder verlassen, um in die schuttige Südost-Flanke des Pizzo Tresero zu gelangen. Schon bald danach ist der Gipfel erreicht.

Der Übergang zur Punta Pedranzini wäre zwar leicht und schnell gewesen, das Wetter war jedoch plötzlich windig, nass und kalt, so dass ich mich für den vermeintlich einfachen Abstieg via Verbindungsgrat zum Bivacco Seveso entschloss. Anfangs ging es gut voran und die Quereung in die heikle wie plattige Ostflanke entschärfte ein Fixseil.

Dann wurde es jedoch grob. Durch den Rückgang des Permafrostbodens zerfällt der Grat regelrecht. Kaum ein Griff oder Tritt hält. Der Untergrund ist schmierig vom unter dem Schutt angeschnmolzenen Eis.

Als ich gegen Ende  in die Ostflanke ausweichen musste, war es kaum noch möglich, voranzukommen. Das Eis verbarg sich auch hier unter dem Schutt, so dass ich bei 50° Neigung ständig mehrere Meter abrutschte und das blanke Eis zum Vorschein kam. 

Ähnliches Gelände fand sich weiland an der *Liebener Spitze und treibt die T6-Kategorie auf die Spitze. Schwierigeres "Wander"gelände kenne ich nicht. Der restliche Abstieg war hingegen meist einfach und wunderschön, so dass alles noch einen entspannten Ausklang fand.

Tourengänger: mabon

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Kommentare (5)


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Nik Brückner hat gesagt:
Gesendet am 17. September 2016 um 10:43
Heyho Mabon!

Gratu zum Tresero - für Nichtitaliener ja eher ein exklusiver und selten bestiegener Gipfel. Schadde, dasste keine tolle Aussicht hattest, die ist nämlich schön!

Grußerl,

Nik

mabon hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. September 2016 um 11:02
Ups,

hab' grad' gesehen, dass Du auch schon oben warst. Ja sowas! :-)

Stimmt; mir sind nur Italiener dort begegnet. Alle voll lieb und sympathisch. :-)

Auf jeden Fall ganz lieben Dank für die Congrats!

Pommesgabelgruß

mabon

Nik Brückner hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. September 2016 um 16:10
Kannste man sehn! Wie bist Du auf den Berg gekommen?

mabon hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. September 2016 um 16:46
Wenn ich mich recht erinnere zu Fuß! :-)))

Nik Brückner hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. September 2016 um 16:54
Hr hr hr.... Du Keks! ;o}


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