Valschavieler Maderer (2769 m) – im dritten Anlauf doch noch auf dem Gipfel


Published by Murgl , 12 September 2016, 21h33.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Verwallgruppe
Date of the hike: 7 September 2016
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   Madererkamm 
Time: 7:15
Height gain: 1800 m 5904 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Route:Gortipohl, Innergantweg - Netza-Maisäss - Netza-Alpe - Madererjöchle - Valschavieler Maderer - Madererjöchle - Grappeskopf - Sasarscha-Maisäss - Gortipohl-Balbier-Wasserfall - zurück
Access to start point:Mit PKW nach Innergant in Gortipohl.
Maps:Kompass Nr. 41

Einsam, von vielen Seiten sehr auffällig, aber dennoch abgeschieden, nur auf langen, aber abwechslungsreichen Zustiegen erreichbar – das sind einige Markenzeichen des Valschavieler Maderer, dem nicht nur höhenmäßig herausragenden Hauptgipfel des Madererkamms im Verwall – hoch über St. Gallenkirch/Gortipohl.
Vor fast auf den Tag genau vor zwei Jahren waren wir kaum 30 Höhenmeter unter dem Gipfel nach 1770 Höhenmetern wegen eines herannahenden Regenbandes umgekehrt, die Nässe auf zwei steilen Graspassagen und auf den felsigen Abschnitten im Abstieg fürchtend. Und vor 29 Jahren war ich wegen Regens und schlechter Sicht ebenfalls etwas tiefer unweit des Gipfels am NW-Grat umgekehrt.
Für heute war sehr stabiles Hochdruckwetter angesagt – was, anders als vor zwei Jahren, auch eintraf; den ganzen Tag zeigte sich kaum ein Wölkchen am Himmel und die Luft war klar. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen, um den Gipfel im dritten Anlauf zu bezwingen. Und dieses Mal klappte es auch, wenn auch einige steile Passagen für unsere bescheidenen Kletterkünste grenzwertig waren.
Im Folgenden werde ich die Tour nicht durchweg genauer beschreiben, da ich vor zwei Jahren einige Details geschildert und Tipps gegeben habe (*Der Valschavieler Maderer im westlichen Verwall – ein markanter, aber einsamer Gipfel).
Um den Aufstieg gegenüber 2014 zu variieren, stiegen wir von Gortipohl nicht zur Monigg-Maisäss, sondern zur Netza-Maisäss (1635 m) – schön gleichmäßig zügig ansteigend auf schönem Steig durch den Wald. Von dort zunächst fast eben, später nach Verlassen des Waldes wenig ansteigend zur Netza-Alpe (1848 m) und hinauf zum Madererjöchle („Grat“, 2252 m), einem sehr flachen Sattel am Wormser Höhenweg (Übergang zum Valschavieltal und auch von dort erreichbar) – bis hierher in 2 ½ Stunden.
Von dort nach links über steiler werdende Grashänge, durch einen gerölligen Abschnitt und wieder durch Gras zu einer kurzen, steilen Felszone, die von einigen schmalen Grasbändern durchsetzt ist. Wie in meinem vorigen Bericht genauer beschrieben, kann man auf deutlichen und guten Tritten auf einem dieser Grasbänder auf den breiten grasigen Rücken hochsteigen, eine Route, die vor allem im Abstieg leichter ist als die Route über eine plattige Felsrinne (zu der die Markierungen leiten). Dann rechts einen schuttigen Hang hoch auf ein grasiges Plateau, wo der Gipfel mächtig vor einem steht, dann etwas absteigend links durch teilweise sehr grobes Blockwerk immer gut markiert zum Nordwestgrat hinüber. Nach meiner Einschätzung kommen erst am Gipfelgrat die anspruchsvollsten Passagen (jedenfalls wenn man das erwähnte Grasband in der erwähnten Felszone nutzt). Die Markierungen leiten am Grat bald über einen Felskopf, der m. E. über den  I. Schwierigkeitsgrad nach der UIAA-Skala hinausgeht. Wie vor zwei Jahren wichen wir rechts in eine sehr steile, aber nicht allzu ausgesetzte grasige Flanke aus, auf der es einige Bänder und viele Stufen gibt, auf denen man gut hochsteigen kann, bis man wieder den felsigen Grat erreicht. Der Fels ist hier stabil und verlässlich, eine etwas schmälere Passage ist ausgesetzt und erforderte von uns vor allem im Abstieg große Vorsicht. Andere kurze Kletterpassagen des I. Grades sind kaum ausgesetzt. Nach 3 ¾ Std. (1 ¼ Std. ab dem „Grat“) hatten wir den Gipfel erreicht.
Rückkehr bis zum „Grat“ auf gleichem Steig, von dort über den Grappeskopf (2206 m) zurück nach Gortipohl.
Die Sicht am Gipfel war einfach super, vielfältige Berggestalten rundum und beeindruckende Talblicke. Der Maderer ist auch diesbezüglich ein sehr lohendes Gipfelziel.
Auch heute trafen wir übrigens den ganzen Tag keinen einzigen Wanderer. Wie Tourengeher marmotta in seinem Bericht von 2011 vermerkte, beginnen die Eintragungen im Gipfelbuch im Jahr 2003; das ist immer noch so, aber mittlerweile ist es doch fast gefüllt.

Hike partners: Murgl


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