Abenteuerliche Wege zum Piz de Molinera


Publiziert von Chääli , 7. September 2016 um 21:14.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 5 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Pizzo di Claro   CH-GR   CH-TI 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Seilbahn ab Lumino
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Seilbahn nach Lumino

Im Norden war das Wetter extrem schlecht an diesem Montag. Also beschlossen wir, schon am Sonntagabend nach Bellinzona zu reisen, dort zu übernachten, und am nächsten Tag dann die Tour ins Gebiet des Pizzo di Claro zu machen. Vor allem der ausgedünnte Fahrplan der Seilbahn von Lumino aus liess uns zögern, den Pizzo di Claro selber in Angriff zu nehmen. Auch die Tour zum Lago di Canee wäre wahrscheinlich knapp geworden, dachte ich. Aber dass wir dann auf der Alternativroute fast gleich lang hatten, wie ich für den Claro berechnet hatte, das ist wieder eine andere Geschichte.
Mit der Bahn spart man sich etwa 1000 Höhenmeter und beginnt die Wanderung auf den reizvollen Monti Savorù. Von hier aus führen fast alle Wege zur Cap. Brogoldone, sehr schön ist der direkte, der zwar recht steil, aber ist, aber auch sehr schön angelegt. Als Alternative könnte man die Route über die Alpe Domàs nehmen, aber die haben wir uns für den Rückweg vorgenommen. Die Brogoldone-Hütte ist ein wunderbarer Ort mit einer ebensolchen Hüttenwartin, die an diesem Tag gerade ihre Kuchen fertig gebacken hat. Wir lassen diese gar nicht erst kalt werden, sondern essen vom einen schon die Hälfte weg. Sehr fein. Sogar das Haushuhn "Coco Chanel" ist ganz wild darauf, doch wir geben nichts ab.
Nach der Rast und dem Kuchen ist uns ein wenig "weglos" zumute. Wir nehmen also von der Hütte aus den "Weg" zwischen zwei Felsen hindurch in die Höhe, bis wir wieder auf dem Strässchen sind, das uns nach Osten führt. Beim Punkt 2038, wo sich ein Reservoir befindet, verlassen wird die vorgespurten Pfade wieder und gehen steil nach oben. Ab und zu sind Spuren zu erkennen, ob von Schafen oder von Menschen ist uns nicht so ganz klar. Wir treffen schliesslich auf Wegspuren, die auch auf der Karte eingezeichnet sind und die uns zum ersehnten Gratweg zum Piz führen. Wir sind ganz erstaunt, dass sich dort noch einige blau-weisse Markierungen Richtung Gipfel finden. Diese Route ist dann nur noch traumhaft. Mal über Gras-/Fels-Passagen, mal nur noch über grobe Felsbrocken, aber immer wunderschön - und schon ein bisschen blau-weiss, wenigstens im obersten Teil. Das sollte man auf keinen Fall auslassen!
Beim Gipfel oben vertreiben wir dann eine grosse Schafherde, die dort auch sehr sichtbar ihre Spuren hinterlassen hat. Aber das stört dann nicht so wahnsinnig, denn die Aussicht auf Bellinzona, den Tamaro und den Lago di Lugano sind hinreissend. Weiter geht es auf der rot-weissen Route, die über einen Umweg zur Hütte zurückführt. Wir wollen aber nicht zurück zur Hütte, sondern weiter zum Passo di Gagern und dann hinunter zur gleichnamigen Alp. Leider steigen wir etwas zu tief ein und verpassen den Weg zum Grat, weshalb wir auf ziemlich steilen und etwas abenteuerlichen Pfaden absteigen müssen auf den offiziellen Weg. Das muss man auch schaffen, wenn man sich so gern abseits der Pfade bewegt!
Die Alpe die Gagern ist keine Alp mehr, dafür eine sehr schöne Unterkunft, die momentan von Jägern bewohnt wird. Sehr nette Männer, die uns auch gleich die Hütte zeigen und uns zu einem Kaffee einladen. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft auf jeden Fall! Angeschrieben ist die Hütte übrigens mit "Gascern". Ob sich da die Dörfer über die richtige Beschriftung streiten? Ein wunderschöner, wenn auch nicht ganz banaler Weg führt dann zur prächtig gelegenen Alpe die Motto - und von dort ganz anders als auf der Karte eingezeichnet zur Alpe Domàs. Alle drei "Alpen" können übrigens von Alpinisten genutzt werden, wenn sie nicht gerade von Jägern benutzt werden. Der Rückweg zur Bergstation der Seilbahn zieht sich dann noch ziemlich dahin. Zum Glück schaffen wir es, eine zusätzliche Fahrt herauszuholen. Üblicherweise fährt die Bahn nämlich nur um 4 und um 6 Uhr, und wir kamen kurz nach 5 an. Wir hätten natürlich gern gewartet, wenn wenigstens das Restaurant offen gewesen wäre. Aber das ist montags immer zu ...

Tourengänger: Chääli


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