Missratene Gridone-Traverse


Publiziert von Zaza , 16. Februar 2009 um 07:57.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:14 Februar 2009
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Gridone 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo brissago, piazza del sole
Kartennummer:1332, 1312

Der Gridone ist vielleicht die einzige Skitour der Schweiz, die man unter Palmen starten kann. Zugegeben, die meisten Skifahrer starten die Tour in Cortaccio oder Mergugno, denn diese beiden Orte auf rund 1000 Metern sind durch stets geräumte Strassen erschlossen.

Nun gibt es neben dem Normalaufstieg die Nordroute nach Palagnedra oder Rasa, die fast als Geheimtipp gelten darf (noch geheimer ist vielleicht das Ostcouloir, vgl. Foto). Diese Route hatte ich schon seit langem im Visier und so wollte ich heute einen weiteren Versuch starten, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Lawinengefahr in der Zone (endlich) nur noch "Mässig" war. 

Der Start erfolgte kurz nach 7 in Brissago. Auf Treppenwegen nach Piodina, galt es dann, den Weg zu finden, der zur Chiesa di Teia führt. Von hier an kann man ziemlich lange abseits der Strasse laufen, erst im obersten Teil muss man sie benützen. In Cortaccio war die Schneelage eindrücklich. Ich machte mich auf zum Rücken, der via Margozzone direkt zum Rifugio Al Legn hinauf führt und machte eine angenehme Entdeckung: Der Schnee war hier ziemlich windgepresst und somit im Aufstieg relativ gut zu begehen. So erreichte ich also die Hütte mit der vielleicht besten Aussicht im ganzen Tessin. Auf das Freischaufeln des Einganges verzichtete ich (Schaufel wäre vorhanden) und ging weiter hinauf. Der Gridone sah mir nicht so recht geheuer aus, vor allem wegen dem Steilhang, über den man den Grat erreicht. Also ging's zum Trostgipfel Fumadiga und dann runter zur Bocchetta di Valle, dem Übergang ins Valle di Bordei.

Nach kurzem Suchen fand ich eine Stelle, an der die Wächten gut zu überwinden waren und machte mich an den Abstieg. Nun hatte ich in diesem Nordhang Pulverschnee oder so was Ähnliches erwartet, aber meistens war der Schnee auch hier windgepresst. Fast sah ich mich schon in der Osteria in Palagnedra sitzen, da kam auf etwa 1640 m die Steilstufe (rund 40 Grad auf 30 hm), die dummerweise pickelharten Schnee aufwies. Nach einigem Suchen musste ich eingestehen, dass da ohne Pickel u/o Steigeisen kein sicherer Abstieg möglich war. Mit Ski wär's wohl auch gegangen...Schade, dass es nicht mehr Erlen hat, sonst hätte ich mich runter hangeln können...

(Hinweis für MG: Wenn man daraus eine Schlussfolgerung ziehen darf, dann ist DER Canalone fürs kommende WE wohl noch nicht in optimalem Zustand).

Also 300 hm zurück in den Pass und wieder runter zur Hütte, dann nach Mergugno (hier lagen zwei Skispuren vom Vortag) und runter nach Brissago, wo ich die Tour am See unter Palmen ausklingen liess. I'll be back...und diesmal weiss ich wohl besser, wie ich die Traverse anpacken muss...

Tourengänger: Zaza

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»